INTERNET: Schötz auf Google – Kantonspolizei ermittelt

400 Fotos aus Schötz, dazu diffamierende Bemerkungen, alles öffentlich im Internet – nun klagen die Betroffenen.

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Nun wieder ohne schlimme Kommentare: Schötz aus der Luft. (Bild Google Earth)

Nun wieder ohne schlimme Kommentare: Schötz aus der Luft. (Bild Google Earth)

«Wir haben Anzeige gegen unbekannt erstattet, wegen der Verletzung von Datenschutzbestimmungen», sagt Ruth Iseli-Buob, die Gemeindepräsidentin von Schötz. «Auch einzelne Dorfbewohner haben Strafanzeigen eingereicht.» Deren Eingang sei zwar noch nicht bestätigt worden, sagte gestern Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Strafuntersuchungsbehörden, «aber wir haben Kenntnis davon, dass auch Private Klage einreichen wollen».

Antirassismusstrafnorm verletzt?
Unabhängig davon hat die Luzerner Kantonspolizei bereits Ermittlungen gegen unbekannt aufgenommen, von Amtes wegen: Es besteht der Verdacht, dass ein Internetakteur die Antirassismusstrafnorm verletzt hat, als er die Google-Luftbildansicht der Gemeinde Schötz mit 400 Fotos einzelner Gebäude und Strassenabschnitte verlinkte und dazu Kommentare stellte wie: «Haus mit dunkelhäutiger Familie», «Jugohaus Schötz», «Verwuchertes Einfamilienhaus, wegen Erbstreit so verlottert».

Das Resultat war weltweit öffentlich und gratis einsehbar auf der Website www.panoramio.com. Vor knapp zwei Wochen machte der «Willisauer Bote» die Sache publik. Inzwischen hat der Betreiber der Website, Google Earth, die beanstandeten Bilder und die diffamierenden Inhalte vom Netz genommen, auf Antrag der Schötzer Gemeindebehörden und der Luzerner Kantonspolizei.

Andreas Töns

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.