Kommentar

Jeder 13. Luzerner ist arm: Bildung hilft gegen Armut

Eine neue Statistik gibt über die Finanzsituation der Luzernerinnen und Luzerner Auskunft. Dabei fällt auf: Das Haushaltseinkommen steigt zwar, der Wohlstand ist aber ungleich verteilt. Der Kanton handelt – und setzt den richtigen Fokus.

Livia Fischer
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Livia Fischer.

Livia Fischer.

Das durchschnittliche Haushaltseinkommen der Luzernerinnen und Luzerner nimmt zu. Während es 2010 noch 87'700 Franken gewesen sind, waren es bei der jüngsten Erhebung vor vier Jahren 93'100 Franken.

Und trotzdem: Der armutsbetroffene Anteil der Luzerner Bevölkerung ist von 7,4 Prozent (Stand 2010) auf 7,5 Prozent gestiegen. Dies sind 29'300 Personen, welche die notwendigen Ressourcen für die Lebenshaltung nicht selbst aufbringen können beziehungsweise deren Haushaltseinkommen nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und der Steuern unter dem sozialen Existenzminimum liegt.

Immerhin halfen Unterstützungsgelder wie die Sozialhilfe über der Hälfte der Betroffenen, aus der Armut heraus zu kommen. Dass diese Mittel nötig sind und auch künftig wichtig bleiben werden, sieht auch der Luzerner Regierungsrat so. Geht es um die Armutsprävention sowie die Armutsbekämpfung, verfolgt er aber eine andere Strategie – und setzt auf höhere Bildungschancen und eine bessere Arbeitsvermittlung. Erste Massnahmen dazu hat er schon getroffen.

Das ist auch richtig so. Denn wer über einen höheren Bildungsabschluss verfügt, hat auch bessere Chancen auf ein höheres Einkommen. Nicht zuletzt sind viele der Menschen, die Sozialhilfe beziehen, arbeitslos. Die Unterstützung von Stellensuchenden ist darum wichtig. Ein Punkt, der aus aktuellem Anlass die Politik auch im nächsten Jahr stark beschäftigen wird.