JAHRESBERICHT: Jugendliche mehr mit dem Gesetz in Konflikt

Das Geschäftsjahr 2008 brachte den Luzerner Strafverfolgungsbehörden einen Anstieg der Fallzahlen um rund 3,3% gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht hervor.

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Gestellte Szene einer Schlägerei. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Gestellte Szene einer Schlägerei. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Nach dem leichten Rückgang im Vorjahr sei bei den Fallzahlen der Spitzenwert der Jahre 2004 und 2006 mit über 43'000 Fällen zum dritten Mal erreicht worden, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Über einen Zeithorizont von acht Jahren resp. seit 2003 schwanken die Zahlen auf hohem Niveau zwischen rund 41'000 und 43'800 Fällen. Vor diesem Hintergrund dürfe auch der jetzige Anstieg nicht überbewertet werden.

Mehr Delikte gegen die Freiheit
Statistisch signifikant ist der im Mehrjahresvergleich zu beobachtende Fallanstieg bei den Delikten gegen die Freiheit (+52%). Auch bei den Vermögensdelikten wurde ein Spitzenwert erreicht. Rückläufige Zahlen wurden hingegen bei den Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (-10%) und das Betäubungsmittelgesetz (-15%) wie auch im Ausländerrecht (-11%) registriert.

Schweizweiter Trend
Augenfällig sei auch der wiederholt starke Anstieg der Falleingänge bei der Jugendanwaltschaft gegenüber dem Vorjahr (+12%), wie es weiter heisst. Wie bereits vor Jahresfrist sind bei den Jugendlichen zur Hauptsache einen weiteren Anstieg bei den Vermögensdelikten und bei Delikten gegen die Freiheit feststellbar. Zudem sind auch die Gewaltdelikte im Bereich Tätlichkeiten, Körperverletzungen und Raufhandel angestiegen. Namentlich bei den Tätlichkeiten ist ein Anstieg von 32% zu verzeichnen, was primär auf das Anzeigeverhalten zurückgeführt wird.

Es handle sich bei diesem Anstieg wie im Erwachsenenstrafrecht schweizweit in einem allgemeinen, besonders in städtischen Gebieten feststellbaren Trend. Für die Strafverfolgungsbehörden stehe als Beitrag im Kampf gegen die Jugendkriminalität die persönliche Leistung als neue Sanktionsform wie auch die rasche Verfahrenserledigung im Vordergrund.

Die Ressourcen reichten nicht
Für die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden führte die jüngste Zuwachsrate zu einer spürbaren Mehrbelastung. So konnte der Fallanstieg im vergangenen Jahr mit den knapp bemessenen Personalressourcen nicht mehr bewältigt werden, womit die Pendenzenlast leicht anstieg. Im Hinblick auf die Einführung der CH StPO per Anfang 2011 und der damit verbundenen Reorganisation der Strafverfolgungsbehörden besteht die Möglichkeit, die Effizienz weiter zu steigern und mit einer zweckmässigen Organisation die Abläufe wie auch die Fallbearbeitung zu optimieren.

scd