JUBILÄUM: Darum steht das Verkehrshaus in Luzern

Der Verein Verkehrshaus der Schweiz besteht seit 75 Jahren. Ursprünglich hätte die Geschichte des Museums aber eine ganz andere Richtung einschlagen sollen.

Roger Amberg
Drucken
Teilen
Der Verkehrshaus-Mitgliederdienst Anfang der 80er-Jahre beim Abpacken des Versands.Bild: PD/Verkehrshaus der Schweiz (Luzern, 28. April 1981)

Der Verkehrshaus-Mitgliederdienst Anfang der 80er-Jahre beim Abpacken des Versands.Bild: PD/Verkehrshaus der Schweiz (Luzern, 28. April 1981)

Roger Amberg

stadt@luzernerzeitung.ch

Als sich am 26. Februar 1942 genau 76 Persönlichkeiten aus der Verkehrs- und Wirtschaftswelt im Bahnhofbuffet 2. Klasse in Zürich trafen und den Verein Verkehrshaus der Schweiz gründeten, deutete noch nichts darauf hin, dass das heute meistbesuchte Museum der Schweiz dereinst in Luzern stehen würde. Nachdem im Zusammenhang mit dem 50-jährigen Bestehen der Schweizer Bahnen bereits bei der Landesausstellung 1914 die Idee aufkam, das Verständnis der Öffentlichkeit für das Verkehrs­wesen zu fördern, initiierte eine Arbeitsgruppe um Raphael Cottier 1937 die Errichtung eines eigentlichen Verkehrsmuseums, was fünf Jahre später zur Gründung des Vereins führte.

Dieser erarbeitete in der Folge ein Konzept zur Errichtung eines nationalen Verkehrsmuseums in Zürich. Die jahrelange Suche nach einem geeigneten Platz in der Limmatstadt verlief allerdings erfolglos, weshalb der damalige Luzerner Stadtpräsident Max Wey Luzern als Standort empfahl. 1950 nahm der Verein das Angebot an und erhielt vom Luzerner Stadtrat 1955 die Baubewilligung. Für die Erstellungskosten von rund 5 Millionen Franken kamen vor allem die SBB, die PTT-Verwaltung, die Strassenverkehrswirtschaft sowie der Bund auf. Schliesslich wurde das Museum am 1. Juli 1959 durch Bundesrat Giuseppe Lepori feierlich eröffnet. Franz Steinegger (73), ehemaliger FDP-Nationalrat und seit 2004 Präsident des Vereins, betont rückblickend die Wichtigkeit der Entscheidung für den Standort Luzern: «Die optimale Verkehrslage hat damals für Luzern gesprochen. Mit dem Verkehrshaus wurde eine touristische Attraktivität geschaffen, die von der Wertschaffung bis heute ganz erheblich für die Region Luzern ist.»

Innovativ von den Anfängen bis heute

Als einer der Mitbegründer und Verkehrshausdirektor von 1959 bis 1979 prägte insbesondere Alfred Waldis das Verkehrshaus wie kein Zweiter. Nachdem das Museum zu Beginn hauptsächlich aus den Abteilungen Eisenbahn-, Strassen- und Luftverkehr bestand, initiierte Waldis in den folgenden Jahren unter anderem das Planetarium, die Halle für Luft- und Raumfahrt sowie das Hans-Erni-Museum. Bis heute entwickelte sich das Verkehrshaus stets weiter, zuletzt mit einer umfassenden Erneuerung im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums 2009.

Auch in Zukunft sind weitere Erneuerungen im Museum mit dem höchsten Eigenfinanzierungsgrad geplant: «Wir sind momentan zwei Projekte am Planen, zum einen muss das Hochhaus renoviert werden, zum anderen soll die Schienenhalle renoviert und teilweise neu gebaut werden.» Momentan sei man an den Vorstudien zu diesen Projekten dran, erklärt Franz Steinegger weiter.

Verein als Betreiber des Museums

Direkt beteiligt an all diesen Erweiterungen des Museums ist der Verein Verkehrshaus der Schweiz. Als Betreiber des Museums ist er der Eigentümer der Immobilien und erfüllt im Auftrag der Stiftung Verkehrshaus Schweiz, dem das Museumsinventar gehört, die musealen Arbeiten, katalogisiert Ausstellungsgegenstände und stellt diese aus. «Das Verkehrshaus soll das Interessante auf eine spannende Art und Weise zeigen und dabei auch aufzeigen, wie sich der Verkehr in Zukunft entwickelt. Der Verkehr ist ein sehr bedeutender Bereich des menschlichen Lebens. In dem Sinne erfüllt das Verkehrshaus in Luzern eine nationale Aufgabe», so Steinegger.

Im Rahmen der Jubiläums­aktivitäten veranstaltet das Verkehrshaus am 29. April für alle Interessierten eine Nacht im Verkehrshaus, bei der die Besucher ein Abend voller Überraschungen erwartet. Zudem gibt es für andere Vereine ein Jubiläumsangebot, das einen Museumseintritt, einen Versammlungsraum für Veranstaltungen sowie ein 3-Gang-Menü beinhaltet.