Quaggamuschel
Informationskampagne und Waschanlagen sollen fremde Muschel fernhalten

Die invasive Quaggamuschel ist schweizweit auf dem Vormarsch. Damit sie nicht in Luzerner Gewässer eingeschleppt wird, prüft der Kanton Luzern unterschiedliche Massnahmen und informiert mit Plakaten. Eine neue gesetzliche Grundlage sei aber nicht nötig.

Salome Erni
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Explosionsartige Vermehrung, Verdrängung einheimischer Arten und verstopfte Leitungen ‒ die Rede ist von der Quaggamuschel, einer invasiven, also gebietsfremden und sich stark vermehrenden Art. Im Jahr 2016 wurde die ursprünglich aus dem Schwarzen Meer stammende Muschel das erste Mal in der Schweiz nachgewiesen. Anders als etwa beim Boden-, Genfer- und Bielersee blieb der Kanton Luzern bis heute von der Bedrohung verschont.

Die Quaggamuschel wird meist zwischen zwei und drei Zentimeter gross.

Die Quaggamuschel wird meist zwischen zwei und drei Zentimeter gross.

Bild: Andrea Stalder (Kesswil, 20. Juli 2020)

SVP-Kantonsrätin Sandra Meyer-Huwyler aus Hitzkirch will, dass dies so bleibt und fordert in einer Motion eine Informationskampagne und eine gesetzliche Grundlage für griffige Massnahmen gegen die Einschleppung der invasiven Art. Die Muscheln wachsen nämlich nicht nur am Seegrund und können dort regelrechte Muschelbänke bilden, sondern gedeihen auch auf künstlichen Oberflächen wie Bootsrümpfen. So wird eine Verschleppung über Wassersportgeräte von einem Gewässer ins nächste befürchtet.

Massnahmen für die Bekämpfung geprüft

Der Regierungsrat schreibt in seiner Stellungnahme, dass die gültige, eidgenössische Verordnung für den Umgang mit gebietsfremden Organismen ausreiche. Eine kantonale gesetzliche Grundlage für die Bekämpfung der Quaggamuschel sei deshalb nicht nötig.

Massnahmen gegen die Einschleppung der Quaggamuscheln traten bereits in Kraft. So wurde im Februar eine Informationskampagne an Bootsbesitzer realisiert. Zudem, schreibt der Kanton weiter, werde mit Plakaten, Medienmitteilungen und einer Website auf das Problem aufmerksam gemacht. Er empfiehlt, sämtliche Boote sowie Sport- und Fischereigeräte vor jedem Gewässerwechsel zu kontrollieren, zu reinigen und zu trocknen.

Ausschnitt aus einem Plakat der Informationskampagne zur Bekämpfung der Quaggamuschel.

Ausschnitt aus einem Plakat der Informationskampagne zur Bekämpfung der Quaggamuschel.

Bild: PD

Besiedlung wird nicht verhindert werden können

Weiter prüft der Kanton Luzern, wo Reinigungsstationen für Boote eingerichtet werden können, wo sich bereits solche Stationen befinden (namentlich Autowaschanlagen) und ob eine Reinigungspflicht eingeführt werden soll. Dies geschieht beim Hallwiler- und Baldeggersee in Kooperation mit dem Kanton Aargau.

Trotz der ergriffenen Massnahmen ist der Kanton Luzern wenig zuversichtlich: «Die Erfahrungen mit anderen Organismen wie der Zebramuschel zeigen jedoch, dass es langfristig kaum möglich sein wird, die Besiedlung der Luzerner Seen mit der Quaggamuschel zu verhindern.»