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Jetzt ist es wieder so weit – die Grippesaison ist da

Marco Rossi, Chefinfektiologe des Luzerner Kantonsspitals, nimmt Stellung zu den häufigsten Fragen rund um die Grippe.
Yasmin Kunz
Nun ist der ideale Zeitpunkt, die Grippeimpfung zu machen. Marco Rossi, Chefinfektiologe des Luzerner Kantonsspitals, impft hier im Bild Mitarbeiterin Rahel Heer (Bild: Dominik Wunder, Luzern, 23. Oktober 2018)

Nun ist der ideale Zeitpunkt, die Grippeimpfung zu machen. Marco Rossi, Chefinfektiologe des Luzerner Kantonsspitals, impft hier im Bild Mitarbeiterin Rahel Heer (Bild: Dominik Wunder, Luzern, 23. Oktober 2018)

Noch ist unklar, wie heftig sie sein wird und wie lange sie dauern wird. Die Rede ist von der Grippe. «Es wäre wie Kaffeesatzlesen, wenn man über die bevorstehende Grippesaison eine Prognose wagen würde», sagt Marco Rossi, Chefinfektiologe des Luzerner Kantonsspitals (Luks). Meist werden die ersten Grippefälle, die in Hausarztpraxen auftreten, im Oktober beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeldet. In der aktuellen Saison registrierte das BAG bisher einen Fall. Am Luks wurden in der laufenden Saison drei Fälle beobachtet. Rossi: «In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Grippesaison frühestens im Dezember beginnt und den Höhepunkt meist im Februar bis März erreicht.» Nichtsdestotrotz ist sie jetzt ein Thema – und zwar, weil es nun der geeignete Zeitpunkt ist, sich gegen das Virus impfen zu lassen.

Wir haben in diesem Zusammenhang Marco Rossi mit den gängigsten Aussagen zur Grippe und Impfung konfrontiert:

Die Grippe ist harmlos.

Marco Rossi: Das stimmt häufig für zuvor gesunde Menschen. Selten können auch diese schwer erkranken und Komplikationen erleiden. Ein grösseres Risiko für Komplikationen tragen kleine Kinder, betagte Menschen und solche, die an einer Grunderkrankung leiden wie etwa Herzkrankheiten, Nierenproblemen oder Tumoren.

Der Grippeimpfschutz ist meist ungenügend.

Die Wirksamkeit des Impfstoffes variiert von Jahr zu Jahr relativ stark. Über die letzten Jahre hinweg wurde eine Wirksamkeit zwischen 30 und 70 Prozent gemessen, im Schnitt kann von 50 bis 60 Prozent Schutzwirkung ausgegangen werden. Bei einer Krankheit, die so häufig in Erscheinung tritt wie die Grippe, hat diese Impfschutzquote eine grosse Wirkung.

Nach der Impfung wird man krank.

Die Grippeimpfung kann – wie jede Impfung – Nebenwirkungen hervorrufen. Dazu gehören etwa ein schmerzender Arm um die Einstichstelle sowie ein fiebriges Gefühl. Aber die Impfung löst in keinem Fall die Grippe aus.

Die Impfung ist nur für ältere und angeschlagene Personen sinnvoll.

Diese Personengruppen haben tatsächlich ein erhöhtes Risiko, im Falle einer Grippe Komplikationen wie eine Lungenentzündung durchzumachen. Darum empfiehlt das BAG ihnen die Grippeimpfung. Wichtig ist aber auch, dass sich zum Beispiel bei schwerkranken Personen das Umfeld impfen lässt. Denn bei schwerkranken Personen kann eine Grippe lebensbedrohlich verlaufen, aber ausgerechnet bei den am meisten gefährdeten Menschen spricht die Impfung am wenigsten an. Das gilt insbesondere auch in den Spitälern und Heimen. Berufsleute, die mit Menschen zusammenarbeiten, deren Immunsystem geschwächt ist, sollten sich impfen lassen.

Die Grippe bekommt man nur im Winter.

Das zeigen die Erfahrungswerte. Eine Erklärung dafür ist, dass man sich im Winter mehr drinnen aufhält und die Grippe sich durch den engeren Kontakt besser überträgt. Und bei trockener und kalter Luft können sich die Viren womöglich besser vermehren. Es gibt auch die sogenannte Sommergrippe, die mit der Influenza aber nicht verwechselt werden darf, weil es sich dabei nicht um Influenzaviren handelt.

Stress kann die Grippe auslösen.

Stress kann die Erkrankung begünstigen, aber nicht auslösen. Fakt ist: Menschen, die unter Stress leiden, haben in der Regel ein angeschlagenes Immunsystem und können folglich Viren schlechter abwehren. Ausserdem dürfte unter Stress der Verlauf einer Grippe schwerer sein.

Antibiotika helfen gegen Grippe.

Antibiotika eliminieren keine Viren und sind daher nutzlos gegen Influenza. Nur bakterielle Infekte werden mit Antibiotika behandelt. Darum ist es bei Grippesymptomen wichtig, klinisch oder mit einem Test zwischen einer Influenza-Grippe und einer Erkältung zu unterscheiden. So können unnötige Antibiotikabehandlungen vermieden werden. Kommt es aber im Verlauf der Grippeerkrankung beispielsweise zu einer Lungenentzündung ist eine Antibiotikatherapie angezeigt.

Grippe und Erkältung ist dasselbe.

Grippe und Erkältung weisen ähnliche Symptome auf. Eine sichere Unterscheidung ist nicht immer möglich. Häufig tritt eine Grippe plötzlich auf und dauert markant länger als eine Erkältung. Und die Symptome bei einer Grippe sind meist deutlich heftiger: Gliederschmerzen, Schüttelfrost, hohes Fieber, Husten, Appetitlosigkeit sowie starke Müdigkeit. Eine Erkältung hingegen macht sich oft schleichend bemerkbar. Dabei zeigen sich Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen sowie leichtes Fieber.

So schützen Sie sich

(kuy) Die Grippe wird in der Regel via Tröpfchen übertragen. Um das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren, rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Hände regelmässig und gründlich zu waschen und bei Husten und Niesen ein Taschentuch zu verwenden. Die Wahrscheinlichkeit, an Grippe zu erkranken, kann mit einer Impfung reduziert werden. Das BAG empfiehlt sie namentlich Personen ab 65 Jahren, Schwangeren und Personen mit chronischen Erkrankungen. Der richtige Zeitpunkt für die Impfung liegt zwischen Oktober und Ende November.

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