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INTERNET: Start-up mischt den Kunstmarkt auf

Nimmt der Wert eines Kunstobjekts zu, soll auch der Erschaffer davon profitieren. Dieses Ziel verfolgt die junge Firma Artiazza, die in Luzern gegründet wurde. Doch nicht alle Künstler stehen hinter dem Projekt.
Die ehemaligen Studentinnen der Hochschule Luzern – Wirtschaft, Alexandra Scherrer (links) und Franziska Luginbühl, wollen mit ihrem Start-up-Unternehmen Artiazza den Kunstmarkt revolutionieren. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 6. Oktober 2017))

Die ehemaligen Studentinnen der Hochschule Luzern – Wirtschaft, Alexandra Scherrer (links) und Franziska Luginbühl, wollen mit ihrem Start-up-Unternehmen Artiazza den Kunstmarkt revolutionieren. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 6. Oktober 2017))

Elitär, unerschwinglich oder verstaubt – die Kunstbranche hat nicht gerade den besten Ruf. Diese Klischees möchte das Start-up-Unternehmen Artiazza aus dem Weg schaffen. Seit Februar mischt die Onlineplattform den Kunstmarkt auf. Schweizweit einzigartig ist die Umsetzung des sogenannten Folgerechts. In der Regel profitieren die Künstler nicht von einer Wertsteigerung ihrer Werke. Auf Artiazza hingegen geht der Urheber bei einem Weiterverkauf nicht leer aus, sondern erhält 5 Prozent des Erlöses. Genauso wie die Künstler sollen auch die Käufer profitieren.

Damit sich die breite Masse ein Kunstwerk leisten kann, sind die angebotenen Bilder im unteren Preissegment angesiedelt. Auch der Ausstellungsort durchbricht gängige Konventionen. Statt in eine Galerie zu gehen, kann der potenzielle Käufer die Kunstwerke auf www.artiazza.com begutachten. Kommentare, Likes und Blogeinträge zieren die interaktive Homepage und laden zum Durchscrollen ein. Wenn ein Kunstwerk gefällt, genügt ein Klick und das Objekt der Begierde landet direkt im virtuellen Warenkorb.

Die Gründerinnen von Artiazza sind Alexandra Scherrer, Franziska Luginbühl und Martina Bühler. Vor vier Jahren haben sie, damals noch Master-Studentinnen der Hochschule Luzern – Wirtschaft, im Rahmen eines Projektes ein Online-Business-Modell entwickelt. Die Idee war schnell gefunden: «Eine Studienkollegin erzählte uns, wie gerne sie male. Doch sie wusste nicht, wo sie ihre Kunst absetzen kann. Wir hingegen vermissten erschwingliche, aber dennoch einzigartige Kunst», erzählt Franziska Luginbühl. Die ambitionierten Studentinnen entwickelten aus diesen Überlegungen ein Projekt, welches in Artiazza fruchtete. «Die Künstler sind talentiert, haben aber oft wenig Ahnung vom Online-Verkauf. Diesen Part nehmen wir ihnen mit Artiazza ab», erklärt Alexandra Scherrer.

600 Kunstobjekte werden angeboten

Die Geschäftsidee hat es in sich – insbesondere die Umsetzung des Folgerechts verlangt nach einer ausgeklügelten Homepage. Schliesslich muss der Künstler bei einem Weiterverkauf identifiziert werden können. Das Programmieren der Website ist Armin Herbsthofers Part. Über ein Internetinserat hat das Frauentrio den 24-jährigen ETH-Absolventen in Physik gefunden und an Bord ihres Unternehmens geholt. «Mit Armin landeten wir einen Glückstreffer», meint Luginbühl.

Für ihre Firma geben die Gründerinnen alles. Um das Projekt finanzieren zu können, gehen sie einer Nebenbeschäftigung nach. Das Konzept ist zwar auf grosse Resonanz gestossen, doch der Verkauf holpert noch. Über ein halbes Jahr ist die Plattform nun online, bis jetzt wechselten 45 Kunstobjekte den Besitzer, 600 werden angeboten. Alexandra Scherrer will diese Auswahl vergrössern. Bei Kunst müsse es einen Wow-Effekt geben, meint sie und fügt hinzu: «Je grösser unsere Auswahl, desto mehr Käufer können sich in ein Kunstwerk verlieben.»

Vor der Gründung kaum Bezug zur Kunst

Es ist erstaunlich, mit wie viel Herzblut die Vier bei der Sache sind, insbesondere wenn man bedenkt, dass im Vorfeld niemand von ihnen einen besonderen Bezug zur Kunst hatte. Das habe auch seine Vorteile, ist Franziska Luginbühl überzeugt: «Als Laien haben wir einen andern Blick auf Kunst, was für den Verkauf förderlich ist.» Sie verweist aber auch auf Schwierigkeiten. Es sei nicht immer ganz einfach, die Vorstellungen der Künstler zu verstehen und umzusetzen. Glücklicherweise würden sie von vielen Künstlern gut unterstützt, meint die 28-Jährige. Mitinhaberin Alexandra Scherrer ergänzt, es gäbe auch Künstler, die ihre Vision und somit die Demokratisierung des Kunstmarktes ablehnten. «Doch diese Kritik zeigt uns, dass wir mit Artiazza etwas bewegen.»

Ines Häfliger

stadt@luzernerzeitung.ch

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