«Jeder Rappen zählt»: Stadt spendet 20'000 Franken

Zufall oder nicht? Nur gerade einen Tag nach der Steuererhöhung unterstützt der Stadtrat die Aktion «Jeder Rappen zählt». Stadtpräsident Stefan Roth überbrachte am frühen Montagmorgen einen Scheck in der Höhe von 20'000 Franken.

Drucken
Teilen
«Jeder Rappen zählt.» Die Glasbox auf dem Europaplatz in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

«Jeder Rappen zählt.» Die Glasbox auf dem Europaplatz in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Luzerner Stadtpräsident Stefan Roth konnte am Montag nicht ausschlafen. Am Tag nach dem Volks-Ja zur Steuererhöhung war er am Morgen einer der ersten Gäste in der Glasbox von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) auf dem Europaplatz in Luzern. Dort wird seit Montag wieder live für die Aktion «Jeder Rappen zählt» Geld gesammelt.

Roth brachte einen Scheck in der Höhe von 20'000 Franken mit. Und dies, obwohl er der Bevölkerung eben erst eine Steuererhöhung abgerungen hat. Gibt der Stadtpräsident jetzt das Geld bereits wieder mit beiden Händen aus? Roth verneint: «Luzern hat seit jeher eine lange humanitäre Tradition. Die Stadt zeigt sich immer wieder solidarisch mit Menschen in Not.» Im Budget des laufenden Jahres – vom Volk im Mai gutgeheissen – sind 120'000 Franken für Solidaritätsbeiträge vorgesehen. Der gleiche Betrag ist auch im Budget 2013 enthalten.

Spende vor Monaten beschlossen

Die Finanzverwaltung hat die Spende schon vor Monaten beschlossen, der Stadtrat wurde darüber informiert. «Weil es zur Tradition der Aktion gehört, dass der erste Gast jeweils der Stadtpräsident des Veranstaltungsortes ist, wurde der Scheck am Montag überreicht», sagt Roth. Letztes Jahr war Roths Vorgänger Urs W. Studer mit einem Geldbetrag in der Glasbox zu Gast.

Gemäss Auskunft der Finanzdirektion werden die Solidaritätsbeiträge der Stadt hauptsächlich für Hilfsaktionen der Glückskette gesprochen. Sie sollen Opfern von Katastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben im In- und Ausland zugutekommen. So etwa hat Luzern vor zwei Jahren 20'000 Franken für die Erdbebenopfer in Haiti und 45'000 Franken für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan überwiesen. «Die nicht benötigten Mittel werden Ende Jahr weiteren zertifizierten Hilfsorganisationen zugesprochen. Der Hauptanteil geht an die grossen schweizerischen Hilfswerke», sagt Roth. Ob dieses Geld in der Schweiz eingesetzt wird, ist offen. «Die Hilfswerke sind frei in der Verwendung des Geldes», so Roth.

In Luzern sammelt SRF noch bis am Samstag Geld für einen weltweit besseren Zugang zu Trinkwasser – zusammen mit der Glückskette. Die Spendenshow wird nonstop auf Radio SRF 3 und zeitweilig auch auf dem Fernsehkanal SRF 2 übertragen. In der Glasbox moderiert das Trio Nik Hartmann, Kathrin Hönegger und Franziska von Grünigen.

Fernsehen zahlt keine Miete

SRF bezahlt für die Nutzung des öffentlichen Grundes gemäss Stadt keine Gebühren. Der Entscheid basiere auf Artikel 8 des Reglements über die Nutzung des öffentlichen Grundes. Dort heisst es: «Der Stadtrat oder die von ihm bezeichnete Stelle kann die Nutzungsgebühren und die Auslagen teilweise oder vollständig erlassen, wenn ein erhebliches öffentliches Interesse besteht.» Dies ist laut der Stadt bei der Aktion «Jeder Rappen zählt» der Fall.

Stadtpräsident Stefan Roth durfte nach dem Gespräch mit Moderatorin Kathrin Hönegger in der Glasbox einen Musiktitel wünschen. Gespannt wartete man am Radio auf einen Schlager von Helene Fischer, der erklärten Lieblingssängerin von Roth.

Die Überraschung war gross – Stadtpräsident Stefan Roth wünschte sich den Song «A Kind Of Magic» der legendären britischen Rockband Queen. Nicht für sich selber notabene, sondern für seine Frau Ursi.

Christian Bertschi

Weitere Informationen zur Aktion «Jeder Rappen zählt»