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JAGD: Viele Reviere werden günstiger

Die 122 Jagdreviere des Kantons Luzern werden neu verpachtet. Ihr Preis hängt unter anderem von Strassen, Wanderern und Luchsen ab.
Evelyne Fischer
«Je mehr Stressfaktoren, desto schwieriger die Jagd.» Peter Küenzi, Präsident Revierjagd Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

«Je mehr Stressfaktoren, desto schwieriger die Jagd.» Peter Küenzi, Präsident Revierjagd Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Evelyne Fischer

Das günstigste gibts bereits für 1698 Franken pro Jahr zu pachten, das teuerste kostet gut das Achtfache: Die Rede ist von den Luzerner Jagdrevieren. Emmen-Riffigwald, Ruswil-Süd und 120 weitere Gebiete werden nun für die Pachtperiode 2017 bis 2025 neu vergeben. Bis zum 15. Oktober können sich Jagdgesellschaften darum bewerben, wie die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) am Montag mitgeteilt hat. Das neue Jagdjahr beginnt für die rund 1750 Pächter, Jagdaufseher und Jahresgäste am 1. April 2017.

750 000 Franken Pachtzinsen

Vor jeder Neuverpachtung werden die Reviere geschätzt. «Aufgrund der Schatzungswerte wird eine Netto-Pachtzinssumme von mindestens 742 000 Franken zusammenkommen», sagt Peter Ulmann, Leiter der Abteilung Natur, Jagd und Fischerei beim Lawa, auf Anfrage. Gibt es für ein Revier ausnahmsweise mehrere Bewerber, wird dieses in einer öffentlichen Steigerung vergeben. «Falls dabei die Schatzungswerte überboten werden, wird die Pachtzinssumme entsprechend steigen.» Gemäss Ulmann werden letztlich rund 750 000 Franken jährlich erwartet – davon fliessen rund zwei Drittel an die Gemeinden, der Rest geht an den Kanton.

Stressfaktor Mensch

Die Revierbewertung erfolgte im Auftrag des Lawa durch die Forschungsgruppe Wildtier­management der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. Wie hoch der Pachtzins ausfällt, hängt von diversen Faktoren ab. Eine Rolle spielt etwa die Reviergrösse, die Waldfläche, das jeweilige Wildvorkommen und wie stark das Gebiet von der Bevölkerung genutzt wird. «Biker oder Schneeschuhwanderer stellen für das Wild Stressfaktoren dar. Je mehr solche Beunruhigungen es gibt, desto schwieriger gestaltet sich die Jagd», sagt Peter Küenzi aus Kriens, Präsident der Revierjagd Luzern. «Die daraus resultierende qualitative Abwertung beeinflusst unter anderem die Schatzung des jagdbaren Reviers.»

Wie das Lawa schreibt, haben sich die Luzerner Reviere «von reinen Rehwild-Lebensräumen zu deutlich komplexeren Lebensgemeinschaften» gewandelt. So seien heute vielerorts Rot- , Gams- oder neu vereinzelt auch Schwarzwild verbreitet, da und dort auch der Luchs. «Ist dieser präsent, sinkt aus jagdlicher Sicht der Nutzwert», sagt Ulmann. Ebenso, wenn ein Gebiet relativ viele Strassen und entsprechend häufig Unfallwild aufweist. «In vielen Mittellandrevieren kam es daher zu Nachlässen.» Bergre­viere hingegen mussten Preissteigerungen in Kauf nehmen. «Unter anderem aufgrund der Grösse, aber auch wegen der Zuwanderung von Rotwild.» Fazit: «Rund ein Drittel der Reviere wurde teurer, die übrigen billiger.»

Senkung beantragt

Im Rahmen des Anhörungsverfahrens haben 43 Reviergemeinden eine Senkung ihres Schatzungswerts beantragt – in 32 Fällen wurden die provisorischen Schatzungswerte der Anhörung nach unten angepasst. Die Pachtzinsen dürften damit jährlich um insgesamt knapp 30 000 Franken sinken. Welche Gemeinden einen Antrag gestellt haben, behält der Kantonalverband für sich. Es gehe dabei nicht um Geheimniskrämerei, sagt Peter Küenzi. «Die Schatzungswerte sind einsehbar. Die vorgängigen Verhandlungen aber gehören nicht an die Öffentlichkeit.» Küenzi betont: Die Transparenz sei noch nie so gross gewesen wie bei der jetzigen Neuverpachtung. «Früher wurden die Jagdgesellschaften bei der Schatzung vor vollendete Tatsachen gestellt. Nun wurde der Kantonalverband von Anfang an miteinbezogen.»

Chance für frischgebackene Jäger

Um ein Revier zu bejagen, muss eine Jagdgesellschaft die nötigen Pächter aufweisen. Für das mit 3079 Hektaren grösste Revier Flühli-Schratten heisst dies beispielsweise: mindestens 9, maximal 17 Jäger. Sie alle brauchen die Voraussetzungen für den Erwerb eines Jagdpasses – dafür nötig ist unter anderem ein Jagdfähigkeitsausweis. Dass eine Gesellschaft zu wenige Pächter findet, ist gemäss Peter Küenzi «sehr unwahrscheinlich». Jährlich würden rund 50 Jungjäger die Prüfung ablegen. «Die Nachfrage nach Pächterplätzen ist gross.»

Doch wie einfach ist es, sich als Neuling einer traditionsreichen Jägergruppe anzuschliessen? «Früher waren die Gesellschaften bei der Aufnahme neuer Pächter sehr konservativ. Doch hier hat sich ein Wandel vollzogen», sagt Küenzi. «Wichtig ist, dass der angehende Pächter die Flora und Fauna des Gebiets kennt. Daher ist es von Vorteil, wenn man in der Nähe der Jagdgesellschaft lebt. Letztlich muss der Kandidat aber zur Gesellschaft passen.»

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