Internationale Katastrophenübung in Kriens

Ein schweres Erdbeben im Grossraum Basel mit tausenden von Toten und Verletzten sowie verheerende Schäden an Wohngebäuden und Industrie: So lautet die Ausgangslage der einwöchigen internationalen Katastrophenübung, die der Bund seit Montag in Kriens probt.

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Auch die Hunde der Schweizer Such-Truppe kommen in Kriens zum Einsatz. (Bild: Keystone)

Auch die Hunde der Schweizer Such-Truppe kommen in Kriens zum Einsatz. (Bild: Keystone)

An dieser Übung nehmen Vier- bis Sieben-Personen-Teams aus Deutschland, Jordanien, den USA, Kolumbien, Österreich, Tschechien, Grossbritannien, China, Indien und der Schweiz sowie ein internationales UNO-Team teil, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Die Teams trainieren mit der aus internationalen Spezialisten bestehenden Übungsleitung Such- und Rettungsmethoden, den Austausch mit der lokalen Bevölkerung sowie mit den kantonalen und nationalen Behörden. Geübt werden auch die bei einem internationalen Grosseinsatz notwendigen Managementprozesse von der Alarmierung bis zur Demobilisierung.

Der grösste Teil der Übung wird virtuell durchgeführt. Der operative Teil findet unter anderem am Flughafen Zürich statt. Dort werden der Empfang, die Registrierung, die Koordination von ankommenden internationalen Teams sowie die Zuweisung in den Einsatzort geprobt.

Lagebesprechung am Relief. (Bild: Keystone)
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Der Schweizer Ivo Cathomen wartet mit seinem Hund Uma de Daval auf den Einsatz. (Bild: Keystone)
An dieser Übung nehmen Vier- bis Sieben-Personen-Teams aus Deutschland, Jordanien, den USA, Kolumbien, Österreich, Tschechien, Grossbritannien, China, Indien und der Schweiz sowie ein internationales UNO-Team teil. (Bild: Keystone)
Ein Hundeteam aus der Schweiz, gefilmt mit iPad, beim Übungseinsatz. (Bild: Keystone)
Simon Hürlimann (links) übersetzt das Übungsszenarium. (Bild: Keystone)
Ein Mitglied des indischen Teams protokolliert die Ereignisse. (Bild: Keystone)
Lagebesprechung der Vereinigten Nationen. (Bild: Keystone)
Mitglieder des Schweizer Teams. (Bild: Keystone)
In zwei Krienser Quartieren wird die Aufnahme von humanitären Bedürfnissen sowie die Gebäudestabilität nach Erdbeben trainiert. (Bild: Keystone)
Das jordanische Team hört aufmerksam zu. (Bild: Keystone)
Der grösste Teil der Übung wird virtuell durchgeführt. (Bild: Keystone)
Das tschechische Team bei der Arbeit. (Bild: Keystone)
Die Teams trainieren Such- und Rettungsmethoden, den Austausch mit der lokalen Bevölkerung sowie mit den kantonalen und nationalen Behörden. (Bild: Keystone)
Auch ein kolumbianisches Team ist im Einsatz. (Bild: Keystone)
Patrick Rohaley (links) aus Amerika bespricht sich mit einem Teammitglied. (Bild: Keystone)
Suchhunde kommen zum Einsatz. (Bild: Keystone)
Zwei Chinesen anlässlich der Katastrophenübung. (Bild: Keystone)
Üblicher Büroalltag während der Übung. (Bild: Keystone)
Auch Militärvelos stehen einsatzbereit. (Bild: Keystone)

Lagebesprechung am Relief. (Bild: Keystone)

Provisorische Trümmerpiste

In der Generalstabsschule des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in Kriens findet zudem eine Simulation von Suchaktionen auf einer provisorischen Trümmerpiste mit Rettungshunden statt. Und in zwei Quartieren wird die Aufnahme von humanitären Bedürfnissen sowie die Gebäudestabilität nach Erdbeben trainiert.

Die Übung Simulation Exercise (SimEX) wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und dem VBS durchgeführt. Damit trage die Schweiz den Richtlinien der United Nations International Search und Rescue Advisory Group (UN INSARAG) Rechnung, schreibt das EDA weiter. Diese Richtlinien verlangen, dass sich international einsetzbare Rettungsteams regelmässig Trainings zu unterziehen haben, um den hohen Anforderungen in Einsätzen bei Erdbeben und anderen Grosskatastrophen gerecht zu werden.

Die UNO plant im Schnitt einmal pro Jahr mit Gastgeberländern eine solche Übung. Der Einsatz in Kriens ist laut EDA-Sprecher Stefan von Below weltweit der erste in dieser Form. Für die Übung wurden 300'000 Franken budgetiert, die zu Lasten der humanitären Hilfe des Bundes gehen.

sda