Jetzt wird's noch bunter am Schweizerhofquai: Migros Klubschule wirbt mit farbigen Fenstern

Der Lichterstreit zwischen der Stadt Luzern und dem Hotel Schweizerhof geht bald ins fünfte Jahr. Das schreckt Nachahmer jedoch nicht ab. Die farbigen Fenster machen Schule – und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft.

Sandra Monika Ziegler
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Die bunten Fenster beim Hotel Schweizerhof sind des einen Freud, des anderen Leid – und seit einigen Jahren sind sie auch noch Juristenfutter. Denn seit bald fünf Jahren versuchen die Stadt und das Fünfsternehotel eine für beide Parteien akzeptable Lösung zu finden.

Was bisher geschah: Nachdem die Stadt Luzern 2016 von den Hotelbetreibern ein nachträgliches Baugesuch einforderte und dieses ablehnte, haben die Hotelbesitzer den Entscheid beim Kantonsgericht angefochten. Hier erzielten sie Ende 2017 einen Teilerfolg. Denn das Gericht entschied, dass ein Baugesuch zwar notwendig sei, die Abweisung auf der Grundlage des Kunstlichtreglements aber falsch war. Deshalb musste die Stadt nochmals über die Bücher.

Jetzt soll sich eine Lösung abzeichnen, wie Markus Hofmann, Leiter Baugesuche Stadt Luzern, bestätigt. Doch: «Ein abschliessender Entscheid steht noch aus.» Zum Inhalt könne derzeit noch nichts kommuniziert werden. Der Entscheid soll offenbar in den nächsten Wochen fallen. Dass die bunten Lichter zu grosser Aufmerksamkeit verhelfen, weiss nicht nur der «Schweizerhof»: Auch die Klubschule Migros am Schweizerhofquai hat sie für sich entdeckt:

(Bild: Boris Bürgisser, 23. Januar 2019)

(Bild: Boris Bürgisser, 23. Januar 2019)

Bunte Fenster machen Schule

Und wer zur blauen Stunde genauer hinsieht, entdeckt auf den bunten Fenstern den Schriftzug «Willkommen im Klub». Damit wird seit Anfang Januar nicht etwa auf das Nachbarhaus «Schweizerhof» angespielt, sondern in eigener Sache Werbung gemacht. Wegen exponierter Lage Bewilligung nötig Mit den farbig hinterlegten Fenstern wirbt die Schule des Grossverteilers für ihre Kursangebote, wie Pressesprecherin Antonia Reinhard sagt: «Der Slogan ‹Willkommen im Klub› steht für die neue Werbekampagne.»

Da es sich bei den bunten Fenstern um eine temporäre Aktion handelt, wird sie kaum zum Juristenfutter werden. Angesprochen auf den Lichterstreit beim Nachbarhaus, zeigt die Klubschule sich zuerst unwissend. Man sei davon ausgegangen, dass für die von innen beschrifteten Fenster keine Bewilligung nötig sei. Deshalb habe man auch für die Beschriftung der Fenster am Schweizerhofquai keine Bewilligung bei der Stadt eingeholt, sagt Antonia Reinhard.

Nach schon 8 Tagen reagierte die Stadt

Das war auch der Grund, warum sich die Stadt, nachdem sie das bunte Treiben entdeckt hatte – das war bereits nach 8 Tagen der Fall – bei der Klubschule meldete. Pressesprecherin Reinhard: «Die Stadt machte uns darauf aufmerksam, dass aufgrund der exponierten Lage und der Verkehrssicherheit eine Reklamebewilligung notwendig ist.»

Doch soweit kommt es nun doch nicht, die Klubschule wird kein Gesuch nachreichen. Denn sie konnte sich mit der Stadt Luzern innert kürzester Zeit einigen, wie Reinhard sagt und erklärt: «Wir haben mit der Stadt gemeinsam vereinbart, dass die bunte Beschriftung am 30. Januar wieder entfernt wird.»

Länger bunt wird es voraussichtlich beim Hotel Schweizerhof bleiben. Zum aktuellen Stand sagt Mike Hauser, Hotelmiteigentümer, nur knapp: «Ja, es zeichnet sich eine Lösung ab, sie ist jedoch noch nicht auf Papier. Deshalb kann auch noch nichts gesagt werden.» Angesprochen auf seinen bunten Nachbarn, dachte Hauser erst an die Hofkirche während des Lilu-Festivals. Dass die Klubschule bunt ist, ist ihm entgangen.

Der bunte Schweizerhofquai: die Migros Klubschule (links) und das Hotel Schweizerhof mit beleuchteten Fenstern. (Bild Boris Bürgisser, 23.Januar 2019)

Der bunte Schweizerhofquai: die Migros Klubschule (links) und das Hotel Schweizerhof mit beleuchteten Fenstern. (Bild Boris Bürgisser, 23.Januar 2019)