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JAZZ FESTIVAL WILLISAU: Kontinuität und stetige Erneuerung

Zum 42. Mal bietet das Jazz Festival Willisau (31. August bis 4. September) Einblick in die Szene der zeitgenössischen improvisierten Musik. Zu hören sind gestandene Musiker wie Roscoe Mitchell und David Murray, aber auch Neuentdeckungen wie die Französin Eve Risser. Erstmals widmet das Festival einen ganzen Tag einem Musiker: dem Amerikaner John Zorn.
Impression des Jazz Festivals in Willisau. (Symbolbild) (Bild: Archiv Neue LZ)

Impression des Jazz Festivals in Willisau. (Symbolbild) (Bild: Archiv Neue LZ)

Es ist bewundernswert, wie es Organisator Arno Troxler gelingt, den roten Faden der Willisauer Festivaltradition aufzunehmen und ihn mit neuen Fäden, die ihm in der heutigen Klanglandschaft auffallen, zu verweben. Und wie daraus jedes Jahr ein neues Muster entsteht ? oder adäquater: Wie jedes Festival seinen eigenen Soundtrack entfaltet.

Hier ist ein Organisator am Werk, der 2010 eine gut eingespielte Organisation und einen Anlass von hoher Bekanntheit und Qualität übernehmen konnte, der aber seinen Weg finden musste, um diesen Anlass neu zu ?komponieren? und mit persönlichen Präferenzen zu erweitern.

Dabei ist Troxler nicht zu beneiden: Er muss in einem unübersichtlichen, überquellenden Angebot von Musik-Events ein eigenständiges Profil behalten und in der Fülle das Solitäre pflegen. Und das in einem zusehends härteren Konkurrenzkampf. Das Publikum muss jedes Jahr wieder neu animiert werden, aus der Bequemlichkeit auszubrechen, den Weg nach Willisau unter die Füsse zu nehmen, wo es doch ? wie die Werbung suggeriert - alles und jedes auch zu Hause oder zumindest gleich um die Ecke haben könnte.

Zum Auftakt Trompeter Schärli

Ein Beispiel für Arno Troxlers Balance zeigt sich am Eröffnungsabend. Den Auftakt macht Peter Schärli mit seinem Trio und dem Posaunisten Glenn Ferris. 1955 im benachbarten Schötz geboren, wurde Schärli in Willisau sozusagen musikalisch sozialisiert und geprägt. Als 1975 das erste Festival stattfand, war er 20 Jahre alt. Parallel zu ?Jazz in Willisau? entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Trompeter der Schweiz.

Als zweite Gruppe tritt am Mittwoch das Trio von Roscoe Mitchell auf. Mitchell war vor genau 40 Jahren mit dem Art Ensemble of Chicago erstmals in Willisau. Jetzt kommt der 76-jährige Saxofonist mit zwei jüngeren Musikern nach Willisau; mit dabei der 42-jährige Schlagzeuger Mike Reed, der selbst zu den treibenden Kräften der aktuellen Chicagoer Szene gehört.

Der Samstag gehört John Zorn

Erstmals widmet das Festival einem Musiker, dem 62-jährige John Zorn, einen ganzen Tag (den Samstag) mit sechs Konzerten. Zorn, der in New York seit den achtziger Jahren praktisch eine eigene Downtown-Szene aufgezogen hat und zu den einflussreichsten Musikern gehört, mäandert rastlos zwischen radikaler Free Music/Noise, Neuer Musik und der jüdischen Musiktradition, zwischen Improvisation und Komposition.

Sechs Gruppen nehmen sich auf je andere Art der Musik Zorns an. Am Nachmittag sind die Masada-Interpretationen angesagt, am Abend stehen unter anderem die 2015 geschriebenen ?Bagatelles? auf dem Programm (eine abgespeckte Version der New Yorker Konzertreihe, wo sich im Village-Vanguard-Club eben erst 15 Ensembles dieser Kompositionen annahmen). Neben Zorn sind u.a. Dave Douglas, Joey Baron, John Medeski und Marc Ribot zu hören.

Hundert Musiker in Willisau

Eine Entdeckung verspricht das Festival mit dem Trio ?En-Corps? der französischen Pianistin Eve Risser. Am gleichen Abend (Donnerstag) ist auch die grösste Formation in diesem Jahr zu hören: das deutsch/schweizerische Bottom Orchestra von Kaspar von Grüningen, das sich zwischen Jazz, Improvisation und Neuer Musik bewegt. Abgeschlossen wird das Festival am Sonntag mit dem Trio ?Beauty & Truth? des 72-jährigen deutschen Pianisten Joachim Kühn.

Insgesamt rund hundert Musiker holt Arno Troxler in diesem Jahr nach Willisau. Dank der Zorn-Hommage wird das Hauptprogramm klar von amerikanischen Musikern dominiert. Kompensiert wird diese Dominanz bei den elf Konzerten der Reihen Intimities, Late Spot sowie den Zeltkonzerten, wo die Schweizer Musiker deutlich in der Überzahl sind.

sda

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