Infrastruktur

Die Gemeinde Emmen nimmt ihre Sportanlagen unter die Lupe

Viele Sportanlagen in Emmen sind sanierungsbedürftig, wie eine Bestandesaufnahme aufzeigt. Wie und ob sie erneuert werden, soll eine Sportstättenstrategie aufzeigen.

Beatrice Vogel
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Zuerst die Schule, dann der Sport: Nachdem der Emmer Gemeinderat dieses Jahr bereits einen umfangreichen Masterplan zum Schulraum präsentiert hat, packt er nun die Sportanlagen an. Eine Sportstättenstrategie soll dafür sorgen, dass Emmen eine sportfreundliche Gemeinde bleibt. Dies auch als «Teil des Standortmarketings», wie der Gemeinderat im Bericht und Antrag schreibt. Sprich: Attraktive Sportanlagen können ein Faktor sein, wenn sich Privatpersonen oder Firmen in Emmen ansiedeln wollen.

Der Gemeinderat hat von der Landis AG eine Zustandsanalyse erarbeiten lassen, die unter anderem den Sanierungsbedarf der Sportanlagen aufzeigt. Entstanden ist ein Inventar, das als Grundlage für die Sportstättenstrategie dienen soll. Der Gemeinderat unterbreitet das Papier nun dem Einwohnerrat zur Kenntnisnahme.

Schulsportanlagen in schlechtem Zustand

Die Zustandsanalyse zeigt: Viele Sportanlagen der Gemeinde sind sanierungsbedürftig. Dies auch deshalb, weil in den letzten Jahren aufgrund der angespannten Finanzlage wenig investiert wurde. Die meisten Anlagen bedürfen einer Erneuerung oder Instandsetzung. Die Situation ist vor allem bei den Schulsportanlagen prekär. Für viele Objekte wird ein Ersatz empfohlen, etwa beim Schulhaus Krauer (Hart- und Spielplatz) oder beim Schulhaus Emmen Dorf (Tennis- und Spielplatz, Weitsprunganlage), besonders aber bei fast allen Turnhallen. Doch auch die nicht-schulischen Anlagen müssen erneuert werden. Immerhin: Ein eigentlicher Ersatz ist dort nur bei einzelnen Gebäuden angezeigt, etwa bei der Tribüne des FC Emmen oder bei der Dreifachhalle im Rossmoos.

Die Zuschauertribüne im Stadion Gersag.

Die Zuschauertribüne im Stadion Gersag.

Pius Amrein (Emmenbrücke, 17. Mai 2013)

Gemäss dem Bericht liegt für die nächsten zehn Jahre ein Investitionsbedarf in der Höhe von 19,2 Millionen Franken vor. Ein Klacks, wenn man bedenkt, dass Emmen in den Schulraum gegen 200 Millionen Franken investieren muss. Wohlgemerkt: Die Kosten für die Turnhallen bei Schulhäusern sind bereits im Masterplan Schulinfrastruktur berücksichtigt (rund 34 Millionen Franken). Vorgesehen sind vier Investitionsblöcke über zehn Jahre. Dabei sollen pro Jahr im Schnitt rund zwei Millionen Franken investiert werden.

Grosser Sanierungsbedarf im Rossmoos

Laut dem Grundlagenbericht sollen die Sportareale Rossmoos und Gersag in der Sportstättenstrategie priorisiert werden. Relativ konkret sind im Moment die Massnahmen bis 2023. So ist im Budget 2021 bereits ein Betrag von 150'000 Franken für die Sanierung eines der Gersag-Fussballfelder eingestellt. Auch der Trainingsplatz in der Feldbreite soll nächstes Jahr saniert werden. Darüber hinaus ist für den Grusplatz im Gersag ein neues Kunstrasenfeld angedacht. Im Freibad Mooshüsli müssen einzelne Folien in den Becken ersetzt oder saniert werden, ebenso Eingangsbereich und Garderoben. Vor allem die Gebäude der Rossmoos-Anlage weisen einen grossen Sanierungsbedarf auf, etwa die Bocciahalle oder die grosse Sporthalle.

Wichtig ist: Der vorliegende Bericht zeigt zwar Handlungsmöglichkeiten auf, ist im Prinzip aber ein Inventar und zeigt den Ist-Zustand der Anlagen. Was genau saniert und erneuert und wie viel Geld tatsächlich investiert wird, das wird erst in der Sportstättenstrategie festgelegt. Bis diese vollständig vorliegt, dauert es noch eine Weile: Nimmt der Einwohnerrat die Zustandsanalyse am 15. Dezember zur Kenntnis, wird anschliessend eine Online-Befragung der Sportvereine durchgeführt, um deren Bedürfnisse abzuklären. Bis Ende 2021 soll die Sportstättenstrategie für die Massnahmen erster Priorität vorliegen, bis Ende 2022 jene der zweiten Priorität.

Erst dann werde die Vision der Gemeinde Emmen in Bezug auf den Sport vollständig sein, heisst es im Bericht des Gemeinderats. Dann seien auch Antworten auf folgende Fragen möglich: «Ist Emmen eine sportfreundliche Gemeinde? Und wie wichtig ist Raum für Sport und Bewegung in einer stark wachsenden Gemeinde?»