Jahresrückblick Zentralschweiz: Luzerner Agglo wird städtischer

Während in Kriens oder Horw die Urbanisierung fortschreitet, hat das Rontal gleich zwei Grossprojekte abgeschmettert.

Roman Hodel
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Die Baustelle Mattenhof in Kriens.

Die Baustelle Mattenhof in Kriens.

Bild: Bild: Philipp Schmidli (27. Juli 2019)

Mit einem grossen Fest feierte das Krienser Mattenhof-Quartier am 14. September die offizielle Eröffnung. Es ist das erste Puzzlestück der künftigen Stadt im Luzerner Süden. Die hohen, eng beieinander stehenden Gebäude polarisieren in der Bevölkerung allerdings. Dafür hat Mauritius Carlen, verantwortlicher Architekt bei Scheitlin Syfrig, eine Erklärung: «Diese Grösse sind wir uns nicht gewohnt.»

Auch im benachbarten Schweighof-Quartier hält der Bauboom an: Studentenwohnungen und ein Alterszentrum sind im Bau, weitere Wohnungen sollen folgen. Die meisten Baukräne zählte 2019 aber Horw-Mitte. Hier entstehen gleich mehrere Siedlungen – darunter die erste Etappe des Ziegeleiparks. Es ist unübersehbar: Der Luzerner Süden wird städtischer. Anders präsentiert sich die Situation östlich von Luzern: Am 10. Februar lehnten die Ebikoner ein neues Quartier mit über 300 Wohnungen und einem Hochhaus auf dem ehemaligen MParc-Areal deutlich ab. Gründe: Skepsis gegenüber Grossprojekten, Furcht vor hohem Leerwohnungsbestand und Frust über die MParc-Schliessung. Am 10. Dezember dann schmetterte auch die Nachbargemeinde Dierikon ein Grossprojekt ab: das Rontalzentrum mit ebenfalls über 300 Wohnungen und gar 4 Hochhäusern.

Wachstumsinitiative kommt vors Volk

In Emmen präsentierte der Gemeinderat derweil im Juli seinen Gegenvorschlag zur SVP-Initiative, die das Wachstum beschränken will. Der Urnengang folgt wohl 2020.