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Jährlich werden in der Stadt Luzern über 100 Bäume gefällt

Die Stadt Luzern bewilligt 96 Prozent aller Gesuche für das Fällen von Bäumen. Jetzt werden Stimmen für einen griffigen Baumschutz lauter.
Sandra Monika Ziegler
Quartierbewohner trauern um ihre «Wäsmeli-Eiche», die für ein Bauprojekt gefällt werden soll. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 16. September 2019)

Quartierbewohner trauern um ihre «Wäsmeli-Eiche», die für ein Bauprojekt gefällt werden soll. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 16. September 2019)

Welcher Baum ist schützenswert, welcher nicht? Diese Frage werfen die Bewohnerinnen und Bewohner des Wesemlinquartiers in der Stadt Luzern auf. Mit einer Petition fordern sie Baumschutz – und wollen damit ihre «Wäsmeli-Eiche» retten. Denn diese soll für den Neubau des Quartierzentrums gefällt werden.

Gestern überreichten die Quartierbewohner dem städtischen Baujuristen Daniel Bernet über 300 Unterschriften. Sie fordern damit ein Projekt, mit dem die Eiche stehen bleibt. Der Baumschutz ist in der Stadt Luzern klar geregelt: Bäume ab 80 Zentimetern Stammumfang und einer Höhe von einem Meter sind geschützt, vorausgesetzt sie sind gesund. Wer einen gesunden Baum fällen will, braucht eine Bewilligung.

Fast alle Gesuche werden bewilligt

Doch eines vorweg: Weder werden die zu fällenden Bäume registriert noch die vorgebrachten Gründe für das Fällgesuch. Dazu schreibt die Stadtgärtnerei, dass es «keine Statistik gibt, wie viele Bäume in den letzten fünf Jahren im direkten Zusammenhang mit Bauvorhaben gefällt wurden». Erfasst sind hingegen die Gesuche um «Beseitigung von Bäumen oder um eingreifenden Rückschnitt in deren Kronen- oder Wurzelbereich», wie Fritz Bächle von der Luzerner Stadtgärtnerei ausführt.

So seien in den letzten fünf Jahren 463 solcher Gesuche eingereicht worden. Und bis auf 17 Gesuche wurden alle bewilligt. Das entspricht einer Bewilligungsquote von über 96 Prozent. Brach bleibt die Stelle, wo einst der gefällte Baum stand, nicht. «Angemessene Ersatzpflanzungen» füllen diese Lücken. «Hier gibt es einzig Vorgaben zu Anzahl, Pflanzengrösse und Grössenklasse», sagt Bächle. Auch gebe die Stadtgärtnerei Tipps, welche Pflanzen sich am besten eignen würden. Was dann aber in die Erde kommt, bestimmt die Bauherrin.

Die Klimadebatte beeinflusst die Bewilligungspraxis nicht, höchstens die Wahl der Ersatzpflanzung. Ein Beispiel: Auf dem Museumsplatz am Eingangstor zur Luzerner Altstadt wurden zwei ostasiatische Götterbäume durch hitzeresistentere Gleditschien ersetzt. Und bei einem privaten Projekt im Dreilindenquartier werden als Ersatz für den alten Baumbestand Magnolienbäume gepflanzt. Hier zeigt sich, dass die vorgeschriebenen Grenzabstände die Auswahl an Ersatzpflanzungen eingeschränkt haben. Die Devise lautet Bau vor Baum. Die Pflanze wird also dem Bauprojekt untergeordnet.

Bleichergärtli ist nicht mehr lange kahl

Massiv weniger Bäume hat es auch im neugestalteten Bleichergärtli in der Luzerner Neustadt. Noch im April informierte die Stadt Luzern, der Baumbestand solle erhalten bleiben. Projektleiter Claudio Läng von der Stadtgärtnerei erklärt: «Der Baumbestand wird sogar ausgebaut. Kahl ist es jetzt, weil auch eine morsche Linde gefällt wurde und zwei weitere Linden dem Sommersturm zum Opfer fielen. Die neuen Bäume und Stauden werden ab Ende Oktober gepflanzt.»

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