Jahresbericht
53,2 Millionen Franken Verlust: Die Coronapandemie «hinterlässt tiefe Spuren» beim Luzerner Kantonsspital

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) blickt auf ein schwieriges 2020 zurück. Pandemiebedingt fällt der Ertrag wegen der Einschränkungen im Operationsbetrieb im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent tiefer aus, während der Aufwand um 3,9 Prozent zunahm.

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Alleine in der ersten Pandemiewelle betrug der Verlust für das Luzerner Kantonsspital gut 40 Millionen Franken.

Alleine in der ersten Pandemiewelle betrug der Verlust für das Luzerner Kantonsspital gut 40 Millionen Franken.

Bild: Patrick Hürlimann, Luzern, 18. November 2019

(stg) Unter dem Strich resultiert ein Verlust im Umfang von 53,2 Millionen Franken. Das teilt das LUKS am Mittwoch mit.

Im Frühling mussten aufgrund des Operationsverbots und im Herbst wegen der hohen Zahl von mit Covid-19 hospitalisierten Personen viele Eingriffe verschoben und der Operationsbetrieb stark reduziert werden. Nur so stand genügend Fachpersonal für die Betreuung der Patientinnen und Patienten auf den Corona-Stationen und den Intensivstationen bereit. Dies habe sich negativ sowohl auf die Anzahl stationärer Fälle als auch auf die ambulanten Patientenkontakte ausgewirkt. Entsprechend fällt der Ertrag mit 933,3 Millionen Franken im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent tiefer aus (2019: 947,8 Millionen). Gleichzeitig nahm der Betriebsaufwand aufgrund der nötigen organisatorischen Anpassungen um 3,9 Prozent auf 931,2 Millionen zu (2019: 896.6 Millionen).

Der Umsatzverlust betrage alleine in der ersten Pandemiewelle gut 40 Millionen Franken. Unter dem Strich erreichte der auszuweisende Verlust 2020 einen Umfang von 53,2 Millionen Franken.

«Die Pandemie hinterlässt tiefe Spuren im Jahresabschluss. Wir begrüssen daher das Bekenntnis der Luzerner Regierung, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie finanziell abzufedern»,

betont Dr. Ulrich Fricker, Präsident des Spitalrats. Müsste das LUKS die negativen Finanzfolgen vollumfänglich selber tragen, wäre die Investitionsfähigkeit stark beeinträchtigt und dringend anstehende Bauprojekte müssten aufgeschoben werden.

Aufgrund der hohen Anforderungen an die medizinische Versorgung und Infrastruktur seien diese aber dringend: So müssten in den kommenden zwei Jahrzehnten insgesamt rund 1,8 Milliarden Franken investiert werden, davon rund eine Milliarde in Neubauten an allen Standorten in Luzern, Sursee und Wolhusen. Bereits erfolgt ist im September 2020 der Spatenstich für das neue Kinderspital und die neue Frauenklinik in Luzern. Der Neubau ermöglicht es, die Kindermedizin sowie die Geburtshilfe und die Gynäkologie am LUKS auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln.

Belastendes Jahr für die Mitarbeitenden

Neben den finanziellen Folgen sei das Jahr 2020 insbesondere für die Mitarbeitenden ein enorm belastendes Jahr gewesen. Was sie für einen grossen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie geleistet haben, zeige folgende Zahl eindrücklich: Im LUKS wurden innerhalb eines Jahres über 1'100 Patientinnen und Patienten aufgrund einer Covid-19-Infektion parallel zum normalen Spitalbetrieb behandelt. Leider zeige sich im Spitalalltag besonders drastisch, wie gefährlich eine Ansteckung mit dem Virus sein kann. So sind am LUKS neben vielen Erfolgsgeschichten von genesenen Patientinnen und Patienten trotz enormer Anstrengungen unserer medizinischen und pflegerischen Mitarbeitenden auch über 100 Todesfälle aufgrund einer Covid-19-Infektion zu beklagen.

«Wie diese aussergewöhnliche Situation gemeistert und welche enorme Wandlungs- und Leistungsfähigkeit an den Tag gelegt wird, verdient höchsten Respekt »

, unterstreicht Benno Fuchs, CEO/Direktor des LUKS, die Leistung des Spitalpersonals.

Über das Luzerner Kantonsspital LUKS

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) ist das grösste Zentrumsspital der Schweiz. Es umfasst die Standorte Luzern, Sursee und Wolhusen sowie die Luzerner Höhenklinik Montana. Mehr als 7000 Mitarbeitende sorgen rund um die Uhr für das Wohl der Patientinnen und Patienten. Das LUKS verfügt über rund 850 Akutbetten und versorgt ein Einzugsgebiet mit rund 700 000 Einwohnern. Es behandelt jährlich rund 40 000 stationäre Patientinnen und Patienten und zählt über 600 000 ambulante Patientenkontakte. Die Kliniken und Institute des LUKS bieten medizinische Leistungen von höchster Qualität.