ISABEL STADNICK: Sie hat bei den Indianern gelebt und geliebt

Die Luzernerin Isabel Stadnick lebte in einem indianischen Reservat. Ihr Erfahrungsbericht «Wanna Waki» belegt in der Schweiz seit zwei Wochen Platz 1 der Sachbuch-Charts.

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Isabel Stadnick in South Dakota. (Bild Wörterseh Verlag/Pascal Mora)

Isabel Stadnick in South Dakota. (Bild Wörterseh Verlag/Pascal Mora)

Geboren in Rio de Janeiro un aufgewachsen in Luzern, bereiste die heute 52-jährige Isabel Stadnick im Jahr 1989 in South Dakota ein indianisches Reservat – und fand dort ihre grosse Liebe: den Lakota-Indianer Bob Stadnick. Nach nur zwei Monaten heirateten die beiden, und Isabel teilte acht Jahre lang das harte Leben ihres Mannes. Sie hatte drei Kinder mit Bob, selber bereits vierfacher Vater und in Geldnöten.

Tragische Wende
Acht Jahre sind dem Liebespaar vergönnt: Bob Stadnick stirbt plötzlich an einem Herzklappenfehler. Lange hadert die 40-jährige Witwe mit ihrem Schicksal, dann bricht sie ihre Zelte ab und reist mit den drei gemeinsamen Kindern nach Luzern zurück. Noch im Flugzeug gibt sich Isabel Stadnick ein Versprechen: Sie wird zurückkehren. Vor etwas mehr als einem Jahr hat sie dieses wahrgemacht und danach auch ihr Buch benannt: «Wanna Waki», was in der Sprache der Lakota etwa «Rückkehr in die Heimat» bedeutet.

Aufbauprojekt im Reservat
Nach der Promotion für ihr von Frederica de Cesco unterstütztes Buch, das seit zwei Wochen Platz 1 der Schweizer Sachbuchcharts belegt, ist Stadnick inzwischen wieder ins Lakota-Reservat zurückgekehrt. Hier wird sie sich weiter ihrem ambitiösen Projekt widmen: Der von ihr aufgebauten, ersten Waldorfschule in der Geschichte der US-Urbevölkerung. Dazu dürften ihr die Verkäufe – gemäss der Verlegerin Gabriella Bauman-von Arx vom Wörterseh Verlag war die erste Auflage von 10'000 Stück «im Nu» ausverkauft – bestimmt helfen.

Manuskript vor vier Jahren eingereicht
Den Erfolg des Buches erklärt sich Baumann-von Arx folgendermassen: «Die Geschichte von Isabel Stadnick fasziniert – wohl auch deshalb, weil aus ihrer Liebe zu dem Land der Lakotas und ihrem verstorbenen Mann etwas entstanden ist: ein Walddorfkindergarten, in welchem die Lakota-Kultur weitergegeben wird. Und sicher auch deshalb, weil Isabel ihren Traum wahr gemacht hat und zurückgekehrt ist.» Frederica de Cesco «hat uns enorm geholfen, indem sie das Vorwort schrieb». Das Manuskript hat der Verlegerin schon vor vier Jahren vorgelegen, doch seinerzeit habe ihr Bauchgefühl gesagt, dass der richtige Publikationszeitpunkt für das Buch noch nicht gekommen sei.

Mit «Ich, der Neger» – einer Autobiografie des Urner Schauspielers Urs Althaus – steht zurzeit ein weiteres Werk aus ihrem Verlag in den Schweizer Sachbuchcharts.

Dave Schläpfer/red