Jahresbilanz
Pilatusbahnen beförderten im letzten Jahr nur halb so viele Gäste

Die Pilatusbahnen mussten 2020 wegen Corona einen regelrechten Einbruch der Gästezahl hinnehmen. Und für die ersten drei Monate im laufenden Jahr beträgt der Rückgang der Touristen gar 70 Prozent.

Lukas Nussbaumer
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2020 beförderten die Pilatusbahnen rund 400000 Personen.

2020 beförderten die Pilatusbahnen rund 400000 Personen.

Pius Amrein (4. September 2019)

Dreimonatiger Shutdown, fast keine internationalen Gäste mehr: Die Pilatusbahnen blicken auf ein schwieriges Jahr zurück. Die Bahnen beförderten 2020 mit rund 400'000 Personen nur etwa halb so viele Gäste wie 2019. Das widerspiegelt sich in den Zahlen. So ging der Umsatz von fast 38 Millionen Franken im Jahr 2019 auf 18,1 Millionen zurück. Das Betriebsergebnis reduzierte sich von 14,1 auf noch 2,3 Millionen Franken. Nach den Abschreibungen resultiert ein Verlust von 1,1 Millionen – dies nach acht Rekordjahren in Folge (siehe Tabelle). Auf eine Dividendenausschüttung soll verzichtet werden.

Bilanz Pilatusbahnen 2017 bis 2020

in Mio. Franken
2020 2019 2018 2017
Umsatz 18,1 37,8 37,9 33,4
Personalaufwand 9,5 13,8 13,6 12,8
Betriebsaufwand 4,8 6,6 6,3 6,2
Betriebsergebnis 2,3 14,1 14,7 11,2
Cash-Flow 2,3 12,8 13,6 10,5
Jahresergebnis –1,1 1,6 1,7 1,4
Investitionen 11,2 7,1 4,6 1,4

Dank Kurzarbeit mussten die Pilatusbahnen keinen ihrer 170 Mitarbeitenden entlassen, wie CEO Godi Koch auf Anfrage sagt. Dank vorgezogener Unterhaltsarbeiten konnte der Betriebsunterbruch wegen Revisionsarbeiten im Herbst zudem verkürzt werden.

Mieser Start ins neue Jahr wegen geschlossener Restaurants und Schlittelpisten

Das Sommergeschäft, gestartet am 6. Juni 2020, lief laut einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung ordentlich – dank Schweizer Gästen. Auf sie wollen die Bahnen denn heuer auch den Fokus legen. «Zwangshalber», wie Godi Koch sagt. Er hofft im kommenden Sommer aber auch auf Touristen aus dem nahen Ausland. Denn die internationale Kundschaft ist für die Pilatusbahnen seit der Inbetriebnahme 1889 überlebenswichtig, wie die ersten drei Monate des laufenden Jahres gezeigt haben.

Laut Koch betrug der Rückgang zwischen Januar und März gegenüber den Jahren vor der Pandemie satte 70 Prozent. Im Winter wird der Pilatus nämlich vor allem von chinesischen Gruppen besucht. Sie haben heuer genauso gefehlt wie die noch im letzten Sommer zahlreichen Schweizerinnen und Schweizer. Dass nur wenig einheimische Ausflügler auf den Pilatus wollten, ist laut Koch auf die geschlossenen Restaurants und Schlittelpisten zurückzuführen. «Die Pilatusbahnen waren schon immer auf ausländische Touristen angewiesen. Ohne sie können wir die kapitalintensiven Infrastrukturen nicht rentabel betreiben», so Koch. Das sei schon vor 100 Jahren so gewesen, als die Region und der Pilatus vor allem von Engländern besucht wurden.

Eine leichte Erholung für den Tourismus erwarten die Pilatusbahnen frühestens 2022, eine Rückkehr zur Normalität erst 2023. «Trotzdem schauen wir optimistisch in die Zukunft und freuen uns auf unsere neue Zahnradbahn», lässt sich Verwaltungsratspräsident Bruno Thürig in der Mitteilung zitieren.

Projekt Zahnradbahn: Ein Generationenprojekt

Der Verwaltungsrat hält nämlich trotz widriger Umstände am Projekt der Neukonzeption der Zahnradbahn fest. Es handle sich um ein Generationenprojekt, das für die nächsten 40 Jahre einen Mehrwert erzeugen werde. Dank der in den vergangenen Jahren umsichtigen Ausgabepolitik und der gebildeten Reserven lasse sich der Grossteil der Investitionen mit eigenen Mitteln finanzieren. Die restlichen Beträge sichern Aktionärs- und Bankdarlehen.

Die Pilatusbahnen wollen acht neue Personentriebwagen und einen Gütertriebwagen anschaffen. Sie und die damit verbundenen baulichen Anpassungen sollen rund 55 Millionen Franken kosten. Die neuen Wagen ersetzen die 80-jährigen Gefährte, die zwischen Alpnachstad und Pilatus Kulm auf der steilsten Zahnradbahn der Welt verkehren. Laut Godi Koch sollen die neuen Fahrzeuge wie geplant ab der Saison 2023 verkehren.

Mit stark sinkenden Gästezahlen konfrontiert sahen sich 2020 auch die Rigi Bahnen. Sie verzeichneten einen Rückgang von 44 Prozent auf noch etwas mehr als 1 Million Gäste. Bei den Titlisbahnen betrug die Abnahme 52 Prozent; nur noch knapp 600'000 Gäste besuchten den Titlis.