INFRASTRUKTUR: Neue Halle überzeugt

Die Luga setzt auf die neu gebaute Multi­funktionshalle. Bei der Bus- und Bahnbeförderung steht heute die grosse Bewährungsprobe an.

Simon Bordier
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Die neue Halle 1 ist das Herzstück der Messe Luzern – und der Luga. (Bild Roger Grütter)

Die neue Halle 1 ist das Herzstück der Messe Luzern – und der Luga. (Bild Roger Grütter)

Gestern herrschte ideales Luga-Wetter: Weder schreckten Regen oder kalte Temperaturen die Leute vom Gang nach draussen ab, noch lockte sie die Sonne zu grösseren Wochenendausflügen im Freien. Entsprechend zahlreich strömten die Besucher unter dem bedeckten Himmel aufs Messegelände – insbesondere in die im August 2013 eröffnete Multifunktionshalle.

Einer der Berufsscherer an der Luga: Massimo Fanchini. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
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Janis und Sarina Kühl basteln zusammen mit Louis und Jana Burri (von links) Tierchen aus Zopfteig, am Stand der Zentralschweizer Bäuerinnen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Mit dem Motto «Rüüdig guet! Lozärn» stellt sich der Kanton an der Olma in St. Gallen vor. Eine virtuelle Carreise in einem riesigen Busmodell soll die Vielfalt des Kantons zeigen. (Bild: Visualisierung Kanton Luzern)
Mit dem Raumwandler können alle drei Dimensionen des Raumes
begangen werden, was auch rege genutzt wird. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der riesige begehbare Raum dreht sich langsam um die eigene Achse. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Für Laura (links) und Mara (beide 13) aus Luzern ist die Unterschrift mehr als das Papier wert: Sally Sarr (links) und Jahmir Hyka vom FC Luzern. Insgesamt gaben die beiden Spieler in 90 Minuten 900 Autogramme. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Jahmir Hyka vom FC Luzern posiert am Stand der Neuen LZ an der Luga mit Fans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Heinz Höneisen beim Auftritt mit seinem Border Collie gestern in der Arena. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Täglich findet die Border-Collie-Show in der Arena statt. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
In der Kocharena schwingen Bäuerinnen die Kelle. Kantonsratspräsidentin Irene Keller (mitte) sowie die Bäuerinnen Priska Röthlin (links) und Heidi Schmid. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Kantonsratspräsidentin Irene Keller serviert den 
Besuchern an der Luga selbst gekochte Köstlichkeiten. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Lukas Birchler am Seifenkistenrennen an der Luga 2014. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Dominik Diethelm am Seifenkistenrennen an der Luga 2014. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Colin Bachmann am Seifenkistenrennen (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Jesse Sax am Seifenkistenrennen (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Rahel Häberlin am Seifenkistenrennen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Jan Jaisser am Seifenkistenrennen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Chiara Meyer am Seifenkistenrennen (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Die neue Halle 1 ist das Herzstück der Messe Luzern - und der Luga. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Jenny Burch, Salome Bucher und Basil Burch (v.l.) auf dem «Maxximum» im Luna Park der LUGA. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Gulia Gloggner (7) aus Sempach mit einer Zwergziege des Streichelzoos. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Daniela Senn und Melchior Schoch zeigen St. Galler Spezialitäten. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Am Stand des Gastkantons St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Links Ruedi Lustenberger, Nationalratspräsident, mit Stefan Kölliker, Regierungspräsident aus St. Gallen und Robert Küng, rechts, Regierungspräsident des Kantons Luzern lesen an der LUGA die St. Galler Zeitung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Alicia Aregger (7, links) und ihr Bruder Silvan (5) aus Rothenburg rutschen am Stand des Gastkantons St. Gallen auf der grossen Zeitung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger, Mitte, an der LUGA-Eröffnung vom Freitag. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Musikalische Unterhaltung an der Eröffnung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Der Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger spricht anlässlich der Eröffnung der LUGA. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Robert Küng, Regierungspräsident des Kantons Luzern, verfolgt an der Eröffnungsfeier die Reden. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Robert Küng, Regierungspräsident des Kantons Luzern, während seiner Rede. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Stefan Kölliker, Regierungspräsident des LUGA-Gastkantons St. Gallen, spricht an der Eröffnung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Stefan Kölliker, der Regierungspräsident des Kantons St. Gallen, mit Ruedi Lustenberger, Nationalratspräsident. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Melchior Schoch am Stand des Gastkantons St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Besucher lesen am Stand des Gastkantons St. Gallen in der grossen St. Galler Zeitung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Jenny Burch, Salome Bucher und Basil Burch (v.l.) auf dem «Maxximum» im Luna Park der LUGA. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Der Gastkanton St. Gallen tritt an der Luga mit einer begehbaren Zeitung als Messestand auf (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Die Schule für Gestaltung St.Gallen steuerte das Gestaltungskonzept der dazugehörigen 'St.Galler Zeitung' bei, welche an die Besucher abgegeben wird. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Auf dem Bild ist der "Spiegel der Schweiz" der SRG Deutschschweiz zu sehen. (Bild: Gian Kamlesh)
In diesem Jahr ist der Kanton St. Gallen an der Luga zu Gast. Vertreter der Universität St. Gallen verteilen an der Sonderschau Zeitungen. (Bild: Gian Kamlesh)
Die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern wird in diesem Jahr mit einer Sonderausstellung gewürdigt. Sie feiert ihr 90-Jahr-Jubiläum. (Bild: Gian Kamlesh)
Mit einem Miniatur Vierwaldstättersee laden die Kantone der Zentralschweiz zum Glückfischen ein. Unter dem Motto Gästival werden in diesem Jahr 200 Jahre Gastfreundschaft gefeiert. (Bild: Gian Kamlesh)
Pünktlich um 10 Uhr strömten die ersten Besucher aufs Messegelände. (Bild: Gian Kamlesh)
Die Zentralschweizer Erlebnismesse Luga ist seit Freitag eröffnet. (Bild: Gian Kamlesh)
Erstmals fahren in diesem Jahr keine Extrabusse der VBL auf das Messegelände. Neu müssen die Besucher mit der Zentralbahn, die im Viertelstundentakt vom Bahnhof aus verkehrt, an die Luga fahren. (Bild: Gian Kamlesh)
Die Luga findest erstmals in neuem Erscheinungsbild und in der neuen Messehalle statt. (Bild: Gian Kamlesh)
Wie in jedem Jahr dürfen auch die Tiere auf keinen Fall an der Messe fehlen. (Bild: Gian Kamlesh)
Kleine Lämmer dürfen auch in diesem Jahr zu den beliebtesten Publikumsmagneten gehören. Im Streichelzoo dürfen Kinder die Tiere hautnah erleben. (Bild: Gian Kamlesh)
Im Bauernhof findet wieder eine Tierschau statt. Zwei Ziegen blicken neugierig gegen die Kamera. (Bild: Gian Kamlesh)
Ein Alpaka zeigt vor der Kamera sein Lächeln. (Bild: Gian Kamlesh)
Der Archehof im Aussenbereich der Kleintierschau. (Bild: Gian Kamlesh)
Insgesamt präsentieren 450 Aussteller ihre Produkte. (Bild: Gian Kamlesh)
Im Spiel und Spass Zelt können sich Kinder und Jungebliebene austoben. (Bild: Gian Kamlesh)
Messebesucher können sich selber im Papierfalten versuchen. Der Luzerner Origami-Künstler Sipho Mabona arbeitet an der Messe an einem grossen Origami-Hahn. (Bild: Gian Kamlesh)
Selbstverständlich darf an der Luga der Lunapark nicht fehlen. Der Park ist täglich von 11 bis 24 Uhr geöffnet. (Bild: Gian Kamlesh)
Kinder erfreuen sich an den unterschiedlichsten Bahnen. Hier auf einem Fahrzeugkarussell. (Bild: Gian Kamlesh)
Die Aussicht auf das Messegelände vom Riesenrad aus. (Bild: Gian Kamlesh)
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Besucher lesen am Stand des Gastkantons St. Gallen in der grossen St. Galler Zeitung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Melchior Schoch präsentiert St. Galler Spezialitäten. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Einer der Berufsscherer an der Luga: Massimo Fanchini. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Zusätzliche Ausstellungsfläche

«Die Halle 1 ist dieses Jahr ein Publikumsmagnet der Luga. Aber die Halle allein ist noch kein Garant für steigende Besucherzahlen», erläutert Luzia Roos. Die Messeleiterin sieht die Entwicklung der Luga als kontinuierlichen Prozess, der durch die Halle 1 und die 2009 eröffnete Halle 2 nicht völlig auf den Kopf gestellt werde. «Durch das neue Gebäude hat sich vor allem das Erscheinungsbild der Luga verändert, weniger deren Inhalt», meint Roos. Die zusätzlichen 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche hätten sich nicht auf die Zahl der Aussteller ausgewirkt: «Mit 450 Ständen liegt sie im Schnitt der letzten Jahre. Die zusätzliche Fläche nutzen wir für grosse Sonderschauen, wie den Auftritt des Gastkantons St. Gallen, das Labyrinth der SRG Deutschschweiz oder die Gastregion Mustair.» Mindestens so wichtig ist für Roos der weitläufige Platz vor den Hallen, der nach Abbruch der früheren Luga-Halle entstanden ist: «Wenn die Leute vom neuen S-Bahnhof oder von der Bushaltestelle her den Platz betreten, vermittelt er ihnen sogleich das neue Erscheinungsbild der Messe. Er ist aber auch das Bindeglied zwischen den Hallen auf der einen und dem Freigelände auf der anderen Strassenseite.»

Roos sieht neben der zusätzlichen Fläche andere Vorteile der neuen Hallen: «Die hervorragende Infrastruktur vereinfacht den Standbau und die elektrischen Installationen. Die Aussteller können viel einfacher als früher mit Wasser, Strom und Internet versorgt werden. Zudem sorgt die Akustik der Hallen für eine angenehme Atmosphäre.» Die Messeleiterin mag sich dabei nicht auf künftige Besucherzahlen festlegen. Sie würden sich wohl wie bereits in den vergangenen Jahren um die 110 000 bewegen.

Bewährungsprobe steht bevor

Neue Wege geht die Luga auch bezüglich des öffentlichen Verkehrs. Anders als in den Vorjahren, verkehren keine Extrabusse zwischen dem Bahnhof Luzern und der Messe. Man setzt auf die regulären S-Bahn-Linien 4 und 5, die im Viertelstundentakt fahren, sowie die bestehende Buslinie 20. Am Samstag stellten die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) auf dieser Linie eine «hohe Frequenz» fest. «Wir mussten aber keine Zusatzfahrzeuge zur Entlastung einsetzen», sagte Christian Bertschi von den VBL auf Anfrage.

Auch Luga-Sprecher Albert Schwarzenbach war zufrieden: «Heute hat alles reibungslos funktioniert. Die Zusammenarbeit mit den VBL und der Zentralbahn hat sich bewährt.» Er räumt aber ein, dass der erste Sonntag der Messe entscheidend sei. «Die grosse Be­währungsprobe steht uns also heute bevor.»

Resümierend meint die Messeleiterin, die Bauten der letzten Jahre bedeuteten für den Messeplatz Luzern einen «Quantensprung»: «Wir sind gesamtschweizerisch konkurrenzfähig geworden und dürfen jetzt in einer anderen Liga spielen.» Schon früher sei der Messeplatz Luzern dank dem Pilatus und den grünen Flächen einzigartig gewesen. Jetzt kämen noch die neuen Hallen dazu. Und bezüglich des Verkehrs hätten ihr gar die St. Galler zugestanden: «So rasch wie die Luzerner mit der neuen S-Bahn an die Luga kommen wir nicht an die Olma.»

«Die Kuh hat ihren Dienst geleistet»

Die Luga hat ein neues Logo. Seit der diesjährigen Messe steht ein stolzer Origami-Hahn über dem bekannten Schriftzug. Er löst die Kuh ab, die über zehn Jahre das Logo der Messe geprägt hat.

Luzia Roos, warum musste die Kuh ihren Platz räumen?

Luzia Roos: Die Kuh hat ihren Dienst geleistet. Im Zusammenhang mit dem neuen Messeplatz wollten wir auch das optische Erscheinungsbild anpassen. Das Logo – der Luga-Schriftzug – ist allerdings gleich geblieben. Wir haben die Visualisierung erneuert.

Aber was hat der Hahn mit Luzern zu tun?

Roos: Viel. Der Hahn kommt im modernen Origami-Stil daher. Origami ist zurzeit ein Trend in der Werbewelt. Der Hahn symbolisiert eine frische Figur, die das Urbane und das Ländliche verbindet. Im Hintergrund sind der Pilatus und die grüne Luga-Wiese zu sehen.

Gab es Alternativen?

Roos: Wir haben vor einem Jahr den Wettbewerb in der Zentralschweiz öffentlich ausgeschrieben. Aus insgesamt 40 Bewerbungen haben wir fünf ausgewählt, die dann ein Logo entwarfen. Dieses hat gewonnen.

War die Kuh bei einem der fünf Logos noch dabei?

Roos: Alle fünf Logos waren sehr unterschiedlich. Und ja, bei einem war die Kuh noch dabei.