Jeder zweite Abgewiesene taucht unter

141 Personen sind heuer in Luzern nach einem negativen Asylentscheid untergetaucht. Die meisten von ihnen sieht das Amt für Migration nie wieder.

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Asylbewerber beim Ausfüllen eines Antrags. Ein Miratbeiter von der Securitas gibt Hilfestellung. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Asylbewerber beim Ausfüllen eines Antrags. Ein Miratbeiter von der Securitas gibt Hilfestellung. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

141 Asylsuchende sind gemäss Amt für Migration im Kanton Luzern in diesem Jahr schon untergetaucht, letztes Jahr waren es 291 Personen. Rechtskräftige Wegweisungsentscheide und Untertauchen hängen direkt zusammen, wie Max Plüss erklärt: «Je mehr Personen das Land verlassen müssen, desto mehr entziehen sich dem Wegweisungsvollzug durch untertauchen.»

Zur Fahndung ausgeschrieben

Viele verschwinden während der fünftägigen Beschwerdefrist nach dem ablehnenden Entscheid. Seit 1. Januar dieses Jahres können Personen nach erfolgtem Wegweisungsentscheid in Ausschaffungshaft genommen werden. Plüss: «Die Zahl der Untergetauchten konnte darum wieder reduziert werden.» Der Kanton Luzern lässt diese national zur Fahndung ausschreiben. Aufgrund des Fingerabdruckvergleichs würde sofort aufgedeckt, wenn diese in einem anderen Kanton wieder ein Asylgesuch stellen würden.

Doch wohin setzen sich die Untergetauchten ab? «Es gibt keine verlässlichen Hinweise, wohin die Leute gehen. Wir vermuten, dass einige ins Herkunftsland zurückkehren, andere sich in Drittländer absetzen und ein Teil irgendwo illegal in der Schweiz bleibt», so Plüss. «Da wir von den meisten Untergetauchten nie wieder etwas hören, gehen wir davon aus, dass sich die meisten ins Ausland absetzen.»

Christian Bertschi

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