JAHRESRÜCKBLICK: Ein «Durchschnittsjahr» – mit viel Gewalt

Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden haben am Montagmorgen den Medien den Jahresbericht 2007 vorgestellt. Der geschäftsleitende Staatsanwalt Daniel Burri bilanziert ein Durchschnittsjahr mit einer konstant hohen Arbeitsbelastung.

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Der geschäftsleitende Staatsanwalt Daniel Burri. (Bild Miriam Künzli/Neue LZ)

Der geschäftsleitende Staatsanwalt Daniel Burri. (Bild Miriam Künzli/Neue LZ)

Das Geschäftsjahr 2007 war für die Luzerner Strafverfolgungsbehörden ein «Durchschnittsjahr mit konstant hoher Arbeitsbelastung», wie es in einer Medienmitteilung heisst. Als besondere Herausforderung habe sich die Einführung des neuen Rechts erwiesen, wurde doch per 1. Januar 2007 der Allgemeine Teil des Strafgesetzbuches (AT StGB) revidiert und in Kraft gesetzt. Es sei noch zu früh, die Konsequenzen des neuen Rechts auf den Rechtsalltag umfassend zu würdigen – dazu wäre ein längerer Zeitraum nötig. Fakt sei aber, so heisst es weiter, dass die Herausforderungen des neuen Rechts gemeistert worden seien.

Trotz der Einführung des neuen Rechts und der damit verbundenen Mehrbelastung konnten die Luzerner Strafverfolgungsbehörden gemäss eigener Einschätzung die Effizienz der Fallerledigung weiter verbessern. Die Reduktion der Gesamtzahl der Falleingänge von nur gerade 2.9 % ist nicht signifikant und liegt im Bereich der statistischen Schwankungen.

Mehr Vermögens-, sexuelle und Gewaltdelikte
Ein deutlicher Anstieg der Fälle wurde in den Bereichen Vermögensdelikte (+ 23%), sexuelle Integrität (+21%) und öffentliche Gewalt (+ 20%) verzeichnet. Nicht alle Anstiege zeigten jedoch eine klare Entwicklung auf. Oft seien es Schwankungen, die im mehrjährigen Jahresvergleich keine Besonderheit darstellen. So gab es etwa bereits vor zwei Jahren bei den Vermögensdelikten eine ähnlich hohe Fallzahl.

Alle vorliegenden statistischen Angaben über den Verfahrensabschluss und über Sanktionen seien deshalb mit einer gewissen Vorsicht zu behandeln, heisst es im Commuinqué weiter. Tendenziell klar ansteigend sind im Mehrjahresvergleich jedoch die Bereiche körperliche und sexuelle Gewalt. Demgegenüber ist der Anstieg der Falleingänge bei der Jugendanwaltschaft um rund 12% gegenüber dem Vorjahr auf andere Gründe zurückzuführen.

«Zunehmend gewaltsamere Szene»
Bei den Jugendlichen wurde hauptsächlich ein Anstieg bei den Vermögensdelikten, Strassenverkehrsdelikten und Widerhandlungen gegen das Übertretungsstrafgesetz registriert. Dieser Anstieg liegt aber auch nicht in einem allgemeinen Trend. So war die Gesamtfallzahl im Jahre 2003 noch um rund 4% höher als 2007. Danach waren die Eingänge während drei Jahren rückläufig. Allerdings heisst weniger Fälle nicht weniger Gewalt. Aus diesem Grunde befassen sich die Strafverfolgungsbehörden mit dem Thema Jugend und Gewalt, zumal auch in Luzern eine «zunehmend gewaltsamere Szene» wahrgenommen werden könne. Man ist zuversichtlicht, mit der eingeschlagenen Strategie die straffälligen Jugendlichen vermehrt mit persönlichen Leistungen in Form von Arbeit zu sanktionieren, den richtigen Weg gewählt zu haben.

Insgesamt – so resümieren die Strafverfolgungsbehörden – dürfe bei den Strafverfolgungsbehörden bezüglich Fallbehandlung und -erledigung von einem «sehr arbeitsintensiven und erfolgreichen Geschäftsjahr 2007» gesprochen werden.

scd