INNENSTADT: Freie Fahrt für Velos

Auf der Bruch- und der Taubenhausstrasse haben Velofahrer ab Juli generell Vortritt – ein nationaler Pilotversuch machts möglich.

Sandra Monika Ziegler
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Die Kreuzung Bruchstrasse/Pilatusstrasse. Hier haben Velofahrer auf der Bruchstrasse ab Juli Vortritt. (Bild Manuela Jans-Koch)

Die Kreuzung Bruchstrasse/Pilatusstrasse. Hier haben Velofahrer auf der Bruchstrasse ab Juli Vortritt. (Bild Manuela Jans-Koch)

Sandra Monika Ziegler

«Beim Pilotversuch geht es darum zu testen, ob das Konzept Fahrradstrasse wirkt und wie sich die Verkehrsteilnehmenden verhalten», erklärt Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) das Projekt auf Anfrage unserer Zeitung. Für die Versuchsphase bis Herbst 2017 werden in der Stadt Luzern die Taubenhausstrasse und die Bruchstrasse zu einer Fahrradstrasse. «Die Taubenhausstrasse deshalb, weil sie bereits heute als Fahrradstrasse wahrgenommen und als bedeutende Veloachse getrennt von der Hauptachse für Autoverkehr und ÖV auf der Obergrundstrasse genutzt wird», führt Adrian Borgula aus. Ein Vorteil sei es, dass dort bereits ein Fahrverbot für den Individualverkehr gilt. Gestattet sind lediglich Zubringerdienste. «Damit wurde dem Schleichverkehr ein Riegel vorgeschoben und die Verkehrssituation beruhigt», sagt Borgula.

Zwei Vortrittsregeln geändert

Ebenfalls Beruhigungsmassnahmen wurden für die Bruchstrasse ergriffen. So wurde dort vor zwei Jahren in Richtung Norden der Abschnitt zwischen der Kloster- und der Kasimir-Pfyffer-Strasse zur Einbahnstrasse für den motorisierten Verkehr. Velos dürfen in beide Richtungen fahren. Die bereits realisierten Massnahmen gaben für die Umnutzung der Quartierstrassen zur Velostrasse den Ausschlag. Zudem eignen sich Quartier­strassen und Strassen mit Tempo 30 dafür.

Auf einer Fahrradstrasse haben Velofahrer gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern immer Vortritt. Sie dürfen auch nebeneinander fahren. Damit dies nahtlos von A bis Z funktioniert, werden auf der Bruchstrasse zwei Vortrittsregeln geändert. Bisher hatten diejenigen, die auf der oberen Pilatusstrasse die Bruchstrasse kreuzten, Vortritt. Damit ist Schluss. Wer bereits auf der Bruchstrasse unterwegs ist, hat Vortritt. Das Gleiche gilt bei der Kreuzung Bruchstrasse–Klosterstrasse. Auch hier haben die Velofahrer auf der Bruchstrasse Vortritt und nicht die Verkehrsteilnehmer (inklusive Velofahrer) auf der Klosterstrasse. Borgula: ««So entsteht eine attraktive, sicherere Veloachse parallel zu Obergrundstrasse und Hirschengraben.» Die Velo­strassen werden zudem mit 2 Meter grossen Velosigneten gekennzeichnet.

Sechs Städte machen beim Pilot mit

Für den eidgenössischen Pilotversuch, an dem nebst Luzern die Städte St. Gallen, Bern, Basel, Zürich und La Chaux-de-Fonds teilnehmen, wurden Ausnahmebewilligungen erteilt. Der Versuch startet im Juli und endet im September 2017.