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«Jesses, so schön!» – Tausende bejubelten den Umzug des Jodlerfests

Mit einem farbenprächtigen Umzug haben die Organisatoren das 63. Zentralschweizerische Jodlerfest gestern Nachmittag ausklingen lassen. Bei herrlichem Sommerwetter präsentierten sich nicht weniger als 43 Nummern.
Roger Rüegger

Man muss kein Kenner der Jodlerszene sein, ebenso wenig ist es nötig, sich für Einachser zu interessieren, und auch das Wildheuen muss man nicht zu seinen Hobbys zählen. Aber die Summe des Ganzen machte am 63. Zentralschweizer Jodlerfest den Reiz aus. Der Umzug am Sonntagnachmittag war denn auch ein Mix aus Brauchtum, Kultur, Musik – und aus Leidenschaft und Freude.

Die Besucherinnen und Besucher waren mehrheitlich «zivil» gekleidet, also nicht in der Tracht. Was zeigt, dass viele Nicht-Jodler anwesend waren. Das erklärt vielleicht auch, dass die zwei Fuhrwerke am Umzug – eines einer Luzerner Biermarke und eines einer Appenzeller – regen Applaus ernteten. Der Luzerner Fünfspänner vielleicht etwas mehr. Wobei das Brauereihandwerk ja auch auf eine grosse Tradition zurückblicken kann.

Brauchtum in all seinen Facetten: Die Landjugend Riviera der Luzerner Rigi-Gemeinden präsentierte sich als Wildheuer. (Bilder: Boris Bürgisser, Horw, 30. Juni 2019)

Brauchtum in all seinen Facetten: Die Landjugend Riviera der Luzerner Rigi-Gemeinden präsentierte sich als Wildheuer. (Bilder: Boris Bürgisser, Horw, 30. Juni 2019)

Mit einer imposanten Nummer mit einem ebenfalls alten Handwerk waren die Wildheuer der Landjugend Riviera der Luzerner Rigi-Gemeinden am Start. Auf einem Wagen demonstrierten Burschen den Arbeitsvorgang. Einige trugen sogar Heuballen auf den Schultern während des Umzugs. «S macht scho chli warm», sagt einer, der vornübergebeugt mit der schweren Last voranschreitet.

Auch ganz vorne waren kräftige Männer am Werk. Die Viehaussteller Horw und Hergiswil schickten ein paar Kühe ins Feld. Nicht alle folgten der Umzugsroute brav. Da und dort wollte eines an einem Zuschauer schnuppern oder einfach querfeldein auf eine leckere Wiese. Getürmt ist letztlich aber kein Tier. Dabei war auch ein prächtiger Muni. «Der heisst Locarno. Er ist der Siegermuni des nächsten Innerschweizer Schwingfest», sagt der Mann, der das Tier im Griff hat.

Marschierte mit: die Trachtengruppe Horw.

Marschierte mit: die Trachtengruppe Horw.

Stolze Besitzer lassen sich auf einen Schwatz ein

Und schon folgen die ersten Einachser und eine ganze Reihe Traktoren. Allesamt Oldtimer der Freunde alter Landmaschinen Zentralschweiz. Die Geräte sind in hervorragendem Zustand, und die stolzen Besitzer lassen sich gerne auf ein Schwätzchen ein, wenn der Umzug stockt. «Der hat 140 PS», beantwortet ein älterer Chauffeur die Frage eines interessierten Zuschauers.

Und natürlich wird immer wieder gesungen. Der Jodlerklub Echo vom Rotbach aus Hellbühl gibt ein Ständchen auf einem geschmückten Wagen. Applaus folgt dafür von den Zuschauern, die sich in grosser Zahl an schattigen Plätzen versammeln. Eine exakte Zahl ist von den Organisatoren nicht zu erhalten. «Es ist sehr schwierig abzuschätzen, wie viele sich am Sonntag in Horw aufhielten. Wir rechnen mit 70'000 Gästen in den drei Tagen. Bis Samstagabend dürften es 55'000 bis 60'000 gewesen sein», sagt Kurt Christen, Sprecher des OK.

Sonne hin, Hitze her. Edith und Romy aus Emmenbrücke wollten sich den Umzug nicht entgehen lassen. Die beiden haben eigentlich nichts mit Jodeln am Hut. «Aber jetzt wollten wir einmal einen Umzug erleben. Wir kennen ein paar Leute, die mitmachen», sagt Edith. Und schon rollt die Nummer mit ihren Bekannten an. «Schau, da ist der Jodlerklub Maiglöggli aus Emmenbrücke. Juhu Andiii...», ruft die begeisterte Frau. Sie ziehe den Hut vor all den Teilnehmern und den Helfern. «Jesses, lueg emau», ruft sie, als eine Gruppe junger und älterer Paare einen Tanz auf der Strasse aufführt. «So schön!»

Der Jodlerklub Maiglöggli aus Emmenbrücke.

Der Jodlerklub Maiglöggli aus Emmenbrücke.

Ja, schön war es. Dies fand auch der Jodlerklub Heimelig Baar, den unsere Zeitung am Samstag begleitet hat. Der 100 Jahre alte Verein hat sich in die Klasse 1 gejodelt («Zentralschweiz am Sonntag»). Die Bestnote hat sich auch Horw fürs Fest generell verdient.

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