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INTEGRATION: Flüchtlinge in Luzern sollen mehr arbeiten

Nur jeder dritte Flüchtling im Kanton Luzern ist erwerbstätig. Das will die Stadt Luzern nun ändern – und stellt dafür 1,5 Millionen Franken zur Verfügung.
Die Zahl der arbeitstätigen Flüchtlinge in der Schweiz ist tief. Im Bild: Flüchtlinge kümmern sich auf dem Friedhof Bois-de-Vaux in Lausanne um die Grabpflege. (Bild: Keystone)

Die Zahl der arbeitstätigen Flüchtlinge in der Schweiz ist tief. Im Bild: Flüchtlinge kümmern sich auf dem Friedhof Bois-de-Vaux in Lausanne um die Grabpflege. (Bild: Keystone)

Ein wahrer Geldsegen prasselte 2016 auf die Stadt Luzern: 37,5 Millionen Überschuss wies die Jahresrechnung aus. Den unerwarteten Gewinn will die Stadt in diverse Spezialprojekte stecken. Eines davon ist die Arbeits-Integration von Flüchtlingen. Das Stadtparlament bewilligte am Donnerstag im Grossen Stadtrat einen Kredit von 1,5 Millionen Franken. Damit sollen folgende Massnahmen finanziert werden:

- Arbeitseinsätze: Bis zu 70 Plätze für Arbeitseinsätze im Bereich Logistik, Verkauf oder Handwerk sollen geschaffen werden. Dies fördert die soziale und sprachliche Integration der Flüchtlinge - was ihre Chancen auf eine spätere Anstellung erhöht.
- Lehrstellen: Die Stadtverwaltung schafft 1-2 Lehrstellen für Flüchtlinge
- Begleitung: 70 Flüchtlinge, die bereits eine Stelle haben, werden von der Stadt begleitet mit dem Ziel, dass sie ihre Arbeit auch behalten können.

Sozialdirektor Martin Merki (FDP) betonte am Donnerstag im Grossen Stadtrat, dass man auch einen kantonalen Auftrag habe, die Erwerbsquote von Flüchtlingen zu erhöhen. Heute hat bloss jeder dritte Flüchtling im Kanton Luzern eine Arbeit. «Wir leben in einer Arbeits-Gesellschaft, in der wir uns stark über die Arbeit definieren. Es kann nicht sein, dass junge Menschen jahrelang keine Möglichkeit haben, einer Arbeit nachzugehen», sagte Merki.

Für die meisten Parlamentarier war auch klar, dass mehr arbeitende Flüchtlinge auch weniger Sozialkosten bedeuten. Agnes Keller (CVP) wies zwar darauf hin, dass Arbeitsintegration eigentlich eine Aufgabe des Kantons wäre. «Doch je weniger der Kanton dort investiert, desto mehr müssen die Gemeinden nachher die Suppe auslöffeln.» Deshalb sei es auch im Interesse der Stadt, mit solchen Massnahmen die Sozialkosten zu senken. Genau deshalb war die SVP als einzige Partei gegen den 1,5-Millionen-Kredit. «Es gibt wohl keine andere Gemeinde im Kanton, die freiwillig den Kantonshaushalt mit solchen Projekten entlastet», sagte Jörg Krähenbühl (SVP).

Robert Knobel

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