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Interview

Jörg Meyer: «Eine reine Männer-Regierung ist nicht zeitgemäss»

Die SP hat mit Jörg Meyer einen Mann für die Luzerner Regierungsratswahlen nominiert. Das könnte einigen Wählerinnen und Wählern sauer aufstossen. Dazu – und zu seiner Wahltaktik und Ideen für die Wirtschaft – nimmt der 50-Jährige im Kurzinterview Stellung.
Niels Jost

Die SP hat sich die Frauenförderung auf die Fahne geschrieben. Nun treten Sie für Ihre Partei an. Ein Widerspruch?

Jörg Meyer: Nein, das ist kein Widerspruch. Unsere Partei war stets aktiv in dieser Sache, wie haben unsere Hausaufgaben gemacht. Aber es stimmt: Eine reine Männer-Regierung ist nicht zeitgemäss. Gleichstellungspolitik ist aber nicht einfach Aufgabe der SP, sondern aller Parteien. Zudem ist es auch Männersache. Da kann man mich beim Wort nehmen, dass ich mich für Gleichberechtigung einsetze. Dass mir das gelingt, kann ich anhand meiner Biografie glaubhaft darlegen.

Inwiefern?

Meine Frau und ich haben uns die Erziehungs-, Haus- und Erwerbsarbeit viele Jahre geteilt. Auch als Geschäftsleitungsmitglied arbeitete ich in einem Teilzeitpensum. Zudem bin ich nun in einer Branche tätig, in der 90 Prozent Frauen angestellt sind. Ich kenne die Thematik also.

Sie sagen, die SP gehört wieder in die Regierung. Mit Ihrer Forderung nach Konkordanz greifen Sie den Sitz des parteilosen Finanzdirektors Marcel Schwerzmann an.

Ich trete mit Überzeugung für die Konkordanz an. Es geht mir nicht um Personen.

Ihre Chancen, im 1. Wahlgang gewählt zu werden, sind gering. Spekulieren Sie darauf, es irgendwie in den 2. Wahlgang zu schaffen und dann möglichst viele bürgerliche Stimmen Marcel Schwerzmann abzuknöpfen?

Es ist tatsächlich so, dass kaum ein Neu-Kandidat bereits im 1. Wahlgang gewählt wird. Nichtsdestotrotz gebe ich alles für ein gutes Resultat. Im 2. Wahlgang werden die Karten neu gemischt und alles ist offen.

Als Sozialdemokrat haben Sie im Gewerbe einen schweren Stand. Wie wollen Sie diese Wähler überzeugen?

Die Wirtschaftspolitik ist in den vergangenen Jahren zu einer blossen Steuerpolitik verkommen. Steuern sind aber nicht der einzige wichtige Faktor für die KMU. Die sind aber das Rückgrat der Luzerner Wirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, Lehrstellen und Innovationen. Beispiel Holzbau: Diese Branche ist zukunftsweisend. Selbst Hochhäuser werden heutzutage mit Holz gebaut. Hier besteht viel Potenzial auf grössere Wertschöpfung – von der einzelnen Sägerei über spezialisierte Bauunternehmen bis hin zur Forschung und Ausbildung an der Hochschule. Zudem ist Holz ein natürlicher Rohstoff.

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