JAGD: Luzerner Jagdreviere sollen neu gemeinsam planen

Im Kanton Luzern gibt es immer mehr Hirsche und Wildschweine. Der Kanton Luzern will deswegen sein Jagdgesetz revidieren, weil dieses ausschliesslich auf die Rehwildjagd ausgerichtet ist, nicht aber auf das grossräumig lebende Rot- und Schwarzwild.

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Ein Damhirsch, wie er im Gehege in Erstfeld erschossen worden ist. (Symbolbild: PD)

Ein Damhirsch, wie er im Gehege in Erstfeld erschossen worden ist. (Symbolbild: PD)

Der Regierungsrat hat die geplante Revision in die Vernehmlassung geschickt. Die Rahmenbedingungen für die Jagd und den Wildschutz hätten sich verändert, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. Es gebe immer mehr Rot- und Schwarzwild. Auch geschützte Arten wie der Luchs und der Biber breiteten sich aus.

Das 25 Jahre alte Jagdgesetz ist auf das Reh ausgerichtet. Dieses hat kleinräumige Aktionsradien. Hirsche und Wildschweine sind dagegen raumgreifende, über die Revier- und Kantonsgrenzen hinausragende Wildpopulationen.

Die Jagd auf Rehwild könne gut innerhalb eines Reviers organisiert werden, teilte die Staatskanzlei mit. Hirsche, Gemsen oder Wildschweine müssten dagegen koordiniert gezählt und bejagt werden.

Künftig sollen sich die Reviere bei Wildtieren mit grossen Aktionsräumen untereinander abstimmen. Das revierübergreifende Vorgehen reiche dabei von der Bestandeserhebung bis zum Abschuss, schreibt die Staatskanzlei. Diese Koordination soll helfen, dass die lokalen Probleme zwischen Wald und Wild wirksam bekämpft werden könnten und die natürliche Waldverjüngung gefördert werde.

Insgesamt werden für den Kanton die Kosten für die Wildschadenverhütung steigen. Der Regierungsrat schlägt deswegen vor, die Mittel aus den Jagdpachterträgen und den Jagdpassgebühren neu zwischen Kanton und Gemeinden aufzuteilen. Der Kanton soll neu daran zwei Drittel und nicht mehr nur ein Drittel erhalten. Für die Gemeinden bedeutet dies Mindereinnahmen von 250'000 Franken. (sda)