INNOVAGE: Ex-Chefs helfen Gefangenen auf den Weg

Sie besuchen Straftäter und helfen ihnen, den richtigen Weg zu finden: Pensionierte Kaderleute setzen ihre Zeit und ihr Wissen für die Allgemeinheit ein.

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Heinz Steger vor dem Gefängnis Grosshof in Kriens. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Heinz Steger vor dem Gefängnis Grosshof in Kriens. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Er war sieben Jahre lang ehrenamtlicher Ressortchef der Schweizer Biathleten und dann Turnlehrer mit Herzblut und Führungsqualitäten: der Krienser Heinz Steger (69). Auch jetzt, nach seiner Pension, mag er nicht stillsitzen. Er ist einer von 14 Zentralschweizern, die beim Projekt Innovage mitmachen, das pensionierte Kaderleute in die Freiwilligenarbeit einbinden soll.

Gerade hat er zusammen mit Emanuel Hafner, einem ETH-Ingenieur aus Weggis, sein neustes Projekt abgeschlossen. Die Idee: Freiwillige sollen Strafgefangene während des Gefängnisaufenthalts und der Bewährungszeit regelmässig besuchen und so die soziale Reintegration besser ermöglichen: zum Beispiel bei der Wohnungssuche, der Arbeitssuche oder mit Übersetzungen. Und das in allen Luzerner Strafvollzugsanstalten.

«Kontakte und Know-how einsetzen»
Nicht jeder kann als Freiwilliger mitmachen. Die Leute werden ausgewählt und in einer Schulung von der Caritas vorbereitet. Ähnliche Konzepte für die Begleitung von Strafgefangenen gibt es bereits, etwa in Bern, Basel oder Solothurn. Jetzt wird das Konzept vom Kanton Luzern geprüft und wenn alles gut geht, Anfang 2010 mit einem Dutzend Freiwilligen umgesetzt. Steger könnte sich vorstellen, selbst einen Gefangenen zu begleiten.

Schweizweit gibt es inzwischen 82 Leute aus der Deutsch- und der Westschweiz in sechs verschiedenen Sektionen, die bei Innovage mitmachen. «Diese Leute haben meist exzellente Kontakte und viel Know-how», sagt Colette Peter von der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. «Es wäre ja schade, wenn sie ihr Wissen jetzt einfach nicht mehr einsetzen könnten.»

Ein neuntägiges Seminar und die Hilfe kann beginnen
In einem neuntägigen Seminar werden die Senioren auf ihre Tätigkeit vorbereitet: Sie sollen sich mit den Eigenheiten des Freiwilligenbereichs vertraut machen – weil er eben anders funktioniert als die Berufswelt. Zum Beispiel ohne ein festes Budget. Das Geld für ihre Projekte müssen sich die Senioren denn auch selbst beschaffen.

Dann sind die Innovage-Leute frei, was für ein Projekt sie anpacken möchten: Ob ein Mittagstreff für ältere Leute wie in Seedorf oder ein Internet-Corner im Altersheim von Zürich – möglich ist, was die Senioren möglich machen.

Luzia Mattmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.