INDUSTRIESTRASSE: Das Käselager wird zur Beiz

Bis 2025 wollen fünf Baugenossenschaften auf dem städtischen Areal eine neue Überbauung realisieren. Diese soll hölzern und lebhaft sein.

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Der Blick auf das Areal der Überbauung Industriestrasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. März 2016))

Der Blick auf das Areal der Überbauung Industriestrasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. März 2016))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Der Architekturwettbewerb für die Überbauung an der Luzerner Industriestrasse läuft. Bis Juni 2018 soll das Resultat feststehen (Ausgabe vom Mittwoch). Am Donnerstag gab die Kooperation Industriestrasse – ein Zusammenschluss der fünf Baugenossenschaften ABL, GWI, LBG, Wogeno und Wohnwerk – weitere Details zum Bauprojekt bekannt.

Das 8700 Quadratmeter grosse Areal, das die Kooperation von der Stadt im Baurecht erhalten hat, soll Platz für 450 Bewohner bieten. Die genaue Zahl der Wohnungen steht noch nicht fest. Weiter entstehen rund 150 Arbeitsplätze, die an kleinere und mittlere Betriebe vermietet werden. «Auch produzierendes Gewerbe ist möglich, wünschenswert wäre auch ein Laden», sagt Cla Büchi, Projektleiter der Kooperation. Weiter sind 52 Parkplätze in einer unterirdischen Einstellhalle geplant.

Besseres Raumklima, aber teurer

Die Siedlung soll in Holzbauweise realisiert werden. «Das hat den Vorteil eines angenehmen Raumklimas und wesentlich geringerer Baufeuchtigkeit», sagt Büchi. Zudem sei diese Bauweise ökologischer. «Diese Vorteile wiegen die etwas höheren Kosten auf.» Die Kooperation rechnet mit Investitionen von rund 90 Millionen Franken. Der Brandschutz sei auch bei Holzbauten möglich, etwa durch Verkleidungen oder entsprechende Dimensionierung.

Erhalten bleibt das Käselager – dies war eine Vorgabe der Stadt. In den oberen Geschossen sind Ateliers und eine Grosswohngemeinschaft im Dachgeschoss vorgesehen, im Parterre eine Beiz mit Aussenplätzen und ein Gemeinschaftsraum. «Weiter ist ein Konzertlokal im Keller geplant», sagt Büchi. «Wir wollen, dass die Siedlung einen öffentlichen Charakter erhält mit Plätzen und Spielflächen, die für alle zugänglich sind.»

Beiz, Konzertlokal, produzierendes Gewerbe; hinzu kommen Lokale wie die Bar 59 oder die Gassechuchi in unmittelbarer Nähe – dies hat eine gewisse Geräuschkulisse zur Folge. «Darauf kann man Rücksicht nehmen, indem man empfindliche Nutzungen nicht neben Nutzungen mit Emissionen platziert», sagt Büchi. «Aber es handelt sich um eine städtische Siedlung, da muss man auch eine gewisse Toleranz gegenüber Immissionen aufbringen.» Im Baurechtsvertrag ist zudem festgehalten, dass die Emissionen der umliegenden Lokale geduldet werden müssen.

Die Höhe der Mietzinse ist noch offen. Die einzelnen Genossenschaften realisieren ihre Bauten innerhalb des Grundstücks autonom mit unterschiedlichen Ausbaustandards. «Daher wird es auch unterschiedliche Mieten geben», sagt Projektleiter Cla Büchi. Auch optisch würden sich die Häuser unterscheiden.

Bis Oktober findet die erste Phase des Architekturwettbewerbs statt. 21 Teams nehmen daran teil. Nach der Jurierung erster Ideen wird das Teilnehmerfeld auf 10 bis 12 Teams reduziert, die bis 2018 ein detaillierteres Projekt ausarbeiten. Geplant ist, die Überbauung in zwei Etappen von 2021 bis 2025 zu realisieren. Dies, damit die bisherigen Mieter während der Bauzeit der ersten Etappe auf dem Grundstück bleiben und danach, falls gewünscht, in die neue Überbauung ziehen können.

Neuer gemeinsamer Wettbewerb wäre zu teuer

Neben dem Grundstück der Kooperation entsteht auf dem EWL-Areal zeitgleich eine zweite Überbauung. Wieso gibt es nicht einen gemeinsamen Architekturwettbewerb? «Die EWL ging ursprünglich von einer früheren Realisierung aus, auch die Vorgeschichte und die Anforderungen an die Nutzungen sind sehr unterschiedlich», sagt Büchi. Ein Abbruch der bereits aufgegleisten Wettbewerbe mache wenig Sinn und sei zu teuer. Es bestehe aber ein reger Austausch. Nach den Wettbewerben werde man sicher zusammensitzen und die Projekte optimieren, so Büchi. Seitens der EWL war ferienhalber niemand erreichbar.

Diese Büros wurden eingeladen

Abraha Acheramnn AG, Zürich
Adrian Streich Architekten AG, Zürich
ahaa, Andreas Heierle, Luzern
Elia Malevez GmbH, Luzern
Armon Semadeni Architekten GmbH, Zürich
Büro Konstrukt, Luzern
Deon AG, Luzern
Duplex Architekten AG, Zürich
EMI, Edelaar Mosayebi Inderbitzin, Zürich
En Route Architects, Athen
FF Partner AG, Oberentfelden
Futurafrosch, Zürich
Hummburkart Architekten, Luzern
Lacaton & Vassal Architects, Paris
Manetsch Meyer Architekten AG, Zürich
MLZD, Biel
Roeoesli + Maeder GmbH, Luzern
Rolf Mühlethaler, Bern
Schneider Studer Primas, Zürich
Sergison Bates architects, Zürich/London
Tobler Gmür GmbH, Zürich