INWIL: Hier waren Werbeprofis am Werk

Es wimmelte von Zuschauern am Strassenrand: Dies nutzten Umzugsteilnehmer geschickt, um für ihre Anlässe nach der Fasnacht kräftig die Werbetrommel zu rühren.

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Ein Hingucker war der Doppeldecker der Musikgesellschaft Inwil. Sportlich gaben sich die Schüler: Sie führten den Erfolg der Schweizer Ruderer nochmals vor Augen. B (Bilder: Natalie Ehrenzweig (Inwil, 26. Februar 2017))

Ein Hingucker war der Doppeldecker der Musikgesellschaft Inwil. Sportlich gaben sich die Schüler: Sie führten den Erfolg der Schweizer Ruderer nochmals vor Augen. B (Bilder: Natalie Ehrenzweig (Inwil, 26. Februar 2017))

Natalie Ehrenzweig
kanton@luzernerzeitung.ch

Exzellentes Marketing: Dies kann man einigen Teilnehmern am Umzug der Inwiler Dörflifasnacht bescheinigen. Einer der Höhepunkte bot nämlich die Musikgesellschaft Inwil mit der Nummer «Rennfieber». Mit einem strassenfüllenden Doppeldecker brachten die Musikanten nicht nur die Fasnächtler am Strassenrand dazu, sich vor ihnen zu verneigen – denn die Flügel ragten bis in die Zuschauer hinein. Die Musikgesellschaft machte gleichzeitig beste Werbung für ihr Theaterstück, das im April aufgeführt wird. Der Verein «Eibu.ch» wiederum machte auf seinen Fun-Run vom 31. Juli aufmerksam und zeigte mit seiner Nummer gleich, was den Teilnehmerinnen und Teilnehmern blühen wird.

Die beiden Nummern gehörten zu den Highlights des Umzugs, der jeweils von einem Komitee aus Mitgliedern der zwei dorfeigenen Guuggenmusigen «Eibeler Sträggele» und «Säulischränzer Eibu» organisiert wird. «Ich bin sehr stolz darauf, dass es uns in einem kleinen Dorf wie Inwil gelingt, einen schönen Umzug mit anschliessender Fasnachtsparty auf dem Möösli-Areal zu organisieren», freut sich OK-Präsident Silvan Luthiger. Er schätzt, dass zwischen 2000 und 2500 Zuschauer bei angenehmem Fasnachtswetter den Umzug genossen. Auffallend viele Erwachsene waren verkleidet: «Das ist bei uns in Inwil immer so, die Leute haben Freude», sagt Silvan Luthiger. Das milde Wetter führte denn auch dazu, dass bei zahlreichen Guuggenmusigen viele nackte Beine oder Arme zu sehen waren, zum Beispiel bei den Trojanern und Walküren der Rigischränzer. Die Mehrheit der Musigen hatten ausserdem keine Grinde an. «Kann sein, dass dies an den Temperaturen lag», vermutet der OK-Präsident.

Vom Gelben Riesen und nimmermüden Senioren

Nicht nur nackte Haut und ausgeklügelte Marketingstrategien fielen auf. Der Umzug war bunt, lustig, originell. Die Schliessung der Postfiliale in Inwil von «Aso guet» war ebenso Thema, wie der Bachelor von der Wagenbaugruppe Last Friday, der Dschungel von einer Familiengruppe, die Ruderer der Inwiler Schule oder «Chrampfe bes zom Verdampfe» von den Bueri Chesslern. Die Senioren wollen einfach nicht aufhören, zu arbeiten.

Die Zuschauer waren – passend zum Wetter – heiter und liessen sich beispielsweise gerne ins Bett der Schteigröbu locken, um von einer Weltreise zu träumen. Bei den Turnerinnen Inwil liessen sie es sich bei Kaffee und Rüebli gut gehen, auch blumige Geschenke gabs: Mit Tulpen warteten die Eibu Stompers auf, Rosen brachten die Bachelor-Damen in den Umlauf. Und wenn etwa die Stägbachfäger «Hedonism» von Skunk Anansie spielten, wippten und sangen die Zuschauer mit. «Das Lachen der Kinder und die Freude der Erwachsenen, das ist mein Lohn an dieser Fasnacht», sagte Silvan Luthiger. Und davon gab es reichlich.

Umzug in Kürze

Anzahl Nummern: 29
Anzahl Zuschauer: 2500
Stimmung: heiter
Dauer: 60 Minuten
Highlight: Rennfieber