INWIL: Sieger bekommt den «Mars»

Am Montag war der offizielle Startschuss des 96. Luzerner Kantonalen Schwingfestes. Der Siegerpreis wiegt derzeit rund 900 Kilogramm.

Tamara Lipp
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Der Siegerpreis wird präsentiert. Muni Mars mit Züchter Ruedi Stettler (rechts) und Experte Ady Zurfluh. (Bild Pius Amrein)

Der Siegerpreis wird präsentiert. Muni Mars mit Züchter Ruedi Stettler (rechts) und Experte Ady Zurfluh. (Bild Pius Amrein)

Noch in weiter Ferne liegt das 96. Luzerner Kantonale Schwingfest in Inwil. Doch bereits gestern fand der Startschuss mit der Munitaufe statt. Rund 60 Personen wurden dazu erwartet. Dabei präsentierte der Züchter Ruedi Stettler erstmals den Siegermuni. Der rund 900 Kilogramm schwere und bald drei Jahre alte Braunvieh-Stier wurde auf den Namen Mars getauft. Sponsor des Munis ist die Gärtnerei Schwitter AG. «Der Familienbetrieb ist stark in Inwil und der Umgebung verankert, und es brauchte nicht viel Überzeugungskraft des OKs», sagte Fabian Peter, OK-Präsident. Der Geschäftsführer der Gärtnerei Schwitter, Roman Schwitter, sagt: «Ich bin stolz darauf, den Muni zu sponsern.»

Ein Schleckstein als Taufgeschenk

«Mars scheint sich hier in der Umgebung von Pflanzen wohlzufühlen», sagt Fabian Peter. Der Züchter meinte im Vorfeld, es sei ein temperamentvolles Tier. Die Zeremonie eröffnete das Jodler-Duett Kiser-Hodel, anschliessend folgten diverse Ansprachen, wobei auch der Muni vorgestellt wurde. Roman Schwitter durfte dann das imposante Tier taufen. Er wählte auch den Namen aus. «Er musste kurz und von hier sein», erzählt Schwitter. Mars ist eine Walnuss und stellt daher einen Bezug zum Sponsor, der Gärtnerei, her. «Es ist eine hiesige und starke Pflanze. Daher sehr passend für diesen Anlass. Zudem hat fast jeder Bauernbetrieb einen Nussbaum», sagt Schwitter. «Das Taufgeschenk ist ein Schleckstein, den er mit nach Hause nehmen kann», sagt Fabian Peter.

Spitzenschwinger ist Götti

Wie bei jeder Taufe darf auch hier der Götti nicht fehlen. Dieses Amt übernimmt der ehemalige Spitzenschwinger Thomas Arnold aus dem Seetal. Der gebürtige Hochdorfer gewann während seiner Schwingerkarriere viermal das Luzerner Schwingfest und holte drei eidgenössische Kränze.

Den Siegermuni können die Besucher am Schwingfest bestaunen. Dieser wird etwa viermal vorgeführt. «Die Auswahl traf Ady Zurfluh, der seit Jahrzehnten beim Braunviehzucht-Verband dabei ist», erklärt Peter. Er kenne sehr viele Züchter und fand das passende Tier beim Züchter Ruedi Stettler. «Bis zum Schwingfest sollte der Muni dann eine Tonne wiegen», sagt Peter. Falls der Sieger den Muni nicht möchte, bekommt er einen Geldpreis, und das Tier geht zurück an den Züchter. In den letzten Jahren war dies oft der Fall. Doch das Siegerbild mit dem Muni darf beim Schwingfest nicht fehlen.

Die Vorbereitung für das Schwingfest beginnt schon sehr früh. Die Muni­taufe dient auch als Gaben- und Sponsoringevent. Doch nicht nur: «Dieser Anlass ist eine Gelegenheit, mit allen Beteiligten und Interessierten zu feiern, und auch das gehört zum Schwingen», sagt OK-Präsident Fabian Peter. Die sechs Hauptsponsoren, wie auch die beiden anderen lebendigen Preise, zwei Rinder, sind bereits bekannt. «Wenn das Schwingen nicht so ein positives Image hätte, wäre die Suche nach Sponsoren und Helfern sicherlich viel schwieriger», sagt Peter.

350 Helfer werden benötigt

Das Organisationskomitee besteht aus rund 50 Personen, zusätzlich werden bis zu 350 Helfer benötigt. Das dreitägige Kantonale Schwingfest beginnt am 5. Juni 2015. Organisatoren sind die Gemeinde Inwil zusammen mit dem Schwingklub Oberhabsburg. Neben dem Schwingfest am Sonntag, 7. Juni, ist am Freitagabend unter anderem Special Guest Fabian Anderhub mit seiner Blues-Rock-Band zu hören. Die Gemeinde Inwil stellt für das Fest die Schul- und Sportanlage zur Verfügung. «Inwil – Eibu – ist für tolle Feste bekannt. Daher ist uns auch die zeremonielle Feier der Munitaufe wichtig», sagt Fabian Peter.

Erwartet werden im nächsten Sommer rund 4500 Besucher. Der Gewinn des Festes kommt dann allen Helfern zugute. Einer, der bestimmt dabei ist, ist der Besitzer des Siegermunis, Ruedi Stettler: «Eines meiner Tiere zu präsentieren, ist für mich eine grosse Freude.» Doch bis es so weit sei, bleibe der Muni noch in seinem Stall in Meierskappel.