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JAGD: Kanton Luzern will Erträge aus Jagdpachtzins neu verteilen

Luchs, Wolf und Biber sind Schuld daran, dass der Kanton Luzern künftig ein grösseres Stück vom Kuchen der Jagdpachtzinserträge für sich beanspruchen will. Der Regierungsrat unterbreitet die Totalrevision des Jagdgesetzes nach der Vernehmlassung dem Kantonsrat.
Jäger (Symbolbild) (Bild: Dominik Wunderli/LZ)

Jäger (Symbolbild) (Bild: Dominik Wunderli/LZ)

Seit über 25 Jahren gilt das aktuelle Jagdgesetz im Kanton Luzern. Es ist fast gänzlich auf die Jagd auf Rehe ausgerichtet. Diese haben einen kleinräumigen Aktionsradius. Mittlerweile rufen aber vermehrt die Gams-, Rot- und Schwarzwildpopulationen nach einem zeitgemässen, grossräumig koordinierten und artgerechten jagdlichen Management, wie es in der Botschaft heisst, die der Regierungsrat am Mittwoch vorstellte.

Zudem würden sich die Aufgaben und die Koordinationsleistungen des Kantons im Zusammenhang mit den Wildtieren kantonal und interkantonal vervielfachen, gerade im Umgang mit geschützten Arten wie Luchs, Wolf und Biber sowie gebietsfremden Tierarten wie Waschbären, Biber und Rostgans. Letzteres nimmt der Regierungsrat zum Anlass, den Verteilschlüssel der Jagdpachtzinserträge neu zu regeln.

So sollen künftig zwei Drittel der Gelder an den Kanton und ein Drittel an die Gemeinde gehen, was einer Umkehrung der bisherigen Situation gleichkommt. Dieser Vorschlag stiess in der Vernehmlassung auf Ablehnung. Die Mindereinnahmen auf Seiten der Gemeinden betragen insgesamt 250'000 Franken. Dennoch hielt der Regierungsrat an dem Vorschlag fest.

150 Stellungnahmen

Insgesamt gingen über 150 Stellungnahmen zu der Gesetzesvorlage ein. Das Gesamtkonzept war laut dem Regierungsrat unbestritten. Inhaltliche Änderungen wurden in gut einem Dutzend Paragrafen vorgenommen. In vielen Fällen geht es um finanzielle Fragen. So sollen etwa ein Drittel der 180'000 Franken Jagdpassgebühren in die Kantonale Jagdkasse fliessen - im Entwurf waren es noch sämtliche Erträge.

Neu geregelt wird die Verpachtung von Jagdrevieren. Jagdgesellschaften müssen eine Vereinshaftpflichtversicherung abschliessen. Die Dienststelle für Landwirtschaft und Wald (lawa) erhält zudem bei der Jagdplanung neue Kompetenzen und der Anteil der Jagdgesellschaften an der Wildschadenvergütung wird neu auf die Hälfte des halben Jagdpachtzins begrenzt.

An koordinierten Vorgehen beteiligen

Der Regierungsrat wolle mit dem vorliegenden Entwurf die Tradition eines freiheitlichen Jagdgesetzes und dessen Effektivität bewahren. Auf ihrem Territorium sollen die Waidmänner weiterhin verantwortlich und autonom bleiben, müssen sich aber von der Bestandeserhebung bis zur Abschusserfüllung am koordinierten Vorgehen beteiligen.

Der Kantonsrat wird das Geschäft voraussichtlich in der Oktobersession in erster Lesung beraten, das revidierte Gesetz soll per 1. April 2018 in Kraft treten. (sda)

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