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Jetzt ist klar: Mieten im Schönbühl-Hochhaus steigen bis zu einem Drittel

Die Wohnungen im Luzerner Hochhaus des Stararchitekten Alvar Aalto kosten nach der Totalsanierung deutlich mehr. Nicht einmal der Veloabstellplatz ist gratis. Der Eigentümer sagt, weshalb.
Roman Hodel
Mit dem Gesicht des Meisters – Architekt Alvar Aalto – wirbt man um neue Mieter für das Schönbühl-Hochhaus. (Bild: Pius Amrein, Luzern 13. März 2019)

Mit dem Gesicht des Meisters – Architekt Alvar Aalto – wirbt man um neue Mieter für das Schönbühl-Hochhaus. (Bild: Pius Amrein, Luzern 13. März 2019)

Die Aussicht ist toll aus den Wohnungen des 16-stöckigen Hochhauses beim Shopping-Center Schönbühl in Luzern. Man blickt auf den See, die Berge...

Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 9. August 2018)

Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 9. August 2018)

...trotzdem waren die Mietzinse bislang moderat. 3,5 Zimmer zum Beispiel gab’s je nach Etage für 1500 bis 2750 Franken brutto. Damit ist nun Schluss. Nach der momentan laufenden Totalsanierung kosten 3,5 Zimmer zwischen 2040 und 3390 Franken brutto. Das bedeutet bis zu einem Drittel mehr, wie ein Blick auf die kürzlich aufgeschaltete Webseite zeigt.

«Es wird auch ein völlig anderes Gebäude sein», sagt Nicolas von Schumacher – seiner Familie gehört das 1968 bezogene und vom finnischen Star-Architekten Alvar Aalto entworfene Hochhaus. Dies beginne bei der Erdbebensicherheit, gehe über den Lärmschallschutz und die Bodenheizung bis zum Standard. Letzterer sei vergleichbar mit Eigentumswohnungen. Von Schumacher:

«Die Mieter solcher Wohnungen erwarten heute etwa einen eigenen Waschturm.»

Trotzdem könne von Luxus keine Rede sein. «Eine Totalsanierung kostet sehr viel Geld und entsprechend sind wir gezwungen, den Standard auf den durchschnittlichen Level einer Neubauwohnung anzuheben», so von Schumacher. Rund 23 Millionen Franken werden investiert.

Eigentümer Nicolas von Schumacher in der Penthouse-Wohnung. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 9. August 2018)

Eigentümer Nicolas von Schumacher in der Penthouse-Wohnung. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 9. August 2018)

Die Arbeiten geschehen in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege, denn das Haus steht auf der Inventarliste. Es ist das einzige Werk von Alvar Aalto in der Schweiz. «Nur schon deshalb sind wir verpflichtet, das Gebäude zu pflegen», sagt von Schumacher. Das sei selbstverständlich auch im Interesse der Familie, für die das Hochhaus ebenfalls einen besonderen Wert habe. Obschon er zugeben müsse, dass ein Ersatzbau eventuell ökonomischer gewesen wäre, was aber nicht geprüft worden sei. «Wir haben ohnehin nie den maximalen Ertrag herausgeholt», sagt von Schumacher. So seien die Mietzinse mit Blick auf die Lage und die Wohnungsfläche – 3,5 Zimmer beispielsweise auf 95 Quadratmetern – bisher vergleichsweise «sehr tief» gewesen.

Und jetzt? «Der Vergleich mit ähnlichen Objekten in der Region zeigt, dass wir uns bezüglich künftigem Mietzins in guter Gesellschaft befinden», sagt von Schumacher. Zumal sie in anderen Häusern im Quartier weiterhin auch günstige Wohnungen anböten. «Klar, im 14. Stock sind die Preise schon nochmals auf einem anderen Niveau – aber diese Lage ist auch einzigartig.» Letzteres gilt auch für etwas anderes: Wer ein Velo besitzt, muss einen Abstellplatz im Untergeschoss mieten – für 25 Franken im Monat. Aussenabstellplätze gibt es keine, schon gar nicht gratis. Das ist im Vergleich zu den meisten anderen Wohnüberbauungen eher ungewöhnlich. «Veloabstellplätze haben bei uns schon immer gekostet, nur waren sie bisher etwas günstiger», sagt von Schumacher und spricht von einem fairen Preis:

«Wir müssen per Gesetz Veloabstellräume bereitstellen und weil immer mehr Leute – erfreulicherweise – das Velo benützen, brauchen diese entsprechend Platz. Und das alles kostet.»

Von den 91, per 1. September bezugsbereiten Wohnungen sind aktuell 26 reserviert. Darunter sogar einige von bisherigen Mietern. Sie lassen sich von den neuen Mietzinsen offenbar nicht abschrecken. «Das ist erfreulich und übertrifft unsere Erwartungen», sagt von Schumacher. Etwas weniger gut läuft es bei der benachbarten, neuen Überbauung Schönbühl-Allee, die bereits ab Mai bezugsbereit ist: Dort sind 16 der 48 Mietwohnungen vergeben und drei reserviert. «Durch die Nähe zum Hochhaus kannibalisieren wir uns selber ein bisschen», sagt von Schumacher. Gleichwohl ist er überzeugt, dass das Schönbühl-Quartier auf dem harziger gewordenen Wohnungsmarkt im Vorteil ist: «Die Nähe zur Innenstadt, zu den Schulen wie auch die Versorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs und die Lage am See sind einfach top.»

Das gilt erst recht für das Penthouse im 15. Stock, das ebenfalls noch zu haben ist und in dem es so aussieht:

Sieben Zimmer auf 400 Quadratmetern Fläche plus Riesenterrasse. Mietzins? Von Schumacher sagt: «Der ist vertraulich.»

Pächter für Restaurant im Erdgeschoss steht fest

Im Erdgeschoss des Schönbühl-Hochhauses wird es definitiv wieder einen Restaurantbetrieb geben. Der Pächter steht gemäss Eigentümer Nicolas von Schumacher fest: «Wir sind momentan am Erarbeiten des Konzepts, mehr kann ich noch nicht sagen.» Die Eröffnung ist auf den 1. September vorgesehen. (hor)

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