Sport
In Zell messen sich am Sonntag fast 1000 Kinder und Jugendliche am Jugitag – unter strikten Auflagen

Mit einem Jahr Verspätung findet der Jugitag am 2. Mai in Zell statt. Er geht ohne Zuschauer und mit rigidem Schutzkonzept über die Bühne.

Roseline Troxler
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Staffellauf am Jugitag 2019 in Eschenbach

Staffellauf am Jugitag 2019 in Eschenbach

Bild: Nadia Schärli

Der Schweizerische Turnverein (STV) Zell nimmt dieses Jahr mit dem Jugitag einen neuen Anlauf. Trotz aller Widrigkeiten war für das Organisationskomitee klar, dass es dieses Jahr klappen soll. Anfang März hat es sich nach der letztjährigen Absage für einen erneuten Versuch entschieden, so OK-Präsidentin Irma Meier. «Zeitweise haben wir nicht mehr wirklich an eine Durchführung geglaubt.» Ende März kam schliesslich betreffend Schutzkonzept grünes Licht vom Kanton Luzern. «Wir sind sehr froh, dass wir den Jugitag am 2. Mai doch noch durchführen können», sagt Irma Meier. Schliesslich habe das OK bereits viele Stunden in die Organisation investiert.

«Nun können sich die Kinder und Jugendlichen wieder einmal auf einen Anlass freuen und sich im Wettkampf messen.»

Eigentlich wäre dieses Jahr bereits Ballwil mit der Austragung an der Reihe gewesen. «Nach der Absage letzten Frühling haben wir die Ballwiler gebeten, ihren Jugitag um ein Jahr zu verschieben. Die Bereitschaft war zum Glück sofort vorhanden», sagt Irma Meier. Die letzten Monate seien fürs OK schwierig gewesen. «Eine konkrete Planung war kaum möglich», führt OK-Mitglied Melanie Knupp aus. Jedes Ressort hat deshalb zumindest verschiedene Szenarien vorbereitet. Das OK ging von der Variante eines Jugitags ausschliesslich mit Zeller Kindern bis zum Optimalfall, einem Jugitag wie vor Ausbruch der Pandemie, aus. Nun habe man einen Mittelweg gefunden. Laut Irma Meier wurde die Organisation durch die Pandemie massiv erschwert. «Hilfreich war, dass wir im Herbst ein Ressort Corona gegründet haben, das ein umfangreiches Schutzkonzept erarbeitet hat.»

Das OK des Jugitags 2021 in Zell.

Das OK des Jugitags 2021 in Zell.

Bild: PD

Verzicht auf Festwirtschaft bedeutet finanzielle Einbussen

Und was erwartet die Kinder und Jugendlichen nun am Sonntag, 2. Mai, in Zell? Der Jugitag beinhaltet sechs verschiedene Spiele und eine Stafette. «Gefragt sind Kondition, Koordination und Teamwork», sagt Melanie Knupp. Dass ein solcher Anlass mit rund 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfinden kann, dürfte einige erstaunen. Doch Melanie Knupp ist überzeugt:

«Es braucht eine solche Veranstaltung, die beweist, dass es möglich ist, wieder Sportanlässe zu veranstalten.»

Dies bedinge aber ein striktes Schutzkonzept. Ausserdem verzichtet der STV Zell beim Jugitag auf Zuschauer, «was finanzielle Einbussen mit sich zieht». Ohne Zuschauer wird es auch keine Festwirtschaft geben. Die Kinder werden sich aus dem Rucksack verpflegen müssen.

Laut David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, sind Veranstaltungen mit Publikum, welche im Freien stattfinden, seit dem 19. April mit maximal 100 Personen wieder zulässig. «Für Aktivitäten in den Bereichen Kultur und Sport mit Kindern und Jugendlichen bis und mit Jahrgang 2001 gibt es keine Begrenzung der Personenzahl. Diese Veranstaltungen müssen jedoch aktuell noch ohne Publikum durchgeführt werden.» Laut Dürr ist der Kanton Luzern nicht für die Bewilligung von Grossveranstaltungen zuständig. «Es ist Sache und Verantwortung des Veranstalters, geltende rechtliche Bestimmungen einzuhalten.»

Melanie Knupp betont, dass der STV Zell nach dem Entscheid für die Durchführung sehr viele positive Rückmeldungen erhalten hat. «Vereinzelte Vereine haben auf eine Teilnahme am Jugitag verzichtet. Teilweise, weil der Trainingsbetrieb noch nicht wieder aufgenommen wurde, oder weil man sich noch nicht auf eine Wettkampfsituation vorbereiten möchte. Aber wir sind sehr zufrieden und dankbar über die Teilnehmerzahl.» Diese liege leicht unter den Zahlen früherer Jugitage.

Durchmischung der Teams soll verhindert werden

Um das Risiko von Ansteckungen zu vermeiden, treten die Teams à drei bis fünf Teilnehmern der verschiedenen Vereine beim Jugitag nicht direkt gegeneinander an. Jeder Verein hat einen Zeitslot, absolviert alle Spiele und reist dann direkt wieder nach Hause. Ausserdem gibt es bei den Wartezeiten zwischen den Spielen eingerechnete Wartezonen. «Mittels Wartezonen können wir die Durchmischung der Teams verhindern», sagt Meier. Knupp ergänzt: «Jedem Teilnehmer wird beim Eingang die Temperatur gemessen. Hat ein Kind erhöhte Temperatur, wird dessen Team nach Hause geschickt.» Die Vereine seien im Vorfeld darüber informiert worden. Für die Teilnehmer dauert der Jugitag rund drei Stunden. Die Rangverkündigung findet aus Sicherheitsgründen nicht vor Ort statt, sondern wird im Anschluss an den Anlass online auf der Website des STV Zell publiziert. Die Medaillen und Erinnerungspreise werden zu einem späteren Zeitpunkt den Vereinen zugestellt.

Trotz vieler Einschränkungen ist OK-Präsidentin Irma Meier überzeugt: «Es wird am Jugitag trotzdem Stimmung aufkommen. Ohne Zuschauer müssen sich die Kinder und Jugendlichen halt gegenseitig umso mehr anfeuern.»