Der Jodlernachwuchs ist bereit fürs grosse Fest in Horw

Sie sind 4-bis 16-jährig, jodeln für ihr Leben gern und freuen sich auf das fröhliche Miteinander am Jodlerfest in Horw. Für die Knabuuzer Juuzer aus Schachen sind Heimat und Tradition voll im Trend.

Monika van de Giessen
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Der Kinderjodlerchor Knabuuzer Juuzer beim Proben. (Bild: Philipp Schmidli, Schachen, 11. Mai 2019)

Der Kinderjodlerchor Knabuuzer Juuzer beim Proben. (Bild: Philipp Schmidli, Schachen, 11. Mai 2019)

Wenn aus einem Staccato ein Spaccato wird, wenn der Dirigent erklärt, was Unisono bedeutet, wenn beim Ausschnaufen der Bauch nach innen gezogen werden muss und wenn der Text eines Liedes glaubhaft eine Geschichte erzählen soll – dann ist Probe beim Kinderjodlerchor Knabuuzer Juuzer aus Schachen bei Malters. Die jungen Jodlerinnen und Jodler bereiten sich zurzeit intensiv auf das 63. Zentralschweizerische Jodlerfest vor, das vom 28. bis 30. Juni in Horw stattfinden wird.

«Steht fest mit den Füssen am Boden, ihr müsst geerdet sein», ermahnt Dirigent Martin Mendel seine 28 jodelnden Kinder. Es sind 23 Mädchen und 5 Buben im Alter von 4 bis 16 Jahren, von denen die Kleinsten weder schreiben noch Noten lesen, dafür aber singen können.

«Wir nehmen den Jury-Bericht sehr ernst»

Der Kindlerjodlerchor mit dem originellen Namen Knabuuzer Juuzer wurde 2011 gegründet. Martin Mendel leitet ihn zusammen mit der Jodlerin Sibylle Heer Fries. Bei unserem Besuch probten die Kinder und Jugendlichen gerade das Jodellied «Es chlises Büssi» der Komponistin Vreny Schmidlin. Der Auftritt am Jodlerfest in Horw wird für sie der Höhepunkt des Jahres sein.

Neben den Knabuuzer Juuzern werden vier weitere Nachwuchsformationen aus der Zentralschweiz am Jodlerfest in Horw mitmachen. Sie werden ebenfalls vor einer Jury auftreten. Allerdings ausser Konkurrenz. Die dreiköpfige Jury wird den Vortrag dennoch wie bei den Grossen in Tongebung/Aussprache, Rhythmik/Dynamik sowie Harmonische Reinheit bewerten. Im Gegensatz zu den aktiven Jodlerinnen und Jodlern, die mit der Note 1 bis 4 (Klasse 1 = sehr gut, Klasse 2 = gut, Klasse 3 = befriedigend, Klasse 4 = ungenügend) bewertet werden, erhalten die Nachwuchsjodler nach dem Fest einen schriftlichen Bericht zugestellt. Darin steht, was gut ist, beziehungsweise was es zu verbessern gilt. Chorleiterin Sibylle Heer Fries sagt dazu: «Wir nehmen den Bericht sehr ernst. Er ist eine Standortbestimmung. Wir versuchen, das was darin steht, umzusetzen.»

«Freude am Singen vermitteln»

In Zeiten von Deutschrap und Instagram ist Jodeln nicht unbedingt das erste Hobby, das man bei Kindern und Jugendlichen erwartet. Es stellt sich die Frage, ob es das Ziel eines Jugendchors ist, möglichst viel Nachwuchs für die Erwachsenen-Klubs zu rekrutieren. Bleiben tatsächlich einige Kinder beim Jodelgesang hängen? «Natürlich würde ich mich freuen, wenn die Buben oder Mädchen auch später jodeln», sagt Sibylle Heer Fries. Es sei aber nicht das Hauptziel, den «direkten» Nachwuchs für die Jodlerklubs zu generieren: «Vielmehr möchten wir Freude am Singen vermitteln, das Brauchtum weitergeben und zeigen, was es heisst, an eine Probe zu kommen und dafür Zeit zu investieren.» Wichtig sei auch «die Förderung des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Geselligkeit».

Hinweis: Die Knabuuzer Juuzer haben ihren Auftritt am Jodlerfest am Freitag, 28. Juni, um 18.56 Uhr in der katholischen Kirche Horw. Weitere Infos: www.jodlerfest-horw.ch

Sie geben am Jodlerfest in Horw ihr Bestes

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Monika van de Giessen

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