INTERNET: Schötz ist auf «Google Earth» wieder sauber

Der «Fall Schötz» hat im vergangenen Juli landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die verletztenden Kommentare sind mittlerweile im Internet gelöscht. Doch das Szenario könnte sich durchaus wiederholen.

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Nun wieder ohne schlimme Kommentare: Schötz aus der Luft. (Bild Google Earth)

Nun wieder ohne schlimme Kommentare: Schötz aus der Luft. (Bild Google Earth)

Auf dem Internet-Kartenprogramm «Google Earth» ist es möglich, anonym Orte mit Fotos und Kommentaren zu verknüpfen. Das hat ein sich «Halihalo» nennender User zu Nutze gemacht, um das Dorf Schötz mit rund 400 lästernden Einträgen zu versehen und so den Dorfklatsch weltweit öffentlich zu machen.

Dies wurde im Juli publik und hat eine lebhafte Debatte über den Schutz der Privatsphäre und über die Gefahren des Internets ausgelöst. Schötz hat daraufhin Strafanzeige eingereicht (siehe Artikelverweis).

«Nichts mehr gehört»
Google hat die Bilder mit den verletzenden Kommentaren inzwischen vom Netz entfernt. Nur: Gefunden wurde «Halihalo» bis jetzt noch nicht. «Wir haben nichts mehr zum Fall gehört», wird Gemeindepräsidentin Ruth Iseli-Buob im «Blick» vom Mittwoch zitiert. Sie werde das aber in der nächsten Gemeinderatssitzung thematisieren. Die Kantonspolizei Luzern hält man sich bedeckt: Der zuständige Sachbearbeiter sei «in den Ferien», wie «Blick» meldet.

Und: Es existieren auch noch andere Seiten mit ähnlicher Funktion. Wie etwa «Rotten Neighbor», bei der es darum geht, seine Nachbarn zu bewerten respektive vor übler Nachbarschaft zu warnen (siehe zweiter Artikelverweis). Neuerdings gibt es dort auch eine Fotofunktion. Auf der amerikanischen Site, die sich auch hierzulande einer gewissen Beliebtheit erfreut, ist es sogar möglich, gepostete Sexualstraftäter anzeigen zu lassen. Schötz ist hier – im Gegensatz etwa zu städtischen Gebieten wie Luzern oder Zug – noch «sauber». Wie lange noch, bleibt offen.

scd