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Jodelnd zum Bachelor: Die ersten Luzerner Studentinnen sind gestartet

Seit diesem Herbst bietet die Hochschule Luzern das Studienfach Jodeln an. Im ersten Semester überhaupt haben sich ausschliesslich Frauen dafür eingeschrieben – acht an der Zahl. Die Zulassungskriterien sind streng.
Lucien Rahm

Etwa gleich viele Medienvertreter, wie das Fach derzeit Studenten hat, lockte der Informationsanlass am Mittwoch an die Hochschule Luzern (HSLU). Seit rund zwei Monaten können Musikbegabte dort Jodeln als Haupt- oder Nebenfach belegen (Artikel vom 19. Januar). Acht haben sich dazu entschieden – es sind momentan ausschliesslich Frauen. Vier belegen Jodeln dabei als Hauptfach, drei als Nebenfach und eine im Rahmen eines Vorbereitungskurses. Gemessen an den rund 540 Studenten des Musikdepartements der HSLU hält sich das Studierendeninteresse, anders als jenes der Medien, noch in Grenzen. Wobei festzuhalten ist, dass der Schwerpunkt Volksmusik grundsätzlich wenig Studenten verzeichnet: Derzeit sind es fünf. Zwei davon jodeln nun in ihrem Hauptfach.

Ein Grund dafür können auch die strengen Zulassungskriterien sein. Von drei Bewerbern für den Schwerpunkt Volksmusik musste dieses Jahr einer abgelehnt werden. Im Fall des Hauptfachs Jodeln gilt dabei: «Voraussetzung ist, dass man bereits jodelt und darin schon ziemlich fit ist», sagte Nadja Räss, die das neue Fach doziert. Dabei sollten die Stimmen der jodelwilligen Studenten noch formbar sein. «Wenn man beim Vorsingen hört, dass eine Stimme nicht mehr entwicklungsfähig ist, kann das auch ein Ausschlusskriterium sein.» Eine zahlenmässige Beschränkung gebe es jedoch nicht.

Jodeldozentin Nadja Räss (Mitte) und ihre Studentin Dayana Pfammatter, begleitet von Emanuel Krucker. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 28. November 2018))

Jodeldozentin Nadja Räss (Mitte) und ihre Studentin Dayana Pfammatter, begleitet von Emanuel Krucker. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 28. November 2018))

Sie jodelt schon seit Kindertagen

Was die aktuellen Jodelstudentinnen mitbringen, zeigt das Beispiel von Dayana Pfammatter. Die 26-Jährige hat sich im Rahmen ihres «Bachelor of Arts in Music mit Schwerpunkt Volksmusik», der seit 2009 an der HSLU angeboten wird, für die volkstümliche Gesangsart entschieden. Die aus einem Oberwalliser Bergdorf stammende Frau jodelt schon seit ihren Kindertagen und hat zusammen mit ihrer Schwester bereits etliche öffentliche Auftritte absolviert, darunter auch im Schweizer Fernsehen. Sie sagt: «Es ist natürlich umso schöner, wenn man die eigene Leidenschaft zum Beruf machen kann.» Das Volksmusikstudium an der HSLU sei dazu eine «super Gelegenheit».

Das Jodelfach ist insbesondere eine Gelegenheit, die eigene Stimme zu verbessern. «Die Hauptfachstudenten haben zweimal in der Woche bei mir Unterricht», so Räss. In der einen Lektion arbeiten sie vor allem an der Technik, in der anderen wird ein bestimmtes Repertoire eingeübt. Ziel sei es, die Stimmen auf Basis fundierter Gesangsprinzipien weiterzuentwickeln. «Dabei fliessen auch Themen wie jodelspezifische Geschichte und weiteres Hintergrundwissen mit ein.»

«Es ist natürlich umso schöner, wenn man die eigene Leidenschaft zum Beruf machen kann.»

Dayana Pfammatter, Studentin

Eingesetzt werden die Stimmen während des Studiums zudem nicht nur im klassischen Jodelstil. «Wir experimentieren mit verschiedenen Formen», so Räss. Nebst Naturjodeln befassen sich die Studentinnen auch mit modernen Jodelvarianten. In Formationen wie dem HSLU-eigenen Studentenensemble «Alpini Vernähmlassig» treffen Musikstudenten aus verschiedenen Studienrichtungen zusammen – was dann etwas neuzeitlichere Klänge hervorrufen kann.

Die Jodelstudentinnen setzen sich aber bei weitem nicht nur mit dem urchigen Alpengesang auseinander. «Neben ihrem Spezialfach haben sie alles andere auch am Hals», scherzte Michael Kaufmann, Direktor des HSLU-Musikdepartements. Ihr restliches Studium unterscheidet sich also zu einem Grossteil nicht von jenem der Jazz- oder Klassikstudenten. Auch sie besuchen Fächer wie Musiktheorie oder -geschichte.

Viele werden Musiklehrer

Nach ihrem Bachelorabschluss entscheiden sich einige der Musikstudenten dazu, ein Masterstudium in Musikpädagogik anzuhängen. Mit dieser Ausbildung ist es ihnen möglich, als Musiklehrer tätig zu werden. Dies sei ein Weg, den auch viele Volksmusik-Absolventen wählen, sagte Musikdirektor Michael Kaufmann. Unter ihnen befinden sich nebst den Jodlern auch Hackbrettspieler, Klarinettisten, Kontrabassisten oder Schwyzerörgeli-Spieler. «Sie unterrichten teilweise auch an Gymnasien und singen mit den Schülern künftig vielleicht nicht nur klassisch, sondern jodeln auch mit ihnen.»

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