INTEGRATIONSPOLITIK: Stadt Luzern will Internationalität vermehrt nutzen

Die Luzerner Stadtregierung will bei der Integrationspolitik die Chancen der Internationalität ins Zentrum rücken. Sie sieht in der Mehrsprachigkeit vieler Stadtbewohner Potenzial.

Drucken
Teilen
Einheimische und Touristen geniessen das sonnige Herbstwetter an der Reuss. (Bild: Keystone)

Einheimische und Touristen geniessen das sonnige Herbstwetter an der Reuss. (Bild: Keystone)

Zugewanderte und deren Kinder hätten viele Ressourcen, die es zu erkennen und nutzen gelte, heisst es im jüngsten Bericht zur Integrationspolitik der Stadt Luzern. 17 Prozent der über 15-jährigen Luzernerinnen und Luzerner gaben bei einer Erhebung des Bundes 2012 an, zwei oder mehr Hauptsprachen zu sprechen.

Die mehrsprachigen Ausländer würden täglich Vermittlungstätigkeiten in der Familie, am Arbeitsplatz, im Wohnumfeld oder in Vereinen leisten, hält der Stadtrat fest. Institutionen und Vereine könnten dies vermehrt nutzen. Dies wiederum würde auch die Integration der Beteiligten stärken.

Der Stadtrat formulierte dazu im Bericht eine entsprechende neue Vision für seine Integrationspolitik. Diese lautet: „Luzern nutzt Internationalität als Chance und pflegt ein respektvolles Zusammenleben in der Vielfalt.“

Der Stadtrat zieht im Bericht eine positive Bilanz zu seiner Integrationspolitik. Die 13-jährige Aufbauarbeit der Integrationsförderung habe sich bewährt. Es sei gelungen, eine kohärente Integrationsförderung zu verankern. Mit bescheidenen Mitteln und grossem Engagement einer zunehmenden Zahl von Personen der Zivilgesellschaft sei ein gut aufeinander abgestimmtes Angebot entstanden.

Ausländeranteil von 24 Prozent

Neben allen Abteilungen der Stadtverwaltung und der Fachstelle Integration mit 180 Stellenprozenten stehen dem Stadtrat für die Integrationspolitik ein Förderungskredit von 145'000 Franken zur Verfügung. Seit 2014 verantwortet die Stadt zudem dank einer Leistungsvereinbarung mit dem Kanton zusätzliche Gelder von knapp 133'000 Franken. Die Fachstelle Integration erhalte damit eine grössere Steuerungsrolle auf dem Stadtgebiet, schreibt der Stadtrat.

In der Stadt Luzern lebten Ende 2013 rund 19'300 ausländische Personen mit ständigem Wohnsitz. Sie machten knapp 24 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Die grösste Gruppe unter den Ausländern waren Deutsche (20,4 Prozent). Es folgten Italiener mit 11,4 Prozent, Portugiesen mit 8,8 Prozent und Serben mit 7,3 Prozent.

Die meisten Ausländer waren Niedergelassene oder Jahresaufenthalter. Eine Mehrheit war gemäss Stadtregierung im Arbeitsmarkt integriert. Asylsuchende oder vorläufig Aufgenommene machten 3 Prozent aus. Jährlich wurden in den letzten Jahren im Schnitt 380 Ausländer in Luzern eingebürgert.

Die Ausländer sind unregelmässig auf die Stadt verteilt. In den Quartieren Udelboden und Basel-/Bernstrasse liegt er über 50 Prozent. In den Gebieten Oberseeburg/Rebstock, Wesemlin/Dreilinden, Bramberg/St.Karli, Ober-/Untergütsch, Sternmatt/Hochrüti, Langensand/Matthof und Littauerberg liegt er unter 15 Prozent. (sda)