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Reider Schulhaus-Neubau: Infoveranstaltung sorgt für Misstöne

Der 7,82 Millionen-Franken-Kredit für den Schulhausneubau wirft hohe Wellen. Bei der Präsentation des Projekts wurden auch Diskrepanzen im Gemeinderat sichtbar.
Ernesto Piazza
So könnte das neue Schulhaus einst aussehen. Visualisierung: PD

So könnte das neue Schulhaus einst aussehen. Visualisierung: PD

Am 10. Juni stimmt Reiden über den Baukredit von 7,82 Millionen Franken für den Neubau des Schulhauses Reiden Mitte ab. Am Mittwochabend hatte der Gemeinderat daher zu einer Informationsveranstaltung geladen. Vor rund 100 Interessierten stellte Bildungsvorsteher Bruno Geiser (SVP) das Projekt nochmals im Detail vor. Gemeindepräsident Hans Kunz (CVP) oblag die Präsentation des Finanzteils.

Dass Reiden neuen Schulraum benötigt, steht für alle Beteiligten ausser Frage. Und Geiser betonte: «Es gibt keinen Grund, an den heutigen Planungswerten zu zweifeln.» Es sei auch nicht praktikabel, die Klassen bis zum «Geht-nicht-mehr» zu füllen. Damit sprach er die Raumverhältnisse und die Bedingungen an, unter denen Schüler und Lehrpersonen den Unterricht offenbar besuchen respektive gestalten müssen. Diese Unzulänglichkeiten gelte es, zu beseitigen.

Drei Kriterien sind für den Gemeinderat ausschlaggebend, warum die Schule neue Räumlichkeiten benötigt. Zum einen sind es die Provisorien, die – zumindest beim Pavillon I aus dem Jahr 1974 – zu einem Providurium geführt haben. Weiter fehle es der Sekundarstufe an wichtigen Spezialräumen für einen zeitgemässen Schulbetrieb.

Einwohnerkontrolle und Lustat als Basis

Bei der Ermittlung der Schülerzahlen sind für den Gemeinderat die Angaben der Einwohnerkontrolle und die Lustat-Werte von zentraler Bedeutung. Diese Angaben waren für Reiden die Grundlage für einen Neubau mit 13 Klassen- und zwei Fachunterrichtszimmern, sechs Gruppenräumen, sechs IF-Zimmern, einem Zimmer für Textiles Gestalten, einem Lehrerzimmer und einem Singsaal. Während die Raumsituation der Schule in Langnau, Richenthal und dem Reidermoos mit kleinen Abweichungen in Ordnung sei, fehlten die Räume in Reiden, erklärte Geiser. «Bisher wurde diese Situation durch Improvisation, Einschränkungen oder Verzicht überbrückt.» Der mit dem Neubau geschaffene Schulraum decke den heute ausgewiesenen Bedarf der Volksschule für die kommenden zehn Jahre, so die Exekutive.

Beim Projekt führt die Standortfrage immer wieder zu Diskussionen. So ist für die IG Reiden das Pestalozzi-Johanniter-Areal der Ort für «ein optimales Schulzentrum». Dazu Geiser: «Der Planungskredit wurde explizit für Reiden Mitte gesprochen.» Schulleitung und Gemeinderat seien von diesem Standort überzeugt.

Einem Ratskollegen das Mikrofon entzogen

Kunz erwähnte beim Baukredit, dass darin Reserven von rund 200 000 Franken vorhanden seien. Das Mobiliar von knapp einer halben Million Franken werde hingegen über das ordentliche Budget bezahlt. Der Schulhausneubau ist Teil eines anstehenden Investitionspaketes mit Feuerwehrmagazin, Busterminal und Strassen. Die Entschuldung und die Sanierung der Finanzen will man mit separatem Projekt angehen. Aktuell drückt auf Reiden ein Schuldenberg von rund 40 Millionen.

In der Fragerunde befürworteten CVP und FDP und die SVP das Projekt. Zu reden gab unter anderem der von der IG Reiden herangezogene Vergleich des neuen Schulhauses in Dagmersellen mit dem geplanten Bau in Reiden – und damit die Kostenfrage (Ausgabe vom Donnerstag). Während Architekt Luzius Zinsli von «absolut vergleichbaren Objekten» sprach, dementierte dies der Gemeinderat.

Später ergriff Finanzvorsteher Bruno Aecherli (IG Reiden) für eine Kostenfrage das Mikrofon. Er sagte: «Als Leiter des Ressorts darf ich sicher eine Antwort geben.» Er bestätigte unter anderem die Pro-Kopf-Verschuldung von «beinahe 7000 Franken», zu der die geplanten Investitionsprojekte führen würden.

Heftige Voten aus dem Plenum folgten. Die Versammlung drohte zu eskalieren. Letztlich entzog Gemeindepräsident Kunz seinem Ratskollegen sogar das Mikrofon. Gemeinderätin Esther Steinmann (IG Reiden) war übrigens auch anwesend, setzte sich aber ins Publikum. Sie sei über die Präsentation vor der Veranstaltung nicht informiert worden, begründete sie gegenüber unserer Zeitung.

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