Tanzaufführung
Schon 300 Anmeldungen für Jerusalema-Challenge in Luzern

Das Interesse an einer grossen Tanzaufführung am 28. August in Luzern wächst. Trotz unklarer epidemiologischer Lage feilt das OK schon an Zusatztänzen und sucht nach Sponsoren.

Alexander von Däniken
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Die Pandemie zieht sich; die Sehnsucht nach einem möglichst normalen Sommer wächst. Das geht auch dem OK der Jerusalema Challenge Luzern so. Zur Erinnerung: Der Song «Jerusalema» von Master KG und der dazugehörige Tanz gehen seit Monaten viral. Die Luzerner Jugendbrassband ...

Video: Youtube BML Talents

... und auch die Zuger Polizisten stellten ihre selbstgedrehten Tanzvideos online – mit Erfolg.

Was die Zuger Polizei vorgemacht hat, soll im Sommer im grösseren Massstab auch in Luzern stattfinden.

Beitrag: Visthanna Vimalakanthan

Da die Tanzstudios in der Region schon länger geschlossen sind, hat der Luzerner Daniel Krucker eine grosse Challenge ins Leben gerufen. Die Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer bringen die Schritte Interessierten kostenlos und coronakonform bei. Und an einem Sommertag sollen möglichst viele Teilnehmer gemeinsam zu «Jerusalema» tanzen.

Die Rückmeldungen auf den Artikel vom Februar waren laut Krucker überwältigend. Das bestätigt auch Nicole Tobler, die neu für das Administrative zuständig ist: «Wir haben bereits 300 Anmeldungen. Auch Workshops sind laufend neue dazu gekommen.» Praktisch alle seien ausgebucht. Ein wenig Platz gebe es nur noch an der Tanzschule «Tanzeifach» in Buochs NW. Anmelden können sich Interessierte bei nicoletobler@gmx.net. Viele würden bei der Challenge mitmachen, weil sie wieder einmal mit anderen gemeinsam tanzen wollen, sagt Tobler. «Sie möchten sich selber eine Freude machen und einen Moment lang Corona und all die Einschränkungen vergessen.»

«Ständig eine rollende Planung»

Im Mai sind Probeaufführungen geplant – wo und wie, hängt von aktuellen Bundesratsentscheiden ab. Genau diese Unsicherheit begleitet das Projekt seit Beginn an. «Es ist quasi ständig eine rollende Planung», sagt Tobler. Erst kürzlich ist die grosse Aufführung vom 3. Juli auf den 28. August verschoben worden. Wo diese stattfindet, wird laut Nicole Tobler derzeit evaluiert: «Wir können uns einen Ort in der Stadt Luzern vorstellen.» Ebenfalls abgeklärt werden derzeit Sponsorings – etwa für einheitliche T-Shirts. Und allfällige Urheberrechtsfragen sind ebenfalls schon diskutiert worden.

Die Gebührenabklärungen hat Birgit Rüetschi gemacht. Sie ist Linedance-Tanzlehrerin in Gisikon und hat am 13. März einen «Jerusalema»-Workshop angeboten. Die Auskünfte der Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik, der Suisa, sind laut Rüetschi im Sinne der Veranstaltenden. Zwar hängen Urheberrechts- und Nutzungsgebühren von verschiedenen Kriterien ab und sind noch nicht klar. Das Filmen dürfte jedoch kostenlos sein, da es sich um einen Non-Profit-Anlass von Privaten handle.

«Footloose» als freiwillige Zugabe

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können übrigens laut Rüetschi noch an einen weiteren Tanz wagen: «Wer ‹Jerusalema› schon kennt, darf an den Workshops auch ‹Footloose› lernen.» Dabei handle es sich um einen einfachen und coronakonformen Linedance. Zusätzlich sollen die teilnehmenden Tanzschulen noch einen weiteren Tanz aufführen können. «Jetzt muss Ende August nur noch der Rahmen stimmen.»

Jerusalema tanzen in Luzern.

Jerusalema tanzen in Luzern.

Bild: Prinstscreeen

Der Vorteil des Jerusalema-Tanzes ist, dass dabei der Abstand gewährt werden kann. «Wir würden auch Masken anziehen», fügt Nicole Tobler an. Das Zeichen ist klar: In einer Zeit, in der viele Anlässe abgesagt werden, brauche es dennoch etwas, das stattfindet. Nicole Tobler selbst kam über zwei ihrer drei Kinder zu «Jerusalema». Sie hätten den Tanz in der Schule gelernt und begeistert zu Hause weitergemacht. «Obwohl ich eher unmusikalisch bin, sind wir zusammen an den Workshop nach Horw zu Tanzlehrer Marcel Schneider. Es hat mir sehr gefallen, wie heterogen die Teilnehmer waren und sind.» Auch vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge würden mitmachen, was zum Lied passe. «Letztlich geht es um Lebensfreude – genau das braucht es in dieser Zeit.»