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JODELN: Freude am Jodeln steht im Zentrum

Das Entlebuch ist Luzerns Jodlerhochburg. Am 39. Entlebucher Jodlertreffen wurde am Samstag nicht nur auf höchstem Niveau gesungen – es kam auch zu einer Premiere.
Der Jodlerklub Doppleschwand eröffnet das Entlebucher Jodlertreffen in der Pfarrkirche. (Bild: Pius Amrein (Doppleschwand, 19. August 2017))

Der Jodlerklub Doppleschwand eröffnet das Entlebucher Jodlertreffen in der Pfarrkirche. (Bild: Pius Amrein (Doppleschwand, 19. August 2017))

Monika van de Giessen
redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Wohl in keiner anderen Region der Schweiz wird so viel musiziert und gesungen wie im Entlebuch. Die Talschaft zählt nicht weniger als 18 Jodlerklubs. Kein Wunder also, hat das Entlebucher Jodlertreffen in der Region einen hohen Stellenwert und erfreut sich grosser Beliebtheit. Das bestätigt auch der Dirigent des Jodlerklubs Finsterwald, Jules Renggli. «Das Jodlertreffen ist unter uns Entlebucher Jodlern ein beliebter Anlass. Diese Tradition gilt es zu pflegen.» Das Treffen wird in den meisten Fällen von einem Klub organisiert, der etwas zu feiern hat. So auch dieses Jahr. Der Jodlerklub Doppleschwand wurde vor genau 40 Jahren gegründet. Grund genug, den Geburtstag gebührend zu feiern – nicht allein, sondern mit einer ganzen Talschaft. Das Motto des Jubiläumsjahrs lautete «Chumm zu üs» und zog sich wie ein roter Faden durch das ganze Vereinsjahr. Das Jodlertreffen, an dem 420 Jodlerinnen und Jodler teilnahmen, war der Höhepunkt eines intensiven Jubiläumsjahres. Es war dem Jubilar unter der musikalischen Leitung von Markus Egli vorbehalten, das 39. Entlebucher Jodlertreffen mit dem Lied «Chumm zu üs» von Ruedi Bieri zu eröffnen.

Doppleschwand hält den Rekord

Es ist bereits das vierte Mal, dass Doppleschwand das Jodlertreffen organisiert. Vielfach gestaltet sich die Suche nach einem Organisator als äusserst schwierig. Nicht so in Doppleschwand. Dieser Klub ist bezüglich Organisieren von Jodlertreffen einzigartig. Vier Mal, das sei Rekord, betonte der Präsident der Entlebucher Jodlervereinigung, Fabian Niklaus, aus Schüpfheim. «Auf die Doppleschwander ist einfach Verlass», lobt dieser die Organisatoren anlässlich seiner Begrüssungsrede. Fabian Niklaus steht der Entlebucher Jodlervereinigung seit letztem November als deren Präsident vor. Er löste Gery Emmenegger ab. Für Fabian Niklaus ist Jodeln eine Herzensangelegenheit. «Jodeln bedeutet und gibt mir persönlich sehr viel», so Niklaus, der seit 15 Jahren dem Jodlerklub Schüpfheim angehört. Neben der musikalischen Herausforderung zählen für ihn auch Eigenschaften wie Kameradschaft und Sorgetragen zur Traditionen. Man spüre, wie das Jodeln, das Fahnenschwingen, das Alphornblasen und das Schwingen an Aufmerksamkeit gewinnen. In der heutigen schnelllebigen Zeit würden solche Werte bewusst gesucht. «Die Besucherzahlen an den jeweiligen Jodlerfesten unterstreichen diesen Trend», so der Präsident. Er dankte dem OK-Präsidenten Urs Heer und dem Vereinspräsidenten des Jodlerklubs Doppleschwand, Markus Vogel, für die Organisation dieses Grossanlasses, der mit einigen Neuerungen von sich reden machte.

Erstmals ertönte ein Mitternachtsjodel

Aus Platzgründen wurde erstmals in der Geschichte eines Jodlertreffens nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Turnhalle gesungen. Eine weitere Neuerung war, dass anstelle eines Gesamtchors, bei dem alle 18 Klubs jeweils gemeinsam auftraten, zu einem Mitternachtsjodel aufgerufen wurde. Egal wo man sich gerade aufhielt: Um Mitternacht von Samstag auf Sonntag wurde gemeinsam – so gut das «gemeinsam» halt ging – der Schwandhütte-Jutz von Sepp Zihlmann, arrangiert von Franz Stadelmann, angestimmt. Bezüglich «harmonischer Reinheit» und «Dynamik» hätte es wohl an einem eidgenössischen oder zentralschweizerischen Jodlerfest eher nicht zur Bestnote 1 gereicht. Aber am Entlebucher Jodlertreffen wird der Vortrag nicht bewertet. Vielmehr geniesst man die Kameradschaft und das gemeinsame Jodeln ohne Druck und ohne Jury.

OK-Präsident Urs Heer hat denn auch eine positive Bilanz gezogen. Der zweitägige Anlass mit rund 1800 Besuchern ist ohne Zwischenfälle verlaufen. «Wettermässig sind wir am Freitagabend mit einem blauen Auge davongekommen.» Das grosse Festzelt hielt dem Sturm stand. Einzig die beiden kleineren Zelte mussten von Männern und Frauen festgehalten werden. Die Absperrgitter und die Toi-Tois hätten dem Unwetter nicht standgehalten und kippten um.

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