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IV-AWARD: Luzerner Traditionsunternehmen glänzt mit Einsatz für Invalide

Die IV Luzern zeichnet Betriebe aus, die sich um die Eingliederung von beeinträchtigten Menschen kümmern. Zu den Siegern zählt heuer eine Firma, die auf dem Arbeitsmarkt für Farbe sorgt.
Stephan Santschi
Raphael Schmidli hat den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschafft. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 31. Januar 2018))

Raphael Schmidli hat den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschafft. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 31. Januar 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

«Am Anfang war ich skeptisch. Ich dachte, all diese Menschen hätten ein Gebrechen und kämen stark handicapiert zur Arbeit. Doch ich habe mich überzeugen lassen.» Patrick Bühlmann, der Geschäftsführer der Bühlmann Söhne AG, verheimlicht nicht, dass er Vorurteile gegenüber der beruflichen Integration von IV-Bezügern hatte. Als er sich dann mit der Suche nach neuem Personal schwertat, fiel der Impuls eines Eingliederungsberaters der Invalidenversicherung Luzern auf fruchtbaren Boden.

2013 nahm Bühlmann den ersten Mitarbeiter mit einer körperlichen Beeinträchtigung in seinen Malereibetrieb auf. «Davor arbeitete er auf dem Gleisbau. Die schwere körperliche Belastung löste bei ihm Rückenprobleme aus. Mittlerweile ist er bei uns einer von zwei Festangestellten aus dem Arbeitsprogramm der IV», berichtet Bühlmann. Der zweite ist seit 2016 dabei. «Ihn können wir nicht allein auf eine Baustelle schicken, er braucht wegen seiner Defizite mehr Unterstützung und arbeitet immer im selben Team.»

Preis hat Wert von 10'000 Franken

Für diese Bemühungen hat das von Bühlmann geleitete Stadtluzerner Familienunternehmen am Mittwoch am traditionellen Arbeitgeber-Apéro im Hotel Schweizerhof den mit 10'000 Franken dotierten IV-Award 2018 erhalten.

Der andere Gewinner ist die Swiss Steel AG aus Emmenbrücke (siehe Kasten). «Das macht uns stolz und sorgt für eine gute Aussendarstellung unseres Berufsstands», erklärt Bühlmann. Einen Teil der Gewinnsumme spende er an eine Institution, die Brückenangebote für Jugendliche generiere. Zum anderen werden seine Mitarbeiter davon profitieren. «Die Integration ehemaliger IV-Bezüger geht nicht ohne die Unterstützung meiner Vorarbeiter. Wir müssen alle am selben Strick ziehen.» Die Bühlmann Söhne AG mit 15 Angestellten führt seit 1935 klassische Malereiarbeiten an Fassaden und im Innenbereich aus. Die Bandbreite der Aufträge reicht dabei von kleinen Renovationen bis hin zu grossen Neubauten. Auch die beiden Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen sind zu 100 Prozent angestellt und führen an der Front alle Arbeitsschritte aus. Sie decken ab, schleifen, spachteln und grundieren. «Nur Spezialaufgaben wie etwa eine Marmorimitation oder Stucco werden von gelernten Mitarbeitern ausgeführt», erklärt Bühlmann. Mit den beiden Quereinsteigern hat er gute Erfahrungen gemacht. «Klar, hatten wir auch den einen oder anderen IV-Bezüger, der die Lust an seiner Tätigkeit schnell verloren hat. Solange aber das Positive überwiegt, machen wir weiter.» Mittlerweile absolvieren zwei weitere, von der IV vermittelte Personen in seiner Unternehmung die sechsmonatige Testphase. «Mit der IV stehen wir in einem permanenten Austausch, um die Situation zu beurteilen», so Bühlmann.

Bleibt noch die Frage, wie der aktuelle Farbentrend aussieht: «Die eher kalte Schwarz-Weiss-Phase ist abgelaufen, aktuell dominieren erdige, hellbraune Töne. Auch Tapeten, die schon fast ausgestorben waren, finden in die Wohnräume zurück.»

Auch Swiss Steel wurde ausgezeichnet

Neben der Bühlmann Söhne AG hat die IV-Stelle Luzern auch die Swiss Steel AG mit einem IV-Award ausgezeichnet. Das Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern und Sitz in Emmenbrücke arbeitet seit vielen Jahren mit der IV zusammen.
Nach 2017 hat die IV-Stelle nun zum zweiten Mal den mit 10 000 Franken dotierten Preis gleichzeitig an ein grosses Unternehmen und an ein KMU verliehen. Die aktuellen Preise wurden am Mittwochabend in Luzern übergeben. Den Award gibt es seit vier Jahren. (red)

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