JOST SCHUMACHER: «Ich will meine Spuren hinterlassen»

Jost Schumacher (61) ist Anwalt, Grossgrund­besitzer, Bauer, Kunstliebhaber und Vater. Er will mit dem, was er tut, in Erinnerung bleiben – so etwa mit den Kopien der Kapellbrückenbilder.

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Visionärer Blick: Jost Schumacher. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Visionärer Blick: Jost Schumacher. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Viele kennen Jost Schumacher als «Retter» der verbrannten Kapellbrückenbilder. Er hat die 146 Tafeln fachkundig kopieren lassen und hierfür 2 Millionen Franken investiert. «Natürlich ist mein Engagement auch mit der Hoffnung verbunden, dass die Bilder eines Tages im Giebeldach der Brücke hängen werden», sagt Jost Schumacher heute, nachdem der Medienrummel um seine Person etwas abgeflacht ist. «Und nachdem Denkmalpfleger Georg Carlen letzthin nicht mehr ganz so vehement dagegen redete, bin ich mir fast sicher, dass dies eines Tages der Fall sein wird.»

Robert Zünd und Urs Künzler
Ruhig sitzt der Anwalt für Bau-, Haftpflicht- und Erbrecht in einem der vielen Zimmer in seinem Anwaltsbüro an der Alpenstrasse 1, an zentralster Lage mit Blick auf Vierwaldstättersee und Pilatus. Vier junge Sekretärinnen, vier Anwälte und zwei Praktikanten beschäftigt er in seiner Kanzlei.

Zu seiner Rechten und Linken hängen je ein Bild von Urs Künzler, vielen bekannt als «der» Migrosclubschule-Küchenchef, der inzwischen pensioniert ist. Es sind Bilder mit bunten Frauen- und Blumenmotiven in Acrylfarbe. Irgendwie wollen sie nicht recht zum Bild eines Mannes passen, der eine Anwaltskanzlei führt, zahlreiche Häuser besitzt und sich als historisch bewanderte Person bezeichnet. «Urs hat mich angefragt, ob ich eine Vernissage mit seinen Bildern durchführe, und ich habe zugesagt.» Jost Schumacher, der Mann, der sich nicht scheut, wenn er nicht ganz dem Klischee entspricht? «Das hat sicher etwas. Es ist mir nicht ganz so wichtig, was die Leute von mir denken.» Auf seinen Lieblingsmaler angesprochen, nennt er dann Bilder des Ende des 19. Jahrhunderts verstorbenen Luzerner Landschaftsmalers Robert Zünd. «Dieser ist väterlicherseits mit mir verwandt. Ich muss zum Bild eines Künstlers eine spezielle Affinität haben.»

«Für künftige Generationen»
Bereits an der Medienorientierung im Zusammenhang mit den Kapellbrückenbildern begründete er sein Engagement für die Wiederherstellung des Bilderzyklus in der Kapellbrücke: «Sie sollen auch für künftige Generationen lesbar bleiben.» Einen ähnlichen Satz verwendet er auch in diesem Interview, allerdings in einem anderen Zusammenhang. Schumacher, auf seine Charaktereigenschaften angesprochen, sagt: «Vor dem Ableben will ich sagen können: Das, was ich gemacht habe, hat Sinn gemacht. Und ich will meine Spuren hinterlassen.»

Simone Hinnen

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.

HINWEIS
Die 146 Kopien der Kapellbrückenbilder sind vom 6. bis zum 23. November gratis in der Luzerner Kornschütte zu sehen. Wie hier im Beispiel werden die Bilder mit Audiokommentaren erklärt: