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INVESTOR: Gao bringt mehr Chinesen

Für den chinesischen Grossinvestor Gao Yunfeng ist die Investition ins Luzerner Hotel Palace nicht nur ein Hobby. Er schielt auf eine kaufkräftige Klientel: seine Landsleute.
Der chinesische Investor Yunfeng Gao (49). (Bild: Corinne Glanzmann)

Der chinesische Investor Yunfeng Gao (49). (Bild: Corinne Glanzmann)

Für Gao Yunfeng geht ein Traum in Erfüllung. Der Self­made-Millionär aus der chine­sischen High-tech-Stadt Shen­zhen war schon seit einiger Zeit ein grosser Fan von Schweizer Produkten wie Taschenmessern, Luxusuhren oder Schokolade. Und damit dürfte er sich auf seinen vielen Schweizreisen reichlich eingedeckt haben. Nun hat er es auf ein weiteres Segment in der Schweiz abgesehen: Luxushotels.

Bereits 2012 hatte er mit seiner First Swill Hotel Collection AG das Hotel Frutt Lodge auf dem Hochplateau Melchsee-Frutt gekauft, wenig später das Hotel Europäischer Hof in Engelberg. Im vergangenen Jahr erwarb er schliesslich für wahrscheinlich rund 50 Millionen Franken das einst prächtige, inzwischen aber in die Jahre gekommene Hotel Palace in Luzern. Sowohl in den «Europäischen Hof» in Engelberg als auch in das Hotel Palace in Luzern will er jeweils rund 100 Millionen Franken zur Renovierung stecken. Für alle drei Hotels zusammen soll Gao chinesischen Medienberichten zufolge umgerechnet rund 300 Millionen Franken investieren. Gerüchten, denen zufolge er weitere Hotels in der Zentralschweiz im Visier hat, will seine Firma nicht bestätigen.

Doch wie ernst meint es Gao mit den Investitionen? Kann er diese hohen Summen wirklich stemmen? An Geld mangelt es dem südchinesischen Unternehmer zumindest nicht. Der gelernte Ingenieur hatte vor 20 Jahren die Han’s Laser Technology gegründet, eine Firma, die sich auf die Herstellung von Lasergeräten spezialisiert hat und unter anderem den Zulieferern von Apple, Samsung und anderen Unternehmen wich­tige Komponenten für Smartphones liefert. Gaos Firma zählt inzwischen fast 10000 Mitarbeiter. Er gehört inzwischen zu den reichsten Männern Chinas.

Für ihn sind die Schweizer Hotels dennoch keineswegs nur Liebhaberobjekte. Die Übernahmen sollen sich durchaus rentieren. Im Visier hat Gao vor allem Touristen aus seinem Heimatland. Sie kommen sehr gerne in die Schweiz und haben es vor allem auf Schweizer Luxusprodukte abgesehen. Doch unter den chinesischen Touristen häuften sich zuletzt die Klagen. Im Vergleich zu den in Asien weit verbreiteten Grosshotels empfinden viele von ihnen die Schweizer Hotels als zu klein.

Zudem kritisieren sie, dass etwa beim Frühstück zu wenig auf die chinesischen Essgewohnheiten Rücksicht genommen wird. Statt hart zu kauendes Vollkornbrot hätten sie lieber Nudelsuppe, Wantans oder Reisbrei. Gao will auf diese Lücke füllen. Nach den umfangreichen Umbauarbeiten des «Palace» in Luzern etwa soll es auch jeweils ein Restaurant mit japanischer und chinesischer Küche geben. Bei der Finanzierung könnte sich jedoch ein anderes Problem ergeben. Hatte die chinesische Führung noch vor kurzem ihre Unternehmer dazu ermutigt, verstärkt im Ausland zu investieren, tritt sie derzeit auf die Bremse – zu viel Kapital ist in den vergangenen Monaten aus China abgeflossen.

Erst Ende November hat die Führung erlassen, chinesische Auslandsinvestitionen ab einem Wert von über 5 Millionen US-Dollar schärfer überprüfen zu lassen. Investitionen über eine Milliarde Dollar, die nicht mit dem Kerngeschäft zu tun haben, sollen gänzlich untersagt ­werden. Diese Summe würde Investor Gao auch dann nicht überschreiten, wenn er noch zwei weitere Schweizer Hotels kauft.

Felix Lee/Peking

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