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In Sursee wollen künftig drei Partner mit «neuer» Energie operieren

Die Stadt will zusammen mit EWL Luzern und der Korporation Sursee einen Wärmeverbund realisieren und dabei auf fossile Energieträger verzichten. Den Auslöser dazu lieferte ein grosses Bauvorhaben.
Ernesto Piazza
Die Stadt Sursee spannt mit EWL Luzern und der Korporation Sursee zusammen. Im Bild: Der Mühlenplatz. (Bild: Eveline Beerkircher, 20. März 2019)

Die Stadt Sursee spannt mit EWL Luzern und der Korporation Sursee zusammen. Im Bild: Der Mühlenplatz. (Bild: Eveline Beerkircher, 20. März 2019)

Seit 2005 ist Sursee als Energiestadt zertifiziert. Jetzt beabsichtigt man, einen weiteren Schritt zu gehen. Sursee plant zusammen mit der Korporation Sursee und EWL Energie Wasser Luzern, mit einer Verbundlösung eine Wärme- und Kälteversorgung zu realisieren. Die drei Partner haben hierfür eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, diverse Projektideen zu prüfen, diese weiter zu entwickeln und die Umsetzung zügig voranzutreiben. Doch dazu später mehr.

Dass Sursee einen Wärmeverbund anstrebt, hat vor allem mit der Bautätigkeit in der Stadt zu tun. «Mitte letzten Jahres hat sich die LUKB bei uns gemeldet und fragte, wie es bei ihrem Projekt ‹Dreiklang› bezüglich Energiebezug aussieht», sagt Bruno Bucher (FDP), Bauvorsteher und Leiter der beauftragten Steuergruppe. Man habe beim Bauvorhaben festgestellt, dass die Energiegewinnung für Heizzwecke nicht ausreiche.

Zwischenzeitlich habe man als mögliche Energieversorgung für die Abdeckung des Spitzenbedarfs des «Dreiklangs» den Bezug von Erdgas geprüft, so Bucher. Dieses nutzt die Fenaco in Sursee vor allem bei der Produktion. Dazu hat sie vor zwei Jahren einen Abzweiger von der Transitleitung Holland-Italien gebaut.

Korporation Sursee beliefert Verbund mit Holz

Der Stadtrat hat jedoch entschieden, künftig auf ein Fernwärmenetz zu setzen und auf den Ausbau eines Energieträgers mit fossiler Herkunft zu verzichten. Dies auch deshalb, weil Sursee in der Nähe der Stadthalle bereits den Wärmeverbund St. Georg mit einer Holzschnitzelanlage betreibt und damit drei Schulhäuser mit Energie beliefert. Zudem sei hier Erweiterungspotenzial – beispielsweise durch die Neubauten am Vierherrenplatz – vorhanden, erklärt Bucher. Daher ist auch naheliegend, dass die Korporation Sursee mit im Boot ist. Sie wird den künftigen Verbund ebenfalls mit Holz beliefern. Die Korporation hat vor kurzem an der Korporationsversammlung über das Projekt informiert. Dieses ist bei der Bürgerschaft auf viel Zustimmung gestossen. «Wir sind sehr motiviert, die Kräfte gemeinsam mit unseren Partnern zu bündeln», betont Korporationspräsidentin Sabine Beck.

Bei der Suche der Stadt Sursee nach einem kompetenten Partner hat sich die EWL gegen zwei namhafte Mitbewerber durchgesetzt. «Die EWL ist als innovative Firma bekannt und hat einen seriösen Eindruck hinterlassen. Sie hat in der Region Luzern bereits Erfahrung mit der Umsetzung solcher Anlagen», begründet Bucher den Entscheid. Für Stephan Marty, Vorsitzender der Geschäftsleitung von EWL, «spielen die langfristige Versorgungssicherheit, eine nachhaltige Ressourcenschonung und die Rentabilität eine massgebende Rolle».

Im Januar 2020 soll die Wärmeverbund Sursee AG gegründet werden. Sie wird als Investor die Infrastrukturanlagen erstellen und betreiben. Zumindest in der Planungsphase sind die drei Partner mit je einem Drittel beteiligt.

Abwärme und ökologische Energiequellen nutzen

Sursee will also mit dem Aufbau eines flächendeckenden Fernwärmenetzes «die Voraussetzung schaffen, in eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe einzutreten», betont Bucher. Konkret heisst das: Durch diese Verbundlösung sollen Elektroheizungen oder Heizöl sukzessive ersetzt werden.

In einem Vorprojekt werden die drei Partner jetzt die nötigen Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsabklärungen erarbeiten. Dabei sollen industrielle Abwärme und ökologische Energiequellen wie Grundwasser, Holz oder Seewasser geprüft und deren Nutzung eruiert werden. Bei der Abwärme setzen die Verantwortlichen zum Beispiel auf Unternehmen wie die Fenaco. Man will die dort beim Erdgas-Produktionseinsatz entstehende Abwärme umnutzen. «Und wir gehen ebenfalls davon aus, dass Seewasser ein gewisses Potenzial hat», sagt Bucher. Dieses würde im Gebiet Mariazell gefasst – und auch diese Gegend beliefern. «Zur Versorgung der ganzen Gemeinde käme diese Energiequelle wohl kaum in Frage. Der Wärmeverlust wäre über die Distanz zu gross», erklärt der Leiter der Steuerungsgruppe. Ob eine solche Nutzung im erweiterten Gebiet des Quartiers Mariazell zum Tragen kommt, hange stark davon ab, ob das Spital Sursee an seinem jetzigen Standort bleibt.

Inwieweit die Energie künftig auch an die Surseer Peripherie transportiert werden soll, ist zurzeit noch unklar. Bei der Versorgung hätten die Stadtgebiete Neufeld und Eisenbahnvorstadt Priorität, so Bucher. Das heisst: Neben der «Dreiklang»-Überbauung der LUKB gehört auch das Therma-Areal mit dem Pax-Hochhaus an der Merkurstrasse dazu.

Über Kosten und Anzahl Anschlüsse können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht werden. Ebenfalls noch unklar ist, wo die Energieerzeugungsanlagen zu stehen kommen. Bucher geht zudem davon aus, dass «mit der EWL ein Konzessionsvertrag abgeschlossen wird». Geplant ist, dass auf die Heizperiode 2022/23 hin als erstes «mindestens das LUKB-Gebäude angeschlossen ist».

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