Wahlkampf in Ballwil: FDP und CVP stellen sich gegen SVP

Der kandidierende Gemeinderat Joe Schnider (SVP) erhält im Wahlkampf keine aktive Unterstützung der anderen Ballwiler Ortsparteien. Die Begründung: Die Kandidatur kam zu spät.

Pascal Linder
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Joe Schnider kann nicht auf aktive Unterstützung der CVP und FDP zählen.

Joe Schnider kann nicht auf aktive Unterstützung der CVP und FDP zählen.

Bild: PD

Am 28. Juni bestimmt die Ballwiler Stimmbevölkerung, wer den letzten freien Sitz im Gemeinderat besetzt. Nebst dem parteilosen Andreas Böhm stellte sich nachträglich Joe Schnider von der SVP zur Wahl (wir berichteten). Damit wurde die SVP den Forderungen gerecht, wonach sie einen Nachfolger für die abtretende Gemeinderätin Gabriela Käch stellen sollte. Dennoch zeigen sich die anderen Ortsparteien enttäuscht, dass Schnider nicht schon von Anfang an kandidierte.

Mit Konsequenzen: «So wie das Ganze abgelaufen ist, können wir Schnider nicht explizit unterstützen und werden den Entscheid den Wählerinnen überlassen », sagt Nicole Waldispühl, Präsidentin der FDP Ballwil. Noch am Montag nach dem ersten Wahlgang hätte die SVP auf Anfrage gesagt, dass sie niemanden für den Gemeinderatssitz hätten. «Wir haben Andreas Böhm unsere Unterstützung zugesagt, diese ziehen wir jetzt nicht einfach zurück. Wäre Schnider eine Woche früher gekommen, hätte Böhm vielleicht nicht mal kandidiert», meint Waldispühl. Für die FDP-Frau ist klar, dass beide Kandidaten Vorzüge haben. Abschliessend stellt sie klar: «Wir haben nichts gegen Joe Schnider». Auch die CVP Ballwil wurde mit der Kandidatur von den 46-Jährigen etwas überrascht. Parteipräsident Stefan Schuler sagt: 

«Wir sind enttäuscht über das Vorgehen der SVP.»

Für ihn sei es unverständlich, weshalb Schnider mit seiner Kandidatur so lange wartete. Denn: «Hätte ihn die SVP früher gebracht, hätten wir ihn unterstützt». An einer Telefonkonferenz habe die CVP beschlossen, dass sie sich bei der Entscheidung im zweiten Wahlgang enthalten. Bei der CVP tönt es gleich wie bei der FDP: «Wir sind nicht gegen Joe Schnider, jetzt sollen die Stimmbürger entscheiden.»

Joe Schnider erklärt seine späte Kandidatur folgendermassen: «Für den Fall, dass ich gewählt werde, wollte ich auch die dazu benötigte zeitliche Kapazität freihalten. Die Abklärungen gingen nicht von heute auf morgen.»

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