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Isabelle Ruf-Weber erhält höchste Auszeichnung der Schweizer Blasmusikszene

Die Direktorin des Stadttheaters Sursee, Isabelle Ruf-Weber (57), wird am Samstag in Fribourg mit dem Stephan-Jaeggi-Preis ausgezeichnet. Dies ist die höchste Auszeichnung, die in der Schweizer Blasmusikszene vergeben wird.
Isabelle Ruf, die kŸnstlerische Leiterin des Stadttheater Sursee, vor der Premiere der Operette die Fledermaus, am 11. Januar 2017 hinter der Kulisse. (LZ/Eveline Beerkircher)

Isabelle Ruf, die kŸnstlerische Leiterin des Stadttheater Sursee, vor der Premiere der Operette die Fledermaus, am 11. Januar 2017 hinter der Kulisse. (LZ/Eveline Beerkircher)

Isabelle Ruf hat in den letzten 30 Jahren verschiedenste Orchester geleitet. Unter anderem dirigierte sie während 25 Jahren das Blasorchester Neuenkirch (1988–2013). Ende 2007 übernahm sie die musikalische Leitung des schweizweit bekannten Blasorchesters Landwehr Fribourg. Am Stadttheater Sursee übertrug man ihr 2001 die musikalische Leitung, seit 2013 ist sie dessen künstlerische Direktorin. Zudem nimmt sie immer wieder als Gastdirigentin und Musik­pädagogin an diversen Orchesterprojekten teil.

Isabelle Ruf, Sie erhalten heute mit dem Stephan-Jaeggi-Preis die höchste Auszeichnung in der Schweizer Blasmusik. Was bedeutet Ihnen diese Ehre?

Ich war wirklich überrascht, ich habe niemals daran gedacht, dass ich diesen Preis erhalten könnte. Das macht mich sehr glücklich und stolz. Man hat gesehen, welche Projekte ich in diesen 30 aktiven Jahren in der Blasmusik – insbesondere auch im Nachwuchsbereich – angestossen und verwirklicht habe. Diese Anerkennung geniesse ich.

Sie sind die erste Frau, welche diesen Preis erhält. Leitende Positionen in der Blasmusik sind bisher eher eine Männerdomäne. Woran liegt das?

In der Blasmusikszene herrscht vor allem in der 1. Klasse und in der Höchststufe in Führungspositionen Frauenmangel. Die Gründe sind hierbei nicht anders als in anderen Bereichen, wo Frauen auf der höchsten Führungsetage wenig präsent sind. Oft ist die Familie ein Grund oder die fehlende Möglichkeit des Jobsharings in Führungspositionen. Aber ich bin überzeugt, dass es eine Frage der Zeit ist, bis sich das ändern wird.

War es denn in Ihrer Position als Frau auch schwierig?

Vor 35 Jahren war es zum Teil nicht lustig. Es gab immer wieder Männer, die dachten, dass eine Frau nicht dirigieren kann und darum den Musikverein verliessen. Damals war ich darüber schockiert oder traurig. Heute ist das zum Glück nicht mehr so.

Was zeichnet eine gute Dirigentin aus?

Man muss eine Topmusikerin sein, die es versteht, eine komplexe Partitur zu erfassen und diese im Konzert mit einem Orchester adäquat umzusetzen. Beides kann man lernen. Damit ist es aber noch nicht getan. Dirigent zu sein, ist vergleichbar mit einem Fussballtrainer. Es braucht ganz viele verschiedene Fähigkeiten. Man ist Musiker, Psychologe, Motivator, Pädagoge, Teamplayer und guter Organisator. Zudem sind persönliche Ausstrahlung und Charisma ebenfalls sehr wichtig. Ich sage meinen Studenten immer, dass sie auch an ihrer Persönlichkeit arbeiten müssen und nicht nur am Handwerk.

Per Ende 2017 geben Sie die musikalische Leitung der Landwehr Fribourg ab. Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir führten viele wunderschöne Konzerte auf und machten Reisen, etwa nach Costa Rica und China. Wir haben eine tolle Zeit miteinander gehabt. Andererseits freue ich mich auf mehr Freiheit und Flexibilität, um neue Engagements – auch im Ausland – übernehmen zu können. Ich mag Reisen in Verbindung mit Arbeit sehr gerne. Die Schlusskonzerte und die Preisübergabe in Fribourg werden für mich aber sicher ­emotional sein. (sb)

Hinweis

Die Preisverleihung findet heute Samstag im Rahmen des Jahreskonzertes der Landwehr Fribourg im Konzertsaal Equilibre statt. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Infos unter www.landwehr.ch.

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