INFORMATIK: Hat Luzern wirklich um Hochschule gekämpft?

Die Art und Weise, wie der Standortentscheid zur Informatik-Hochschule zustande kam, wirft Fragen auf. Im Fokus steht die Luzerner Regierung.

Christian Hodel und Alexander von Däniken
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Das neue Departement Informatik der Hochschule wird im Kanton Zug angesiedelt sein. (Symbolbild Neue ZZ)

Das neue Departement Informatik der Hochschule wird im Kanton Zug angesiedelt sein. (Symbolbild Neue ZZ)

Am 19. Dezember 2013 haben die Mitglieder des Konkordatsrats der Hochschule Luzern einen Grundsatzentscheid gefällt: Die Hochschule soll ein neues Departement Informatik erhalten – angesiedelt im Kanton Zug. Zuerst stimmten die Regierungsräte darüber ab, ob es für den Entscheid Einstimmigkeit braucht oder nicht. Alle Mitglieder – also auch der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss – plädierten dafür, dass für den Standortentscheid ein einfaches Mehr genügt. Damit war das Schicksal des möglichen Standortkantons Luzern besiegelt: Die Mehrheit der sechs Regierungsräte stimmte für den Standort Zug. Reto Wyss räumt ein, dass man wohl zu keiner Einigung gelangt wäre, wenn er auf Einstimmigkeit gepocht hätte.

Horw gelangte an die Regierung

Seltsam mutet aber auch das Verhalten der Luzerner Regierung im Vorfeld der Standortdiskussion an. Die Gemeinde Horw hatte sich im vergangenen Juli offiziell als Standort für die neue Hochschule beworben – addressiert an die Hochschule Luzern und den Luzerner Regierungsrat. Das entsprechende Schreiben liegt unserer Zeitung vor. Offenbar fühlte sich die Luzerner Regierung davon aber nicht angesprochen – es habe sich lediglich um eine Kopie gehandelt.