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INFORMATIK: So sichern sich die anderen ab

In Luzern besteht Handlungsbedarf: Kantonsangestellte erhalten kaum Vorgaben zur Nutzung des Internets. In den anderen Zentralschweizer Kantonen ist man Luzern weit voraus.
Stephan Santschi
Internetnutzerin: Der private Internetgebrauch während der Arbeitszeit von Verwaltungsangestellten wird in jedem Kanton anders geregelt. (Symbolbild Maria Schmid)

Internetnutzerin: Der private Internetgebrauch während der Arbeitszeit von Verwaltungsangestellten wird in jedem Kanton anders geregelt. (Symbolbild Maria Schmid)

Stephan Santschi

Die Analyse der Internetnutzung durch Luzerner Kantonsangestellte 2010 sei «grundsätzlich gesetzeskonform angeordnet und durchgeführt worden». Das befand der Zuger Rechtsanwalt Oliver Sidler in seiner Untersuchung, welche der Regierungsrat in Auftrag gegeben hatte (Ausgabe von gestern). Inhaltlich hatte Sidler zu «Webgate» allerdings einiges zu beanstanden. So empfahl er, dass «die Informationsbroschüren und Weisungen zur privaten Internetnutzung überarbeitet und konkretisiert werden sollten». Die aktuelle Broschüre, die jedem neu eintretenden Mitarbeiter abgegeben werde, enthalte mit Ausnahme eines Verweises auf die gesetzlichen Bestimmungen keinen einzigen Hinweis zur Benutzung des Internets am Arbeitsplatz.

Zudem sollten alle Mitarbeiter die Weisungen zum Gebrauch von Internet und E-Mail unterzeichnen, hält Sidler fest. Auch Sensibilisierungsmassnahmen sollten regelmässig getroffen werden.

Nid- und Obwalden: Strenge Regeln

Konsequent geht man in den Kantonen Nidwalden und Obwalden vor. Hier müssen die Verwaltungsangestellten die Weisungen zum Umgang mit Informatikmitteln bei der Anstellung schriftlich bestätigen. «Das ist eine ganz andere Sensibilisierung als in Luzern: Wir zeigen den Mitarbeitern auf, dass wir ihre Internetauftritte protokollieren», sagt Oskar Zumstein, Leiter des Informatikleistungszentrums Ob- und Nidwalden. Sollte es trotzdem zu Auffälligkeiten kommen, genüge eine allgemeine Mitarbeiterinformation, und das Problem verschwinde wieder. Zu den gesperrten Seiten gehören neben Websites mit pornografischen, gewaltverherrlichenden und rassistischen Inhalten auch Facebook oder Streaming-Seiten von Sportanlässen. Treten neue unerwünschte Seiten auf, werden auch diese gesperrt. «Das bedeutet also, dass die nicht geschäftsrelevante Nutzung des Internets von vornherein auf ein Minimum reduziert werden kann», erklärt Zumstein.

Im Kanton Zug wird das Personal speziell geschult: «Wir verpflichten unsere Mitarbeiter zu einem Webbase-Training. Hier geht es auch um die Frage, was man im Internet tun darf und was nicht. Abgeschlossen wird das Training mit einem Test. Das Training wird laufend aktualisiert und bei grösseren Änderungen von allen wiederholt», erzählt René Loepfe, Leiter des Amts für Informatik und Organisation in Zug. Parallel dazu gebe man ein Merkblatt der Datenschutzstelle ab. Eine zeitlich geringfügige private Nutzung von Internet und E-Mail wird grundsätzlich toleriert. Das Amt hat laut Loe­pfe ein paar Dutzend Seiten gesperrt.

Uri und Schwyz: Kampagne geplant

Einen starken Filter, was unerwünschte Internetseiten anbelangt, hat man im Kanton Uri eingerichtet. «Diskussionen wie in Luzern sind bei uns daher nicht aufgekommen», betont Werner Aschwanden, Vorsteher des Amts für Informatik: «Den Proxy-Server, der die Sperrung von Websites in Kategorien zusammenfasst, haben wir schon 2008 eingeführt. Unser Kanton ist kleiner und wendiger als Luzern», inhaltliche Entscheide könnten daher schneller gefällt werden. Via Intranet seien Sicherheitsweisungen zum Gebrauch von Internet und E-Mail für das Personal verfügbar. Im Herbst führe man zudem eine Awareness-Kampagne durch. «Dort kommen grundlegende Themen zur Informationssicherheit zur Sprache», sagt Aschwanden.

Eine Awareness-Schulung ist auch im Kanton Schwyz geplant. «Dabei geht es generell um den sorgsamen Umgang mit Daten», sagt Herbert Reinecke, der Leiter des Amts für Informatik. Die Verhaltensanweisungen für den privaten Gebrauch des Internets seien in den Arbeitsvertrag integriert. Reinecke: «Wir fahren hier einen restriktiven Kurs.»

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