JAHRESWECHSEL: Vier Generationen und ihre Wünsche für das neue Jahr

Zeit für Aus- und Rückblicke, auch bei der Familie Birrer aus Zell und Meggen. Urgrossvater, Grossmutter, Mutter und Sohn blicken aus unterschiedlichsten Blickwinkeln auf das vergangene Jahr zurück. Aber alle gehen mit Zuversicht ins Jahr 2017.

Martina Odermatt
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Ruth Stöckli-Birrer (von links, 63, Zell), Matteo Wermelinger (6, Meggen), Sarah Wermelinger (40, Meggen), Theo Birrer (88, Zell). (Bild: Roger Grütter (Meggen, 24. Dezember 2016))

Ruth Stöckli-Birrer (von links, 63, Zell), Matteo Wermelinger (6, Meggen), Sarah Wermelinger (40, Meggen), Theo Birrer (88, Zell). (Bild: Roger Grütter (Meggen, 24. Dezember 2016))

Ruth Stöckli-Birrer (63), Zell

Grossmutter von Matteo, Mutter von Sarah, Tochter von Theo

Wenn ich an das Jahr 2016 denke, erinnere ich mich zuerst an unser Familientreffen Ende Mai in Genf. Das war ein sehr freudiger Anlass. Auch eine Pilatus-Rundfahrt mit meiner Tochter und meinem Enkel bleibt in guter Erinnerung.

Dieses Jahr durfte ich zudem als Therapeutin für Chinesische Medizin wieder Menschen auf ihrem Weg begleiten. Zu sehen, dass immer mehr Menschen begreifen, dass sie Schöpfer ihres Lebens sind, und Verantwortung dafür übernehmen, freut mich enorm.

In das Jahr 2017 gehe ich voller Zuversicht und Vertrauen. Besonders freue ich mich auf Anfang November. Ab diesem Zeitpunkt lasse ich mich als Therapeutin nicht mehr beim Erfahrungs­medizinischen Register eintragen und rechne damit nicht mehr über die Krankenkasse ab. Dann kann ich meiner wunderbaren Arbeit ohne Druck und bürokratische Abläufe nachgehen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Vertrauen die Angst vertreibt und dass die Menschen dankbarer werden für die Fülle, die uns das Leben besonders in der Schweiz bietet.

Matteo Wermelinger (6), Meggen

Sohn von Sarah, Grosskind von Ruth, Urgrosskind von Theo

Am allerbesten hat mir dieses Jahr die Wasserrutsche in Dubai gefallen. Wir waren in einem Wasserpark, und da hatte es eine Rutschbahn, die sehr steil war. Papi hat sich auch getraut, mit mir auf die Rutsche zu gehen. Wir mussten zusammen mit zwei anderen Personen in einen Reifen sitzen, für das Gleichgewicht. Die Rutschbahn war so toll, dass Papa und ich immer wieder runtergerutscht sind. Ich freue mich schon darauf, wenn wir nächstes Jahr wieder dorthin gehen.

Ich habe dieses Jahr auch das Velofahren gelernt. Seitdem fahre ich ständig die Strasse rauf und runter. Und ich tschutte neu beim FC Meggen.

Ausserdem verlor ich dieses Jahr meine ersten drei Milchzähne. Im Moment habe ich vorne eine Zahnlücke bei den Schneidezähnen. Nun kann ich super pfeifen.

Im kommenden Jahr freue ich mich sehr auf die Schule. Am liebsten wäre ich schon dieses Jahr gegangen, habe dann aber noch ein zweites Jahr lang den Chindsgi besucht. Ich kann es kaum erwarten, bis es im Sommer endlich so weit ist.

Sarah Wermelinger (40), Meggen

Mutter von Matteo, Tochter von Ruth, Grosskind von Theo

Ende 2015 verlor ich meine Grossmutter und diesen Sommer auch meinen Grossvater. Plötzlich wird dir die eigene Endlichkeit bewusst, und du fängst an nachzudenken. Zudem durfte ich dieses Jahr meinen 40. Geburtstag feiern. Dies hat mich auch dazu gebracht, zurück und nach vorne zu schauen.

Gerne erinnere ich mich beispielsweise an weisse Weihnachten, als ich noch ein Kind war und ich draussen mit meinen Geschwistern Schneemänner bauen und wir uns mit Schneebällen bewerfen konnten. Mit dem Klimawandel ist es leider meinem Sohn Matteo nicht mehr vergönnt, an Weihnachten im Schnee zu toben. Das finde ich schade. Heutzutage kommt der Schnee immer später, bleibt dafür bis im April oder Mai.

Als Teilzeitarbeitskraft in der Firma meines Mannes und als Hausfrau und Mami ist in meinem Alltag das ganze Jahr über immer etwas los. Ich schätze diese Abwechslung sehr. Auch die Ferien geniesse ich, da wir alle sehr gerne reisen. Ab und zu geht Matteo auch zu seiner Grossmutter, dann geniesse ich die Zweisamkeit mit meinem Mann.

Theo Birrer (88), Zell

Urgrossvater von Matteo, Grossvater von Sarah, Vater von Ruth

Bis Ende letzten Jahres habe ich meine Frau zu Hause gepflegt. Wir waren 65 Jahre verheiratet, und ich habe mich, als sie schwer krank wurde, zu Hause um sie gekümmert. Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Ende 2015 ist sie von uns gegangen, und auch wenn ich sie sehr vermisse, geniesse ich die neu gewonnene Freizeit. Ich hatte dieses Jahr wieder Zeit, auf die Pirsch zu gehen. Den Wald zu hegen und zu pflegen, das hat mich gefreut. Es ist schön, zu sehen, wie sich dieser entwickelt. Auch im Garten konnte ich wieder mehr Zeit verbringen. Und ich war das erste Mal seit zehn Jahren wieder einmal in den Ferien. Meine Tochter Ruth hat mich nach Teneriffa eingeladen. Das war super.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich weiterhin so «guet zwäg» bleibe. Ich bin 88 und noch immer gut zu Fuss unterwegs, kann noch Auto fahren und so aktiv am Leben teilhaben. Ich möchte auch weiterhin bei allen Aktivitäten mitmachen können, die mich reizen. Das ist für mich Lebensqualität, und die will ich mir auch in Zukunft bewahren.

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch