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Indische Legende hat bei seinem Besuch in Luzern einen langen Atem

Seit 70 Jahren ist Indien offiziell mit der Schweiz befreundet. Das wurde gestern gehörig gefeiert: auch mit einem Lied, das ordentlich Geduld abverlangte.
Raphael Zemp
Vier indische Musikanten bringen viel Exotik ins Verkehrshaus. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 9. November 2018)

Vier indische Musikanten bringen viel Exotik ins Verkehrshaus. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 9. November 2018)

Ustad Wasifuddin Dagar sitzt. Mit verschränkten Beinen auf dem nackten Bühnenboden, im zweiten Obergeschoss des Verkehrshauses. Im Hintergrund wird die indische Flagge an die Wand projiziert, vor der sich wiederum schematisch das Matterhorn abzeichnet.

Geladen hat die Indische Botschaft. Das Konzert an diesem Freitagabend ist bloss eines von einer ganzen Reihe. 13 Konzerte werden es im Dezember gewesen sein. Alle Regionen der Schweiz werden dann in den Genuss von kulturellen Darbietungen aus Indien gekommen sein. Der Grund dafür: Die Unterzeichnung des indisch-schweizerischen Freundschaftsvertrages jährt sich heuer zum 70. Mal. Zudem feiert gleichzeitig auch der grosse indische Friedensaktivist Mahatma Gandhi seinen 150. Geburtstag.

Zwei Zupfer, ein Trommler und ein Sänger

Derweil aber gestikuliert Wasifuddin Dagar, flankiert von zwei mannshohen indischen Saiteninstrumenten, denen zwei weitere Schneidersitzmänner ohne Unterbruch Töne entlocken. Mal wogen seine Hand hin und her. Ganz so als wolle er ein unsichtbares Büsi streicheln. Dann wieder zucken sie wild und ruppig umher. Daneben sitzt ein vierter Mann, die Trommel zwischen seinen Beinen eingeklemmt, folgt den Bewegungen Wasifuddin Dagars aufmerksam.

Vor allem aber singt Wasifuddin Dagar. Auf seinem Gebiet, dem Dhrupad-Gesang, einem der ältesten Gesangsarten Indiens, ist er ein ganz grosser. Ja gar als «lebende Legende» kündet ihn die Moderatorin an. Und tatsächlich lässt er sich nicht lumpen, singt und singt. Schon sind zwanzig Minuten vergangen. Aus den hinteren Reihen haben sich schon einige der anfangs rund 150 Besucher davongeschlichen. Andere wiederum tuscheln angeregt, drücken raschelnd Schoggitäfeli aus Alufolie. Dann nach einer halben Stunde ununterbrochenen Singens wird die Trommel zum ersten Mal gestreichelt. «Doch noch», raunt ein älterer Herr seiner Partnerin ins Ohr. Und ehe man sich versehen hat, verstummt Wasifuddin Dagar zum ersten Mal. Nach schlappen dreiviertel Stunden.

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